Achilles tendinopathy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Achilles-Tendinopathie ist eine schmerzhafte Erkrankung der Achillessehne (der Sehne an der Rückseite des Unterschenkels, die die Wadenmuskeln mit dem Fersenbein verbindet). Sie entsteht meist durch Überlastung oder eine Veränderung der Sehnenstruktur, nicht unbedingt durch eine Entzündung.
Wichtige Fakten
- Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Menschen, aber auch anfällig für Überlastung.
- Eine Achilles-Tendinopathie tritt häufig bei Läufern und Sportlern auf, kann aber auch bei weniger aktiven Menschen vorkommen.
- Die Behandlung ist oft konservativ (ohne Operation) und erfordert Geduld – die Heilung kann mehrere Monate dauern.
Ja, die Achilles-Tendinopathie ist eine häufige Verletzung, insbesondere bei Menschen, die laufen, springen oder plötzlich mehr Sport treiben.
Sie betrifft vor allem aktive Menschen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, aber auch jüngere Sportler und ältere Menschen, die ihre Aktivität plötzlich steigern.
Symptome
- Sie hören ein plötzliches, lautes ‚Knacken‘ oder ‚Plopp‘ an der Ferse und haben sofort starke Schmerzen.
- Sie können den Fuß nicht mehr belasten oder die Zehen nicht mehr nach unten drücken.
- ⚠Plötzliche, sehr starke Schmerzen ohne eine vorherige Verletzung.
- ⚠Sie können nicht auf der betroffenen Seite gehen.
- ⚠Die Schwellung nimmt schnell zu oder die Haut rötet sich stark.
Häufige Symptome
- Schmerzen an der Rückseite der Ferse, besonders beim Laufen oder Treppensteigen
- Morgensteifigkeit – schmerzhafte Steifheit nach dem Aufstehen
- Schwellung oder Verdickung der Achillessehne
Symptome bei Kindern
- Kinder haben oft ähnliche Schmerzen, besonders während des Wachstums. Die Symptome können an die Fersenbein-Apophysitis (Sever-Krankheit) erinnern.
- Schmerzen nach dem Sport oder beim Fersenstand
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen kommen eher schleichend und sind oft weniger scharf.
- Eine stärkere Steifheit am Morgen und eine langsamere Besserung ohne Behandlung.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch zu schnelles Steigern der Trainingsintensität oder -dauer
- Verkürzte oder schwache Wadenmuskulatur
- Ungeeignetes Schuhwerk ohne ausreichende Dämpfung
Risikofaktoren
- Alter (die Sehne verliert mit den Jahren an Elastizität)
- Übergewicht (erhöht die Belastung auf die Sehne)
- Plötzlicher Wechsel von einer sitzenden zu einer aktiven Lebensweise
- Bestimmte Medikamente (manche Antibiotika können das Risiko erhöhen – besprechen Sie das mit Ihrem Arzt)
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Gicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem plötzlichen Knackgeräusch mit Schwellung und Gehunfähigkeit – suchen Sie sofort die Notaufnahme auf (Notruf 112).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Fersenschmerzen länger als eine Woche anhalten.
- Wenn die Schmerzen Ihren Alltag beeinträchtigen (z. B. Treppensteigen oder Gehen erschweren).
- Wenn Sie trotz Schonung und Kühlung keine Besserung bemerken.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird Ihre Achillessehne abtasten und einfache Bewegungstests durchführen. Oft lässt sich die Diagnose bereits anhand Ihrer Beschwerden und der körperlichen Untersuchung stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (zeigt Veränderungen in der Sehne und mögliche Risse)
- Magnetresonanztomographie (MRT) – nur bei unklaren Befunden oder Verdacht auf einen Sehnenriss
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzlos. Beim Abtasten kann der Druck auf die Sehne etwas unangenehm sein. Der Arzt wird auch nach Ihrer Bewegungsgewohnheiten fragen, um die Ursache zu finden.
Behandlung
In den meisten Fällen wird die Achilles-Tendinopathie ohne Operation behandelt. Die Therapie zielt darauf ab, die Überlastung zu reduzieren, die Sehne zu kräftigen und die Beschwerden zu lindern. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Heilungschancen deutlich.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe – vermeiden Sie Aktivitäten, die den Schmerz verstärken, aber bleiben Sie nicht ganz bewegungslos.
- Kühlen – legen Sie alle paar Stunden einen Kühlbeutel (in ein Tuch gewickelt) für 15–20 Minuten auf die schmerzende Stelle.
- Sanftes Dehnen der Wadenmuskulatur – aber nur schmerzfrei.
- Erhöhen des Fersenbereichs (z. B. mit einem kleinen Keil oder speziellen Einlagen), um die Sehne zu entlasten.
Medizinische Behandlungen
Zu den ärztlichen Behandlungen gehören Krankengymnastik/Physiotherapie mit gezielten exzentrischen Dehnübungen (das sind Übungen, bei denen der Muskel gedehnt wird, während er gleichzeitig angespannt ist). Auch Stoßwellentherapie oder bestimmte Injektionen in der Arztpraxis können in Betracht gezogen werden. Ihr Arzt wird mit Ihnen den passenden Plan besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur in Betracht gezogen, wenn die konservative Behandlung über mehrere Monate nicht ausreicht. Dann kann der Arzt die veränderte Sehnenstruktur entfernen oder bei einem Riss die Sehne nähen.
Leben mit der Erkrankung
Passen Sie Ihr Training an – ersetzen Sie Laufen durch Schwimmen oder Radfahren, solange es schmerzfrei ist. Wichtig sind Geduld und ein langsamer Wiederaufbau der Belastung.
Tipps für den Alltag
- Wärmen Sie sich vor dem Sport gut auf – 5–10 Minuten lockeres Gehen oder Radfahren.
- Tragen Sie geeignete Schuhe mit guter Dämpfung und ggf. Fersenkissen.
- Vermeiden Sie barfuß Laufen auf hartem Untergrund, bis die Schmerzen abgeklungen sind.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren kann die Sehnengesundheit unterstützen. Vermeiden Sie Crash-Diäten – eine gleichmäßige Gewichtsreduktion bei Übergewicht entlastet die Sehne.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die lange Heilungsdauer kann frustrierend sein. Erlauben Sie sich Pausen und freuen Sie sich über kleine Fortschritte. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko senken, indem Sie Ihr Training langsam steigern (nicht mehr als 10 % pro Woche), Ihre Wadenmuskulatur dehnen und kräftigen und auf gutes Schuhwerk achten. Ein sanfter Wechsel zwischen verschiedenen Sportarten schont ebenfalls die Sehne.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die auch in Ruhe bestehen
- Verdickung der Sehne, die die Beweglichkeit dauerhaft einschränkt
- Erhöhtes Risiko für einen Sehnenriss (Achillessehnenruptur) – ein Notfall
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen mit einer Achilles-Tendinopathie können ohne Operation behandelt werden. Die Heilung kann 3–6 Monate dauern, manchmal länger. Mit konsequenter Therapie und Anpassung der Aktivitäten ist eine vollständige Rückkehr zum Sport meist möglich. Frühzeitig behandelt sind die Aussichten sehr gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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