Addisons disease
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Addison-Krankheit (auch primäre Nebenniereninsuffizienz) ist eine seltene Erkrankung, bei der die Nebennieren nicht genügend Hormone produzieren. Die Nebennieren sind kleine Drüsen, die auf Ihren Nieren sitzen. Sie stellen wichtige Hormone wie Cortisol und Aldosteron her. Ohne ausreichende Behandlung kann die Addison-Krankheit lebensbedrohlich werden.
Wichtige Fakten
- Die Addison-Krankheit wird durch eine Schädigung der Nebennieren verursacht, häufig durch eine Autoimmunreaktion.
- Die Erkrankung ist selten, betrifft aber Menschen jeden Alters und Geschlechts.
- Mit einer richtigen Behandlung können die meisten Betroffenen ein normales Leben führen.
Nein, die Addison-Krankheit ist selten. In Deutschland gibt es etwa 40 bis 60 Betroffene pro 1 Million Einwohner.
Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, wird aber am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren diagnostiziert. Sowohl Männer als auch Frauen sind betroffen.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Bauch, Rücken oder in den Beinen
- Starkes Erbrechen und Durchfall, das zu Dehydrierung führt
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Sehr niedriger Blutdruck mit Schock
- Verwirrtheit oder plötzliche Schwäche
- ⚠Verstärkte Müdigkeit, die Sie nicht mehr aus dem Haus gehen lässt
- ⚠Anhaltendes Fieber ohne erkennbare Ursache
- ⚠Starke Kopf- oder Muskelschmerzen
- ⚠Wenn Sie Ihre Medikamente aufgrund von Erbrechen nicht einnehmen können
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Schwäche
- Gewichtsverlust und verminderter Appetit
- Dunkle Verfärbung der Haut (Hyperpigmentierung), besonders an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, sowie in Hautfalten und Narben
- Niedriger Blutdruck, der beim Aufstehen zu Schwindel führen kann
- Salzverlangen
- Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können zusätzlich Wachstumsverzögerungen und verspätete Pubertät auftreten.
- Häufig treten Unterzuckerungen (Hypoglykämie) auf, besonders nach längeren Essenspausen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome können bei älteren Menschen unspezifisch sein und leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.
- Verwirrtheit, Stürze und Schwäche treten häufiger auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Autoimmunreaktion: Das Immunsystem greift fälschlicherweise die Nebennieren an und zerstört sie langsam. Dies ist die häufigste Ursache.
- Infektionen: Wie Tuberkulose oder Pilzinfektionen können die Nebennieren schädigen.
- Blutungen in den Nebennieren (z. B. durch schwere Infektionen oder Verletzungen)
- Tumorerkrankungen, die die Nebennieren befallen
- Genetische Störungen, wie die adrenoleukodystrophe
Risikofaktoren
- Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen erhöhen das Risiko.
- Bestimmte Infektionen wie Tuberkulose, besonders in Regionen mit hoher Verbreitung.
- Längere Einnahme von Kortisonpräparaten (kann bei abruptem Absetzen zu einer Nebennierenkrise führen – aber das ist eine andere Form der Nebenniereninsuffizienz).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Verschlechterung Ihres Allgemeinzustands mit Erbrechen, Durchfall oder Bewusstseinsveränderungen – rufen Sie sofort den Notruf 112 oder gehen Sie in die nächste Notaufnahme.
- Wenn Sie bereits behandelt werden und eine Nebennierenkrise vermuten, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, wenn Sie über Wochen oder Monate unter anhaltender Müdigkeit, Gewichtsverlust, niedrigem Blutdruck oder dunklen Hautstellen leiden, die Sie nicht erklären können.
- Wenn Sie Autoimmunerkrankungen haben und neue Symptome bemerken, lassen Sie sich frühzeitig abklären.
Diagnose
Die Diagnose wird meist von einem Endokrinologen (Spezialist für Hormone) gestellt. Ihr Arzt wird zunächst ausführlich mit Ihnen sprechen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Anschließend folgen Bluttests und spezielle Funktionstests, um die Hormonspiegel zu messen.
Mögliche Untersuchungen
- Frühmorgendliche Blutuntersuchung auf Cortisol und ACTH (ein Hormon, das die Nebennieren stimuliert)
- ACTH-Stimulationstest: Dabei wird künstliches ACTH gespritzt und gemessen, wie die Nebennieren darauf reagieren.
- Messung des Aldosterons im Blut und des Reninspiegels
- Gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) der Nebennieren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, da die Symptome auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Lassen Sie sich geduldig begleiten. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, was die einzelnen Tests bedeuten. Wenn eine Addison-Krankheit festgestellt wird, werden Sie sofort mit einer Hormonersatztherapie beginnen.
Behandlung
Die Behandlung der Addison-Krankheit besteht darin, die fehlenden Hormone lebenslang zu ersetzen. Dies geschieht durch Medikamente, die Kortison (ein künstliches Cortisol) und Aldosteron (ein Hormon, das den Salzhaushalt reguliert) enthalten. Die Dosis wird individuell angepasst und muss vor Stress, Infektionen oder Verletzungen erhöht werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend, besonders bei Hitze oder körperlicher Anstrengung.
- Achten Sie auf eine ausreichende Salzaufnahme – Ihr Arzt kann Ihnen eine salzreichere Ernährung empfehlen.
- Tragen Sie einen Notfallausweis bei sich, der Ihre Erkrankung und die benötigte Behandlung beschreibt.
- Lernen Sie, die Anzeichen einer Nebennierenkrise zu erkennen und wissen Sie, wann Sie die Notfallmedikation einnehmen müssen.
Medizinische Behandlungen
Die Hormonersatztherapie ist die Hauptbehandlung. Sie besteht aus Glukokortikoiden (Cortisolersatz) und Mineralokortikoiden (Aldosteronersatz). Die Medikamente werden in Tablettenform eingenommen. Bei schweren Erkrankungen oder Operationen kann eine vorübergehende Dosiserhöhung nötig sein. Im Falle einer Nebennierenkrise wird die Notfallbehandlung mit Injektionen verabreicht, die Ihnen Ihr Arzt verschreibt und die Sie zu Hause haben sollten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nicht notwendig, es sei denn, die Ursache ist ein Tumor, der die Nebennieren beeinträchtigt. In diesen Fällen wird das weitere Vorgehen mit Ihrem Chirurgen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer angepassten Hormonersatztherapie können die meisten Menschen mit Addison-Krankheit normal arbeiten, reisen und Sport treiben. Wichtig ist, dass Sie Ihren Körper gut kennen und auf Warnsignale achten. Führen Sie eine regelmäßige Kontrolle bei Ihrem Endokrinologen durch.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie regelmäßige Mahlzeiten, um Unterzuckerungen zu vermeiden.
- Vermeiden Sie extreme körperliche Belastungen ohne vorherige Anpassung der Medikation.
- Legen Sie bei Infektionen oder Stress Ihre Medikamentendosis nach ärztlicher Anweisung höher.
- Besprechen Sie Reisepläne mit Ihrem Arzt, besonders in Länder mit eingeschränkter medizinischer Versorgung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Salz (in Absprache mit Ihrem Arzt) und eine sanfte Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen sind förderlich. Vermeiden Sie Crash-Diäten oder extremes Fasten. Hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung wie die Addison-Krankheit kann auch psychisch belasten. Gefühle von Angst, Überforderung oder Traurigkeit sind normal. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einem Psychotherapeuten darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Die Addison-Krankheit selbst kann nicht verhindert werden, da sie meist durch eine Autoimmunreaktion entsteht. Allerdings können schwere Komplikationen durch eine gute Behandlung und das Vermeiden von Auslösern verhindert werden.
Impfungen
Ihre Impfungen sollten regelmäßig aufgefrischt werden, um Infektionen vorzubeugen, die eine Nebennierenkrise auslösen könnten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening wird nicht durchgeführt. Menschen mit Autoimmunerkrankungen sollten jedoch auf Symptome einer Nebenniereninsuffizienz achten und bei Verdacht einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nebennierenkrise: Ein lebensbedrohlicher Zustand mit starkem Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit und Organversagen.
- Chronisches Unwohlsein mit starker Müdigkeit und Gewichtsverlust.
- Beeinträchtigung des Elektrolythaushalts, die zu Herzrhythmusstörungen führen kann.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Diagnose und einer konsequenten Behandlung ist die Prognose sehr gut. Die meisten Betroffenen führen ein erfülltes Leben und können ihren Alltag weitgehend selbstbestimmt gestalten. Wichtig ist, dass Sie Ihre Behandlung ernst nehmen und im Notfall schnell handeln. Die moderne Medizin gibt Ihnen die Werkzeuge, um gut mit dieser Erkrankung zu leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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