Amaurosis fugax
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei der Amaurosis fugax handelt es sich um eine vorübergehende (transiente) Erblindung oder Sehstörung auf einem Auge. Sie entsteht durch eine kurzfristige Durchblutungsstörung des Auges, meist durch ein kleines Blutgerinnsel (Embolus) oder eine Verengung der Halsschlagader. Die Sehstörung dauert meist nur Sekunden bis Minuten und bildet sich vollständig zurück. Dennoch ist sie ein wichtiges Warnzeichen für einen möglichen Schlaganfall.
Wichtige Fakten
- Tritt plötzlich auf und verschwindet innerhalb kurzer Zeit wieder
- Ist ein Warnsignal für eine mögliche Schlaganfallgefahr
- Sollte immer ärztlich abgeklärt werden
Amaurosis fugax ist nicht sehr häufig, kommt aber bei Menschen mit Gefäßrisikofaktoren vor.
Betroffen sind vor allem ältere Erwachsene mit Bluthochdruck, Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten oder Rauchern. Auch Menschen mit Vorhofflimmern oder anderen Herzrhythmusstörungen haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, anhaltende Sehminderung oder Sehverlust auf einem Auge, der länger als einige Minuten anhält
- Zusätzliche Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Schwindel oder einseitige Gesichtslähmung
- ⚠Wiederkehrende Sehstörungen, die nur kurz andauern, aber wiederholt auftreten
- ⚠Nach einem solchen Ereignis auch ohne Begleitsymptome einen Arzt aufsuchen
Häufige Symptome
- Plötzlicher, schmerzloser Sehverlust auf einem Auge, der nach Sekunden bis Minuten wieder verschwindet
- Gefühl wie ein Vorhang, der das Sichtfeld verdeckt
- Verschwommenes Sehen oder Flackern auf einem Auge
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist Amaurosis fugax sehr selten. Mögliche Ursachen sind Gefäßentzündungen oder Blutgerinnungsstörungen, die Symptome sind ähnlich wie bei Erwachsenen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen treten die gleichen Symptome auf, allerdings können zusätzlich Warnzeichen einer TIA (transitorische ischämische Attacke) wie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen auftreten.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Halsschlagader (Karotisstenose) durch Arteriosklerose
- Kleine Blutgerinnsel, die aus dem Herzen oder der Halsschlagader ins Auge gelangen
- Entzündungen der Blutgefäße (z. B. Riesenzellarteriitis)
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Hohe Cholesterinwerte
- Rauchen
- Vorhofflimmern
- Alter über 50 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Sehverlust – auch wenn er sich wieder bessert – immer sofort den Notarzt (112) rufen oder die nächste Notaufnahme aufsuchen
- Wenn zusätzlich Lähmungen, Sprachstörungen oder Schwindel auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach einem solchen Ereignis zur Abklärung einen Termin beim Hausarzt oder Augenarzt vereinbaren
Diagnose
Die Diagnose wird anhand der Beschreibung der Symptome und durch verschiedene Untersuchungen gestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Augenuntersuchung mit Spaltlampe
- Ultraschall der Halsschlagader (Doppler-Sonografie)
- EKG, um Herzrhythmusstörungen zu erkennen
- Blutuntersuchungen auf Entzündungswerte und Gerinnungsstörungen
- Bei Bedarf MRT oder CT des Kopfes
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern in der Regel einige Stunden. Möglicherweise werden Sie für einen Tag in einer Tagesklinik oder stationär aufgenommen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Ursache der Durchblutungsstörung zu behandeln und einen Schlaganfall zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Auf Rauchen verzichten
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren und ggf. vom Arzt einstellen lassen
- Gesunde Ernährung mit wenig Salz und Fett
- Ausreichend Bewegung
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann blutverdünnende Medikamente (Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulanzien) verschreiben, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Bei einer Verengung der Halsschlagader kann eine operative Entfernung der Ablagerungen (Karotisendarteriektomie) oder das Einsetzen eines Stents notwendig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei einer hochgradigen Verengung der Halsschlagader (über 70%) wird häufig eine Operation empfohlen, um das Schlaganfallrisiko zu senken.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Ereignis sollten Sie Ihren Lebensstil anpassen und regelmäßig Ihren Arzt aufsuchen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin
- Medikamente zuverlässig einnehmen
- Auf Warnsignale achten (plötzliche Sehstörungen, Schwäche, Sprachprobleme)
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie täglich mindestens 30 Minuten Bewegung (z. B. Spazierengehen, Radfahren) helfen, die Gefäße gesund zu halten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einem Schlaganfall kann belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Ja, durch die Behandlung von Risikofaktoren kann das Risiko gesenkt werden. Eine gesunde Lebensweise und die Einnahme verordneter Medikamente sind entscheidend.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit Risikofaktoren sollten regelmäßig ihren Blutdruck und Cholesterin kontrollieren lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann eine Amaurosis fugax zu einem Schlaganfall führen, der bleibende Schäden verursacht.
- Auch ein dauerhafter Sehverlust auf dem betroffenen Auge ist möglich.
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut. Die meisten Betroffenen erleiden keinen dauerhaften Schaden. Die zugrundeliegende Ursache kann erfolgreich behandelt werden, sodass die Gefahr eines Schlaganfalls deutlich sinkt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.