Ankylosing spondylitis overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die ankylosierende Spondylitis (auch Morbus Bechterew genannt) ist eine chronische, also dauerhafte Entzündungskrankheit, die vor allem die Wirbelsäule und die Kreuzbein-Darmbein-Gelenke betrifft. Durch die Entzündung können die Wirbelknochen miteinander verwachsen, was zu Versteifung und Schmerzen führt.
Wichtige Fakten
- Die Krankheit gehört zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
- Sie beginnt meist im jungen Erwachsenenalter, zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
- Die genaue Ursache ist unbekannt, aber eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.
Die ankylosierende Spondylitis ist eher selten. In Deutschland sind etwa 0,2 bis 0,5 Prozent der Bevölkerung betroffen.
Sie betrifft Männer etwa drei- bis viermal häufiger als Frauen. Meist zeigen sich die ersten Symptome bei Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, aber auch Kinder und ältere Erwachsene können betroffen sein.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen in der Brust, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen (können auf einen Herzinfarkt hinweisen).
- Sehstörungen oder plötzlicher Sehverlust bei einer Augenentzündung.
- Hohes Fieber mit starken Rückenschmerzen und allgemeinem Krankheitsgefühl.
- ⚠Wenn die Bewegung der Wirbelsäule plötzlich stark eingeschränkt ist.
- ⚠Wenn Sie eine deutliche Verschlechterung Ihrer Sehfähigkeit bemerken (z. B. verschwommenes Sehen).
- ⚠Wenn Sie unter starken, nicht nachlassenden Gelenkschwellungen leiden.
Häufige Symptome
- Anhaltende Rückenschmerzen, besonders in der Nacht und am frühen Morgen, die sich bei Bewegung bessern.
- Morgensteifigkeit, die länger als 30 Minuten anhält.
- Schmerzen und Schwellungen in anderen Gelenken, wie Hüften, Knien oder Schultern.
- Schmerzen an den Sehnenansätzen, zum Beispiel an der Ferse oder an der Brust.
- Müdigkeit und Erschöpfung.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern beginnen die Schmerzen oft in den Hüft- oder Kniegelenken, weniger in der Wirbelsäule.
- Sie können auch Fersenschmerzen oder Schwellungen an den Zehen haben.
- Die Erkrankung kann das Wachstum beeinflussen und zu einer verminderten Beweglichkeit führen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome oft weniger typisch und können mit normalen Altersveränderungen verwechselt werden.
- Die Schmerzen sind häufig weniger stark, dafür aber die Steifigkeit ausgeprägter.
- Manchmal treten auch Entzündungen an den Augen auf, die gerötet und schmerzhaft sind.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Man vermutet, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren die Krankheit auslöst.
- Das Gen HLA-B27 ist bei den meisten Betroffenen nachweisbar, aber nicht jeder mit diesem Gen erkrankt.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung: Wenn ein Elternteil oder Geschwister erkrankt sind, steigt das eigene Risiko.
- Das Vorhandensein des Gens HLA-B27.
- Männliches Geschlecht (Männer erkranken häufiger).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei anhaltenden Rückenschmerzen, die länger als drei Monate andauern und sich in Ruhe nicht bessern.
- Wenn die Morgensteifigkeit länger als 30 Minuten anhält.
- Bei Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken oder an den Sehnenansätzen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie erste Anzeichen bemerken und die Beschwerden allmählich zunehmen.
- Wenn Sie sich in Ihrer Bewegung eingeschränkt fühlen.
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Rheumatologe – ein Facharzt für rheumatische Erkrankungen. Er oder sie fragt nach Ihren Beschwerden, untersucht Sie und ordnet bildgebende Verfahren sowie Bluttests an.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt prüft die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Druckschmerzhaftigkeit der Gelenke.
- Blutuntersuchung: Sucht nach Entzündungszeichen (z. B. CRP) und nach dem Gen HLA-B27.
- Bildgebung: Röntgen oder MRT (Magnetresonanztomografie) der Kreuzbeingelenke und der Wirbelsäule, um Entzündungen oder Verknöcherungen sichtbar zu machen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Symptome zunächst unspezifisch sein können. Ihr Arzt wird Sie Schritt für Schritt begleiten und alle Untersuchungen erklären. Nach der Diagnose besprechen Sie gemeinsam die Behandlungsmöglichkeiten.
Behandlung
Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, aber die Behandlung kann die Beschwerden lindern, die Beweglichkeit erhalten und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Sie besteht aus einer Kombination von Medikamenten, Physiotherapie und Eigeninitiative.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig: Sanfte Übungen wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga helfen, die Gelenke beweglich zu halten.
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung im Alltag, um Fehlstellungen vorzubeugen.
- Wärmebehandlungen wie warme Bäder oder Wärmepackungen können Schmerzen lindern.
- Vermeiden Sie Rauchen, da es die Krankheit verschlimmern kann.
Medizinische Behandlungen
Je nach Schwere der Erkrankung können nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) als Entzündungshemmer verordnet werden. Bei unzureichender Wirkung kommen krankheitsmodifizierende Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem beeinflussen. Auch Biologika, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen, sind eine Option. Ihr Arzt wird mit Ihnen die für Sie passende Therapie besprechen. Medikamente sollten immer in Absprache mit einem Facharzt eingenommen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. Sie kann in Betracht gezogen werden, wenn die Wirbelsäule stark versteift ist oder bei schweren Gelenkschäden an Hüfte oder Knie ein Gelenkersatz (Endoprothese) sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Ein aktives Leben mit ankylosierender Spondylitis ist möglich. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, aber hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Pausen. Ein ergonomischer Arbeitsplatz und ein gutes Bett können helfen, die Beschwerden zu lindern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an erster Stelle: Sportarten, die die Wirbelsäule schonen, sind ideal.
- Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Meditation oder autogenes Training können helfen.
- Gesund ernähren: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem und kann Entzündungen günstig beeinflussen.
Ernährung und Bewegung
Bewegung ist das A und O. Tägliche Dehnübungen, Schwimmen und Gymnastik erhalten die Beweglichkeit. Was die Ernährung betrifft, gibt es keine spezielle Diät, aber eine entzündungshemmende Kost mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann unterstützend wirken. Vermeiden Sie Übergewicht, um die Gelenke zu entlasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann seelisch belasten. Gefühle wie Frustration, Angst oder Traurigkeit sind normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine psychologische Beratung auf. Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen kann ebenfalls sehr hilfreich sein.
Vorbeugung
Eine Vorbeugung ist nicht möglich, da die genaue Ursache unbekannt ist. Doch je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden vermeiden.
Impfungen
Gegen die ankylosierende Spondylitis selbst gibt es keine Impfung. Allerdings wird Betroffenen aufgrund der Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, empfohlen, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening. Wenn in Ihrer Familie Fälle von Morbus Bechterew bekannt sind und Sie erste Symptome bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine genetische Testung auf HLA-B27 ist ohne Beschwerden in der Regel nicht sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Versteifung der Wirbelsäule bis hin zur vollständigen Unbeweglichkeit.
- Fehlhaltungen wie nach vorne gebeugter Rücken.
- Entzündungen an anderen Organen, wie Augen (Iritis), Herz oder Lunge.
- Verminderte Lebensqualität durch chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Langzeitprognose
Die Krankheit verläuft bei jedem Menschen anders. Viele Betroffene können mit der richtigen Behandlung ein erfülltes Leben führen und ihre Aktivitäten weitgehend erhalten. Eine frühzeitige Therapie und eine aktive Lebensweise verbessern die Prognose erheblich. Lassen Sie sich von Ihrem Team behandeln und verlieren Sie nicht den Mut – heute gibt es viele gute Möglichkeiten, die Krankheit im Griff zu behalten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.