Aortic stenosis awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Aortenklappe ist eine der vier Herzklappen. Sie sitzt zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader (Aorta). Bei einer Aortenklappenstenose ist diese Klappe verengt. Dadurch muss das Herz stärker pumpen, um das Blut in den Körper zu befördern. Das Herz wird auf Dauer überlastet.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung entwickelt sich oft langsam und bleibt lange unbemerkt.
- Sie betrifft vor allem Menschen über 65 Jahren.
- Unbehandelt kann sie zu ernsten Komplikationen wie Herzschwäche oder plötzlichem Herztod führen.
Aortenklappenstenose ist die häufigste Herzklappenerkrankung in den Industrieländern. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit.
Am häufigsten tritt sie bei Menschen über 65 Jahren auf. Seltener kann sie auch jüngere Menschen betreffen, zum Beispiel bei einem angeborenen Herzfehler (zweizipflige Aortenklappe).
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen
- Bewusstlosigkeit (Ohnmacht)
- Schwere Atemnot, die in Ruhe nicht nachlässt
- ⚠Neu auftretender Schwindel oder Ohnmacht bei Belastung
- ⚠Brustschmerzen, die bei leichter Tätigkeit oder in Ruhe auftreten
- ⚠Deutliche Verschlechterung der Leistungsfähigkeit innerhalb weniger Tage
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Belastung (z. B. beim Treppensteigen)
- Brustschmerzen, die bei Anstrengung auftreten und in Ruhe nachlassen (Angina pectoris)
- Schwindel oder Ohnmachtsanfälle bei körperlicher Aktivität
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Herzklopfen oder Herzrasen
Symptome bei Kindern
- Bei Babys und Kleinkindern: Müdigkeit beim Trinken oder Füttern, schnelles Atmen, Gedeihstörungen (schlechte Gewichtszunahme)
- Bei älteren Kindern: schnelle Erschöpfung bei Bewegung, Schwindel, Brustschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome können leicht mit normalen Alterserscheinungen verwechselt werden, z. B. allgemeine Schwäche und nachlassende Belastbarkeit
- Häufig treten die Beschwerden erst auf, wenn die Verengung schon fortgeschritten ist
Ursachen
Hauptursachen
- Verkalkung der Klappe: Die häufigste Ursache bei älteren Menschen (degenerative Veränderung).
- Angeborene Fehlbildung: Eine zweizipflige Aortenklappe (statt normaler dreier Segel) begünstigt eine frühere Verengung.
- Rheumatisches Fieber: In seltenen Fällen, vor allem in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung, kann eine Entzündung der Herzklappen zu einer Stenose führen.
Risikofaktoren
- Höheres Alter (über 65 Jahre)
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfette (Cholesterin)
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Niereninsuffizienz
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfallsymptomen sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei plötzlicher starker Luftnot oder Brustschmerzen auch außerhalb der Praxiszeiten in die nächste Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eines der typischen Symptome wie Atemnot bei Belastung, Schwindel oder Brustschmerzen bemerken, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder einem Kardiologen (Herzspezialisten).
- Auch wenn bei einer Routineuntersuchung ein Herzgeräusch festgestellt wird, sollte dies abgeklärt werden.
Diagnose
Der Arzt hört Ihr Herz mit dem Stethoskop ab. Bei Verdacht auf eine Aortenklappenstenose überweist er Sie an einen Kardiologen. Dieser führt spezielle Untersuchungen durch, um die Diagnose zu sichern und den Schweregrad zu bestimmen.
Mögliche Untersuchungen
- Herzultraschall (Echokardiographie): Die wichtigste Untersuchung. Sie zeigt die Klappe, ihre Öffnungsgröße und die Stärke der Herzpumpleistung.
- Elektrokardiogramm (EKG): Misst die Herzströme und kann Hinweise auf eine Überlastung des Herzens geben.
- Belastungs-EKG: Untersucht das Herz unter körperlicher Belastung (z. B. auf einem Fahrrad).
- Herzkatheteruntersuchung: Manchmal nötig, um den Druck in den Herzkammern zu messen und die Herzkranzgefäße darzustellen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und sicher. Sie bekommen vorab alle Schritte erklärt. Der Herzultraschall dauert etwa 20–30 Minuten, das EKG nur wenige Minuten. Eine Herzkatheteruntersuchung erfordert eine kurze stationäre Aufnahme.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verengung, Ihren Symptomen und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Leichte Stenosen ohne Symptome müssen meist nur regelmäßig kontrolliert werden. Bei mittelschwerer bis schwerer Stenose mit Beschwerden ist in der Regel ein Eingriff nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige, leichte Bewegung nach Absprache mit Ihrem Arzt (z. B. Spaziergänge, sanftes Radfahren).
- Gesunde Ernährung mit wenig Salz, um den Blutdruck zu senken.
- Blutdruck und Cholesterin regelmäßig kontrollieren und behandeln lassen.
- Rauchen aufgeben.
- Übergewicht vermeiden oder abbauen.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können helfen, die Belastung des Herzens zu verringern oder Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche zu behandeln. Welche Medikamente für Sie infrage kommen, entscheidet Ihr Arzt. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei schwerer Aortenklappenstenose mit Symptomen wird meist ein Eingriff empfohlen. Heute gibt es zwei Hauptverfahren: den minimalinvasiven Klappenersatz über einen Katheter (TAVI) und die offene Herzoperation mit Klappenersatz. Welches Verfahren für Sie am besten geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrem Herzteam.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit leichter Aortenklappenstenose führen ein ganz normales Leben. Bei schwereren Formen sollten Sie auf Ihren Körper hören und anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Es ist wichtig, regelmäßige Kontrolltermine beim Kardiologen wahrzunehmen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber überfordern Sie sich nicht. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Sportarten für Sie sicher sind.
- Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich ausreichend Ruhepausen.
- Achten Sie auf eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. aus Olivenöl oder Nüssen).
- Beschränken Sie den Konsum von Alkohol und verzichten Sie auf Rauchen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung sind auch bei Aortenklappenstenose wichtig. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie an einem strukturierten Herzsportprogramm teilnehmen können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzerkrankung kann Angst oder Unsicherheit auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie sich Unterstützung bei einer psychologischen Beratungsstelle. Falls Sie das Gefühl haben, nicht mehr allein zurechtzukommen, wenden Sie sich an eine psychosoziale Beratungsstelle oder in akuten Krisen an den Notruf 112.
Vorbeugung
Eine Aortenklappenstenose lässt sich nicht vollständig verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch das Risiko für Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes senken und damit die Entwicklung einer Stenose verzögern.
Impfungen
Gegen rheumatisches Fieber (eine der seltenen Ursachen) gibt es keine Impfung. Wichtig ist eine frühzeitige Behandlung von bakteriellen Infektionen, insbesondere bei Menschen mit Herzfehlern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Screening-Empfehlung für Aortenklappenstenose. Bei Risikofaktoren oder ersten Symptomen sollten Sie jedoch Ihren Arzt ansprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend Blut.
- Herzrhythmusstörungen, die zu Ohnmacht oder plötzlichem Herztod führen können.
- Erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfall.
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose in der Regel gut. Nach einem erfolgreichen Klappenersatz bessern sich die Beschwerden meist deutlich, und die Lebensqualität steigt. Auch ohne Operation kann man mit leichter Stenose viele Jahre gut leben, wenn die Risikofaktoren gut eingestellt sind.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.