Athletes foot
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fußpilz (auch Athlete's Foot genannt) ist eine ansteckende Pilzinfektion der Haut, die meist zwischen den Zehen oder an den Fußsohlen auftritt. Der Pilz lebt auf der oberen Hautschicht und verursacht Juckreiz, Schuppung und Rötung.
Wichtige Fakten
- Fußpilz ist eine oberflächliche Hautpilzinfektion, die fast immer behandelbar ist.
- Er wird durch sogenannte Dermatophyten verursacht – Pilze, die die oberste Hautschicht angreifen.
- Ohne Behandlung kann sich der Pilz auf andere Körperteile oder auf andere Menschen ausbreiten.
Ja, Fußpilz ist sehr häufig. Jeder vierte Erwachsene hat mindestens einmal im Leben damit zu tun. Besonders oft tritt er bei Menschen auf, die viel schwitzen oder oft in öffentlichen Schwimmbädern, Saunen oder Umkleidekabinen barfuß unterwegs sind.
Er betrifft vor allem Jugendliche und Erwachsene, häufig Sportler, Menschen mit häufigem Kontakt zu feuchten Umgebungen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Durchblutungsstörungen in den Beinen.
Symptome
- Plötzliche starke Schwellung des Fußes oder Beins
- Hohes Fieber über 39 °C
- Ausbreitung einer Rötung mit Eiter oder starken Schmerzen (Zeichen einer bakteriellen Infektion)
- ⚠Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
- ⚠Nässende oder eitrige Stellen, die sich ausbreiten
- ⚠Starke Schwellung um die Zehen oder den Fußrücken
- ⚠Bei Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen immer zeitnah abklären lassen
Häufige Symptome
- Juckreiz, besonders zwischen den Zehen
- Rötung und Schuppung der Haut
- Nässende Stellen oder kleine Bläschen
- Trockene, rissige Haut an den Fußsohlen
- Brennen oder Stechen
Symptome bei Kindern
- Häufig feine Schuppung zwischen den Zehen
- Weiße, aufgeweichte Haut, besonders nach dem Baden
- Manchmal Bläschen oder nässende Stellen an den Fußsohlen
- Stärkerer Juckreiz, der das Kind unruhig macht
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockene, dicke und rissige Haut an den Fersen
- Weniger Juckreiz, dafür oft Schmerzen beim Gehen
- Höheres Risiko für bakterielle Infektionen durch Risse
- Hautveränderung kann mit Alterserscheinungen verwechselt werden
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit Fadenpilzen (Dermatophyten), die in feuchtwarmer Umgebung gedeihen
- Direkter Hautkontakt mit einer infizierten Person
- Kontakt mit kontaminierten Oberflächen wie Böden in Schwimmbädern, Duschen oder Umkleidekabinen
Risikofaktoren
- Starkes Schwitzen der Füße
- Enge, luftundurchlässige Schuhe
- Barfußlaufen in öffentlichen Nassbereichen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krankheit oder Medikamente)
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (z. B. bei Diabetes oder Venenschwäche)
- Übermäßige Fußpflege, die die Hautbarriere verletzt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn trotz Selbstbehandlung nach zwei Wochen keine Besserung eintritt
- Wenn die Infektion sich auf den Nagel oder andere Körperteile ausbreitet
- Bei starken Schmerzen, Rötung oder Eiter (Verdacht auf bakterielle Infektion)
- Bei Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem bereits bei ersten Anzeichen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltendem Juckreiz zwischen den Zehen
- Bei wiederkehrendem Fußpilz trotz guter Hygiene
- Zur Klärung, ob es sich tatsächlich um Pilz handelt (es gibt andere Hautkrankheiten mit ähnlichen Symptomen)
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin erkennt Fußpilz meist schon an seinem typischen Aussehen. Zur Bestätigung wird eine Hautprobe entnommen.
Mögliche Untersuchungen
- Hautabschabung: Mit einem Skalpell werden oberste Hautschüppchen schmerzlos abgetragen
- Mikroskopische Untersuchung: Die Hautprobe wird unter dem Mikroskop auf Pilzfäden untersucht
- Pilzkultur: Die Probe wird in einem Nährboden angelegt, um den genauen Pilztyp zu bestimmen (dauert 2–4 Wochen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schnell und meist schmerzfrei. Nach der Diagnose erhalten Sie eine Behandlung, die Sie zu Hause durchführen können. In seltenen Fällen ist eine Blutuntersuchung nötig, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Behandlung
Fußpilz wird in der Regel mit pilztötenden Mitteln behandelt, die als Creme, Salbe oder Spray auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Bei schweren oder hartnäckigen Fällen können auch Tabletten zum Einsatz kommen. Die Behandlung sollte immer konsequent über die empfohlene Dauer durchgeführt werden – auch wenn die Symptome schon verschwunden sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Füße täglich waschen und danach sorgfältig abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen
- Luftdurchlässige Schuhe tragen und Schuhe häufig wechseln
- Baumwollsocken tragen und täglich wechseln, bei Bedarf antibakterielle Socken
- Auf häufiges Barfußlaufen in öffentlichen Duschen verzichten oder Badeschuhe tragen
- Handtücher und Bettwäsche regelmäßig und bei mindestens 60 Grad waschen
Medizinische Behandlungen
Der Arzt oder die Ärztin kann eine pilztötende Creme, Salbe oder ein Spray verschreiben, das Sie ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Die Anwendungsdauer beträgt meist zwei bis vier Wochen. Bei Nagelbefall oder sehr hartnäckigen Infektionen können auch Tabletten verordnet werden. Die Behandlung wird immer genau auf den Pilztyp und die Schwere der Infektion abgestimmt – bitte keine rezeptfreien Mittel eigenständig über längere Zeit anwenden, ohne ärztliche Empfehlung. Im deutschsprachigen Raum gelten die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) für die Behandlung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Fußpilz nicht nötig. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn sich eine schwere bakterielle Infektion (Eiteransammlung) gebildet hat, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff zur Entlastung erforderlich sein. Das bespricht der Arzt mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Fußpilz ist lästig, aber gut behandelbar. Achten Sie auf konsequente Fußhygiene, trockene Füße und regelmäßige Behandlung. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie den Alltag normal fortsetzen. Vermeiden Sie es, die Füße in öffentlichen Bereichen wie Schwimmbädern barfuß zu lassen, bis die Infektion vollständig abgeheilt ist.
Tipps für den Alltag
- Füße zwischen den Zehen nach dem Waschen gut abtrocknen
- Tägliches Wechseln von Socken und Schuhen
- Verwendung von Einwegtüchern zum Abtrocknen, wenn möglich
- Fußbäder mit milden Pflegeprodukten vermeiden, die die Haut angreifen
- Hausschuhe tragen, um Kontakt mit Fußböden zu vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitaminen und Zink kann das Immunsystem unterstützen, hat aber keinen direkten Einfluss auf Fußpilz. Bewegung und Sport sind möglich – achten Sie auf atmungsaktive Sportschuhe und wechseln Sie die Socken nach dem Training. Duschen Sie nach dem Sport die Füße und trocknen Sie sie gründlich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fußpilz kann unangenehm sein und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen, besonders wenn er sichtbar ist oder riecht. Die meisten Menschen sind aber verständnisvoll, da die Infektion sehr häufig ist. Mit erfolgreicher Behandlung verschwinden auch die psychischen Belastungen wieder. Sollten Sie sich wegen der Hautveränderung stark unwohl fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – er oder sie kann Ihnen Wege zeigen, damit umzugehen.
Vorbeugung
Ja, mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Dazu gehören: Füße trocken halten, in öffentlichen Duschen Badeschuhe tragen, keine fremden Handtücher benutzen, atmungsaktive Schuhe tragen und Socken täglich wechseln. Bei Neigung zu Fußpilz kann ein vorbeugendes antipilzhaltiges Puder oder Spray (auf ärztlichen Rat) sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Pilzinfektion auf die Zehennägel (Nagelpilz), der dann schwerer zu behandeln ist
- Übergreifen auf andere Hautstellen wie Hände oder Leisten (Leistenpilz)
- Bakterielle Infektion der rissigen Haut (sogenannte Superinfektion), die mit Antibiotika behandelt werden muss
- Chronischer Verlauf mit immer wiederkehrenden Schüben
Langzeitprognose
Bei richtiger Behandlung heilt Fußpilz in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen vollständig aus. Auch wenn die Infektion sehr hartnäckig erscheint – mit Geduld und ärztlicher Begleitung lässt sie sich meist gut in den Griff bekommen. Bleiben Sie konsequent, und die Haut wird wieder gesund. Scheuen Sie sich nicht, bei Rückfällen erneut zum Arzt zu gehen; das ist ganz normal.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.