Atrial flutter
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Vorhofflattern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die oberen Herzkammern (Vorhöfe) sehr schnell, aber regelmäßig schlagen. Es entsteht durch einen Kurzschluss im elektrischen System des Herzens.
Wichtige Fakten
- Vorhofflattern ist meist behandelbar und nicht lebensbedrohlich, wenn es erkannt wird.
- Es erhöht das Risiko für Schlaganfälle, wenn es nicht behandelt wird.
- Die Behandlung zielt darauf ab, den Herzrhythmus zu normalisieren und Komplikationen zu verhindern.
Vorhofflattern ist weniger häufig als Vorhofflimmern, tritt aber vor allem bei älteren Menschen auf. Etwa 0,1 bis 0,5 von 100 Menschen haben es, bei Menschen über 80 Jahren steigt die Zahl auf etwa 1 von 100.
Vorhofflattern betrifft häufiger Menschen über 60 Jahre, aber auch jüngere Erwachsene und selten Kinder. Menschen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Lungenerkrankungen oder Schilddrüsenüberfunktion haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Starke Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Plötzliche starke Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Plötzliche Schwäche oder Lähmungserscheinungen (Schlaganfallzeichen)
- ⚠Anhaltendes Herzrasen, das nicht von selbst aufhört
- ⚠Schwindel oder Benommenheit, die Sie unsicher machen
- ⚠Starke Müdigkeit, die Sie den ganzen Tag beeinträchtigt
Häufige Symptome
- Herzklopfen oder Herzrasen (Palpitationen), die regelmäßig und schnell sind
- Kurzatmigkeit, besonders bei Belastung
- Müdigkeit und Schwächegefühl
- Schwindel oder Benommenheit
- Engegefühl oder leichte Schmerzen in der Brust
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern werden oft keine Symptome bemerkt
- Selten: Herzrasen, Müdigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken oft unspezifische Symptome wie allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder gelegentliches Stolpern
- Manchmal treten nur Kurzatmigkeit oder Müdigkeit auf, ohne dass das Herzrasen auffällt
Ursachen
Hauptursachen
- Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit)
- Herzklappenfehler, besonders an der Mitralklappe
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenembolie
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
- Alkohol, besonders übermäßiger Konsum
- Operationen am Herzen oder an der Lunge
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Übergewicht (Adipositas)
- Diabetes mellitus
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Schlafapnoe
- Starker Stress oder übermäßiger Koffeinkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen starken Symptomen wie Brustschmerz, Ohnmacht oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn das Herzrasen länger als 30 Minuten anhält oder mit Schwindel und Übelkeit einhergeht.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig ein schnelles, unangenehmes Herzklopfen bemerken, das immer wieder kommt.
- Wenn Sie sich ungewöhnlich müde fühlen oder bei leichter Anstrengung aus der Puste kommen.
- Wenn Sie einen unregelmäßigen oder sehr schnellen Puls selbst messen können (z. B. mit einem Blutdruckmessgerät).
Diagnose
Die Diagnose wird meist mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) gestellt, das die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet. Oft reicht ein Ruhe-EKG aus, manchmal ist ein Langzeit-EKG über 24 Stunden nötig, um das Flattern zu erfassen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm) – Aufzeichnung der Herzströme
- Langzeit-EKG – kontinuierliche Aufzeichnung über 24 oder 48 Stunden
- Echokardiogramm (Herzultraschall) – um die Herzstruktur und -funktion zu beurteilen
- Blutuntersuchungen – unter anderem auf Schilddrüsenwerte und Elektrolyte
- Event-Rekorder – ein kleines Gerät, das über Wochen getragen wird, um seltene Episoden aufzuzeichnen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie zu Ihren Symptomen befragen und Ihren Puls tasten. Bei Verdacht auf Vorhofflattern folgen die genannten Untersuchungen. Sie müssen für das Langzeit-EKG nicht im Krankenhaus bleiben – Sie führen Ihren Alltag normal fort und notieren sich besondere Ereignisse.
Behandlung
Die Behandlung von Vorhofflattern hat zwei Hauptziele: den normalen Herzrhythmus wiederherstellen oder kontrollieren und das Risiko für Schlaganfälle senken. Die Wahl der Therapie hängt von Ihren Symptomen, Ihrem Alter und anderen Gesundheitsfaktoren ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Gesundheitstagebuch, in dem Sie Symptome und Auslöser notieren
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol- und Koffeinkonsum
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Stressabbau
- Nehmen Sie Ihre verordneten Medikamente regelmäßig ein, auch wenn Sie sich gut fühlen
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung können Medikamente eingesetzt werden, die den Herzschlag verlangsamen (z. B. aus der Gruppe der Betablocker oder Kalziumkanalblocker) oder den Rhythmus normalisieren (Antiarrhythmika). Bei anhaltendem Flattern kann eine elektrische Kardioversion (kurzer Stromstoß unter Kurznarkose) den normalen Rhythmus wiederherstellen. Um Schlaganfällen vorzubeugen, werden oft blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) verschrieben – die genaue Entscheidung trifft Ihr Arzt basierend auf Ihrem persönlichen Risikoprofil. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Behandlung für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente nicht helfen oder nicht vertragen werden, kann eine Katheterablation in Betracht gezogen werden. Dabei werden die fehlgeleiteten elektrischen Bahnen im Herzen über einen dünnen Schlauch (Katheter) verödet. Dies ist ein minimalinvasiver Eingriff, der in spezialisierten Zentren durchgeführt wird.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Vorhofflattern führen ein normales Leben. Wichtig ist, Ihre Medikamente zuverlässig einzunehmen und regelmäßig Ihren Puls zu kontrollieren (z. B. mit einem Blutdruckmessgerät). Vereinbaren Sie feste Kontrolltermine bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, gesunden Fetten und viel Obst und Gemüse
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber vermeiden Sie extreme Anstrengung – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein geeignetes Maß
- Verzichten Sie auf Rauchen und reduzieren Sie Alkohol
- Halten Sie Ihr Gewicht im normalen Bereich
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung (z. B. Mittelmeerdiät) kann das Herz unterstützen. Moderate Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen ist empfehlenswert, solange Sie keine Beschwerden haben. Besprechen Sie Sportpläne immer mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzrhythmusstörung kann Ängste auslösen. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder haben Angst vor einem Schlaganfall. Das ist normal. Suchen Sie sich Unterstützung – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Auch Entspannungsverfahren wie Yoga oder Meditation können helfen.
Vorbeugung
Nicht jedes Vorhofflattern lässt sich verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken: Behandeln Sie Bluthochdruck, Diabetes und andere Grunderkrankungen. Vermeiden Sie Übergewicht, rauchen Sie nicht und trinken Sie nur wenig Alkohol. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung schützen das Herz.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Vorhofflattern. Bei Risikopatienten empfiehlt der Arzt gelegentlich ein EKG, um unentdeckte Rhythmusstörungen zu finden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schlaganfall – durch Blutgerinnsel, die sich im flatternden Vorhof bilden können
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – durch die ständige Überlastung des Herzens
- Verschlechterung der Lebensqualität durch anhaltende Symptome
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei rechtzeitiger Behandlung gut. Viele Menschen mit Vorhofflattern können durch Medikamente oder eine Ablation einen normalen Herzrhythmus erreichen und ein aktives Leben führen. Wichtig ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle, um Komplikationen vorzubeugen. Mit der richtigen Behandlung ist die Lebenserwartung nicht oder nur geringgradig eingeschränkt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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