Bundle branch block
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Schenkelblock ist eine Störung der elektrischen Erregungsleitung im Herzen. Die Signale, die den Herzschlag steuern, werden auf dem Weg zu den Herzkammern verzögert oder blockiert. Dies passiert in einem der beiden ‚Schenkel‘ des Erregungsleitungssystems (rechtem oder linkem Schenkel). Der Schenkelblock selbst ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, das oft zufällig bei einer Herzuntersuchung entdeckt wird.
Wichtige Fakten
- Ein Schenkelblock verursacht häufig keine Beschwerden und wird zufällig im EKG entdeckt.
- Er kann harmlos sein, aber auch auf eine zugrundeliegende Herzerkrankung hinweisen.
- Die Behandlung richtet sich nach der Ursache – nicht nach dem Schenkelblock selbst.
Ja, ein Schenkelblock kommt relativ häufig vor, besonders bei älteren Menschen oder solchen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Betroffen sind vor allem ältere Erwachsene, Menschen mit Bluthochdruck, Herzkranzgefäßerkrankungen oder Herzklappenfehlern. Auch bei gesunden jungen Menschen kann ein (meist rechtsschenkelblock) ohne Krankheitswert auftreten.
Symptome
- Plötzliche Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust
- Schwere Atemnot ohne erkennbare Ursache
- Ohnmacht oder Kollaps
- Herzrasen mit Schwindel oder Benommenheit
- ⚠Wiederkehrende Schwindelgefühle
- ⚠Ungewöhnliche Müdigkeit oder Leistungsabfall
- ⚠Herzklopfen oder -stolpern über mehrere Stunden
Häufige Symptome
- Viele Menschen mit Schenkelblock haben gar keine Symptome.
- Manchmal treten Schwindel, Ohnmachtsanfälle oder Herzrasen auf – dann sollte die Ursache abgeklärt werden.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird ein Schenkelblock meist zufällig bei einer Routineuntersuchung gefunden. Meist ist er harmlos.
- Selten kann er auf einen angeborenen Herzfehler hinweisen – dann sind weitere Untersuchungen nötig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann ein Schenkelblock auf eine fortschreitende Herzerkrankung hindeuten.
- Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung oder unregelmäßiger Herzschlag.
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingte Veränderungen der Erregungsleitungsbahnen
- Herzkranzgefäßerkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit)
- Herzklappenfehler, insbesondere Verengung der Aortenklappe
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder Kardiomyopathie
- Angeborene Herzfehler
Risikofaktoren
- Hohes Alter
- Bluthochdruck
- Erkrankungen der Herzkranzgefäße
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Übergewicht
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht sofort Notruf 112 wählen.
- Bei anhaltendem Herzrasen mit Schwindel umgehend ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn ein Schenkelblock zufällig festgestellt wurde, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen zur Abklärung.
- Sollten neue Symptome wie Müdigkeit oder Kurzatmigkeit auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Diagnose
Ein Schenkelblock wird in der Regel mit einem Elektrokardiogramm (EKG) festgestellt. Dabei werden die elektrischen Herzströme aufgezeichnet – die charakteristische Verzögerung ist genau erkennbar.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG
- Belastungs-EKG (unter körperlicher Belastung)
- Langzeit-EKG (über 24 Stunden)
- Echokardiographien (Herzultraschall) zur Beurteilung der Herzkammern und -klappen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nur wenige Minuten bis zu einer Stunde. Ihr Arzt wird Ihnen die Ergebnisse erklären und mit Ihnen besprechen, ob weitere Untersuchungen notwendig sind.
Behandlung
Ein Schenkelblock wird in der Regel nicht direkt behandelt. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Ist keine Herzerkrankung vorhanden, ist oft keine Behandlung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine herzgesunde Lebensweise: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen.
- Vermeiden Sie übermäßigen Stress und sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und lassen Sie ihn bei Bedarf behandeln.
Medizinische Behandlungen
Falls eine Grunderkrankung wie Bluthochdruck oder eine Herzkranzgefäßerkrankung vorliegt, wird diese medikamentös behandelt. Manchmal kommen Medikamente zur Blutverdünnung oder zur Blutdrucksenkung zum Einsatz. In seltenen Fällen kann ein Herzschrittmacher notwendig sein, wenn der Schenkelblock zu einem sehr langsamen oder aussetzenden Herzschlag führt. Dies entscheidet der Kardiologe individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten notwendig, zum Beispiel wenn ein Herzklappenfehler oder eine Verengung der Herzkranzgefäße behandelt werden muss. Ein Schenkelblock selbst wird nicht operiert.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Schenkelblock können ein völlig normales Leben führen. Wichtig ist, die empfohlenen Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen wahrzunehmen und auf Warnsignale des Körpers zu achten.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Belastung für Sie geeignet ist.
- Ernähren Sie sich herzgesund: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, wenig gesättigte Fette und Salz.
- Verzichten Sie auf Rauchen und schränken Sie Alkohol ein.
- Lernen Sie, mit Stress umzugehen, z. B. durch Entspannungsübungen oder Hobbys.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind wichtig für die Herzgesundheit. Ihr Arzt kann Ihnen gemeinsam mit Ihnen einen auf Ihre Situation abgestimmten Bewegungsplan empfehlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose eines Schenkelblocks kann zunächst verunsichern. Viele Menschen haben Angst vor einer Herzerkrankung. Doch wenn der Schenkelblock harmlos ist, gibt es keinen Grund zur Sorge. Bei Ängsten oder Unsicherheiten hilft ein Gespräch mit dem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Ein Schenkelblock lässt sich nicht immer verhindern, da er auch altersbedingt auftreten kann. Allerdings können Sie durch einen herzgesunden Lebensstil das Risiko für Herzerkrankungen senken, die einen Schenkelblock begünstigen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Schenkelblock. Ein EKG im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung kann ihn jedoch zufällig feststellen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein harmloser Schenkelblock hat keine Komplikationen.
- Wenn jedoch eine zugrundeliegende Herzerkrankung unerkannt bleibt, können sich diese verschlechtern, z. B. zu Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche führen.
Langzeitprognose
Die Prognose bei einem Schenkelblock ist meist sehr gut. Viele Menschen haben keinerlei Einschränkungen. Wenn eine Herzerkrankung vorliegt, verbessert eine rechtzeitige Behandlung die Aussichten deutlich. Mit regelmäßigen Kontrollen können Sie Ihren Herzrhythmus im Griff behalten und aktiv zu Ihrer Herzgesundheit beitragen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
- Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.