Cardiomyopathy overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der das Herz nicht mehr richtig pumpt. Der Herzmuskel kann verdickt, vergrößert oder steif sein, was die Pumpfunktion beeinträchtigt.
Wichtige Fakten
- Kardiomyopathie kann zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen.
- Die Erkrankung kann in verschiedenen Formen auftreten, die unterschiedliche Behandlungen erfordern.
- Manche Formen sind vererbbar, andere entstehen durch Infektionen oder andere Erkrankungen.
Kardiomyopathie kommt nicht sehr häufig vor, ist aber eine der wichtigsten Ursachen für Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen.
Kardiomyopathie kann Menschen jeden Alters betreffen, auch Kinder und junge Erwachsene. Sie tritt bei Männern und Frauen auf, wobei bestimmte Formen bei Männern häufiger sind.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot
- Brustschmerz, der nicht nachlässt
- Bewusstlosigkeit oder Kollaps
- Schneller, unregelmäßiger Puls mit Schwindel
- ⚠Starke Schwellungen an Beinen oder Bauch
- ⚠Neu auftretende Ohnmachtsanfälle
- ⚠Anhaltende Müdigkeit mit Atemnot bei leichter Belastung
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Belastung oder im Liegen
- Müdigkeit und Schwächegefühl
- Schwellungen an Knöcheln, Füßen oder Beinen (Ödeme)
- Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Schwindel oder Ohnmachtsanfälle
Symptome bei Kindern
- Schnelle Ermüdung beim Spielen oder Sport
- Schwierigkeiten beim Trinken oder Atmen (bei Säuglingen)
- Blaufärbung von Lippen oder Haut bei Anstrengung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verschlechterung von bestehenden Herzschwäche-Symptomen
- Verwirrtheit oder Verlangsamung durch verminderte Sauerstoffversorgung
- Verstärkte Schwellungen und Atemnot
Ursachen
Hauptursachen
- Genetische Veränderungen (vererbt)
- Langjähriger Bluthochdruck (Hypertonie)
- Herzklappenerkrankungen
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach Virusinfektionen
- Bestimmte Stoffwechselstörungen oder Medikamente (selten)
Risikofaktoren
- Familiengeschichte von Kardiomyopathie oder plötzlichem Herztod
- Hoher Blutdruck und Diabetes
- Alkohol- oder Drogenmissbrauch
- Bestimmte Chemotherapien gegen Krebs
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher starker Atemnot oder Brustschmerz sofort 112 rufen.
- Bei Ohnmacht oder unregelmäßigem Herzschlag mit Schwindel sofort ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie anhaltende Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Schwellungen bemerken, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt.
- Wenn nahe Verwandte eine Kardiomyopathie haben, sollten Sie sich vorsorglich untersuchen lassen.
Diagnose
Der Arzt stellt die Verdachtsdiagnose aufgrund Ihrer Beschwerden und der körperlichen Untersuchung. Mit speziellen Tests wird die genaue Form und Schwere der Kardiomyopathie bestätigt.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG): Zeichnet die elektrischen Impulse des Herzens auf.
- Echokardiographie (Herzultraschall): Zeigt Herzmuskeldicke, Pumpfunktion und Klappen.
- Blutuntersuchungen: Kreatinkinase (CK) und BNP-Wert zur Beurteilung der Herzbelastung.
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens: Gibt sehr genaue Bilder des Herzmuskels.
- Gentest: Bei Verdacht auf vererbte Form, nach Beratung durch einen Arzt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose dauert meist ein bis zwei Tage. Sie werden von einem Kardiologen (Herzspezialisten) betreut. Die meisten Tests sind schmerzfrei und dauern etwa 30 bis 60 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Form und Schwere der Kardiomyopathie und besteht in der Regel aus einer Kombination von Medikamenten, Lebensstiländerungen und bei Bedarf Eingriffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach Anweisung ein.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht: Schnelle Zunahme kann auf Flüssigkeitsansammlungen hinweisen.
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol und rauchen Sie nicht.
- Ruhen Sie sich bei Bedarf aus, aber bleiben Sie so aktiv wie empfohlen.
Medizinische Behandlungen
Ärzte können Medikamente verschreiben, die das Herz entlasten, den Blutdruck senken oder den Herzrhythmus stabilisieren. Je nach Typ der Kardiomyopathie werden auch Medikamente eingesetzt, die die Bildung von Blutgerinnseln verhindern. Dazu zählen ACE-Hemmer, Betablocker oder entwässernde Mittel. Die genaue Auswahl trifft Ihr Kardiologe individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei manchen Patienten kann ein Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator (ICD) eingesetzt werden, um gefährliche Rhythmusstörungen zu verhindern. In sehr schweren Fällen ist eine Herztransplantation möglich – das betrifft aber nur wenige Betroffene.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Kardiomyopathie können Sie ein erfülltes Leben führen, wenn Sie die Behandlung konsequent verfolgen und Ihren Lebensstil anpassen. Regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen sind wichtig, um Veränderungen früh zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein.
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung ohne ärztliche Freigabe.
- Nehmen Sie an Herzsportgruppen teil (nach Rücksprache mit Ihrem Arzt).
- Halten Sie Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken aktuell (schriftliche Empfehlung von der Ständigen Impfkommission).
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, wenig Fett und viel Obst und Gemüse unterstützt Ihr Herz. Leichte Ausdauerbewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist meist erlaubt – besprechen Sie die Intensität mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann Ängste auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie Unterstützung bei einer psychologischen Beratungsstelle, wenn die Belastung zu groß wird.
Vorbeugung
Nicht alle Formen der Kardiomyopathie lassen sich verhindern, besonders die erblichen. Sie können aber Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes behandeln lassen und einen gesunden Lebensstil pflegen, um das Fortschreiten zu verlangsamen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen – diese Impfungen können schwere Infektionen verhindern, die das Herz zusätzlich belasten.
Früherkennungsprogramme
Wenn in Ihrer Familie eine erbliche Kardiomyopathie bekannt ist, kann Ihr Arzt eine regelmäßige Herzkontrolle (EKG, Ultraschall) empfehlen – auch ohne Beschwerden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Schwere Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod
- Blutgerinnsel im Herzen, die zu Schlaganfall führen können
- Herzklappenschäden
Langzeitprognose
Mit moderner Behandlung können viele Menschen mit Kardiomyopathie ein langes und aktives Leben führen. Die Prognose hängt von der Ursache und davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt wird. Regelmäßige ärztliche Betreuung verbessert die Lebensqualität deutlich.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung
Lokale Organisationen
- Lokale Herzsportgruppen · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.