Cellulitis of the leg
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cellulitis ist eine bakterielle Hautinfektion, die tiefere Hautschichten und das darunterliegende Gewebe betrifft. Sie verursacht Rötung, Schwellung und Schmerzen, oft am Bein. Die Erreger gelangen durch kleine Risse in der Haut, etwa bei einem Insektenstich oder einem Kratzer.
Wichtige Fakten
- Cellulitis ist nicht ansteckend für andere Menschen.
- Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist wichtig und meist erfolgreich.
- Wenn die Infektion nicht behandelt wird, kann sie sich ausbreiten und ernste Komplikationen verursachen, zum Beispiel eine Blutvergiftung (Sepsis).
Cellulitis des Beins ist eine relativ häufige Infektion. In Deutschland betrifft sie jedes Jahr etwa 1 bis 2 von 100 Menschen.
Cellulitis kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten sind jedoch Erwachsene über 50 sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Durchblutungsstörungen betroffen.
Symptome
- Die Rötung breitet sich innerhalb weniger Stunden rasend schnell aus (mehr als 10 Zentimeter pro Stunde).
- Sehr hohes Fieber über 39 °C mit Schüttelfrost.
- Starke Verwirrtheit, Benommenheit oder Atemnot.
- Blasen mit dunklem oder schwarzem Aussehen oder absterbende Haut (Nekrose).
- ⚠Fieber unter 39 °C mit allgemeinem Unwohlsein.
- ⚠Die Rötung wird größer, obwohl Sie schon eine Behandlung begonnen haben.
- ⚠Sehr starke Schmerzen, die auf einfache Schmerzmittel nicht ansprechen.
- ⚠Geschwollene Lymphknoten, die ebenfalls schmerzen.
Häufige Symptome
- Rötung der Haut, die sich oft schnell ausbreitet
- Schwellung und Spannungsgefühl im betroffenen Bein
- Schmerz oder starke Berührungsempfindlichkeit
- Wärmegefühl an der geröteten Stelle
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Geschwollene Lymphknoten in der Leiste
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Cellulitis am Bein auch mit Fieber und Schmerzen einhergehen, oft nach einem Insektenstich oder einer Schürfwunde.
- Manchmal zeigt sich eine Blase oder eine kleine Wunde in der Mitte der Rötung.
- Kleinkinder können weinerlich und teilnahmslos wirken.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann die Rötung weniger deutlich sein, die Schwellung jedoch stärker.
- Fieber kann ausbleiben oder sehr hoch steigen.
- Verwirrtheit oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustands können auf eine schwere Infektion hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, meist Streptokokken oder Staphylokokken, die durch kleine Hautverletzungen eindringen (z. B. Kratzer, Insektenstich, Fußpilz).
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Lymphödeme (geschwollene Beine wegen Flüssigkeitsansammlung).
- Hauterkrankungen wie chronischer Fußpilz oder offene Wunden, die die Hautbarriere stören.
Risikofaktoren
- Übergewicht oder starkes Rauchen, da dies die Durchblutung beeinträchtigt.
- Lymphödem oder Venenschwäche (z. B. Krampfadern).
- Diabetes mellitus, der die Infektionsabwehr schwächt.
- Ein geschwächtes Immunsystem durch Medikamente oder Erkrankungen wie HIV.
- Hautverletzungen, auch durch Hühneraugen oder eingewachsene Zehennägel.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Fieber über 39 °C haben.
- Wenn die Rötung innerhalb eines Tages größer wird oder stärker schmerzt.
- Wenn Sie geschwollene Lymphknoten in der Leiste bemerken.
- Wenn Sie an Diabetes oder einer Durchblutungsstörung leiden und eine Hautveränderung am Bein beobachten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei kleinflächiger Rötung ohne Fieber und ohne starke Schmerzen können Sie einen Termin innerhalb weniger Tage vereinbaren.
- Wenn Sie bereits wegen Cellulitis in Behandlung sind und die Rötung zurückgeht, ist eine Routinekontrolle beim Hausarzt ausreichend.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose in der Regel anhand der typischen Hautveränderung und Ihrer Beschwerden. Er fragt nach möglichen Verletzungen, bestehenden Erkrankungen und Ihrem Allgemeinzustand.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt sieht sich die Rötung an, misst ihre Größe und tastet die Lymphknoten in der Leiste ab.
- Blutuntersuchung: Sie zeigt Entzündungswerte wie das C-reaktive Protein (CRP) und die Anzahl der weißen Blutkörperchen.
- Gelegentlich nimmt der Arzt einen Abstrich von der Haut oder einer Blase, um den genauen Erreger zu bestimmen – besonders wenn die Infektion schwer oder wiederkehrend ist.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzarm. In manchen Fällen wird eine Ultraschalluntersuchung des Beins durchgeführt, um eine Thrombose auszuschließen. Die Behandlung kann meist noch am selben Tag beginnen.
Behandlung
Die Behandlung einer Cellulitis erfolgt in der Regel mit Antibiotika, die je nach Schweregrad als Tablette oder als Infusion im Krankenhaus gegeben werden. Zusätzlich sind Selbstmaßnahmen wichtig, um die Heilung zu unterstützen. Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Infektion und wird auf Sie persönlich abgestimmt.
Selbsthilfe zu Hause
- Lagern Sie das betroffene Bein hoch, um die Schwellung zu verringern.
- Kühlen Sie die gerötete Stelle vorsichtig mit einem feuchten Tuch oder Kühlpad (nicht direkt auf die Haut, sondern durch ein Tuch).
- Ruhen Sie sich aus und schonen Sie das Bein.
- Halten Sie die Haut sauber und trocken und vermeiden Sie weitere Verletzungen.
- Trinken Sie ausreichend, um Ihren Körper zu unterstützen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, die oral eingenommen (Tabletten) oder bei schweren Verläufen über eine Infusion verabreicht werden. Die Wahl des Mittels richtet sich nach dem vermutlichen Erreger, Ihrer Krankengeschichte und eventuellen Allergien. Meist dauert die Einnahme 7 bis 14 Tage. Bei wiederholter Cellulitis kann eine vorbeugende Antibiotikatherapie in Betracht gezogen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) bildet oder Hautgewebe abstirbt (Nekrose), ist ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig, um den Eiter abzulassen oder abgestorbenes Gewebe zu entfernen. Dies ist selten der Fall.
Leben mit der Erkrankung
Während der Behandlung sollten Sie das Bein schonen und viel ruhen. Die Rötung und Schwellung gehen in den ersten Tagen zurück, es kann aber einige Wochen dauern, bis die Haut wieder ganz normal aussieht.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf gute Hautpflege, besonders an den Füßen, um Rissen und Pilzinfektionen vorzubeugen.
- Tragen Sie bequeme Schuhe und Socken, die nicht einengen.
- Vermeiden Sie heiße Bäder oder Saunagänge, solange die Haut noch gereizt ist.
- Bewegen Sie sich langsam wieder, sobald die Schwellung nachlässt – etwa durch Spazierengehen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann Ihr Immunsystem stärken. Trinken Sie ausreichend Wasser. Bewegung wie Spazierengehen ist nach Abklingen der akuten Phase gut für die Durchblutung, aber vermeiden Sie Sport, bis die Infektion vollständig abgeheilt ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Cellulitis kann schmerzhaft sein und Sie vorübergehend in Ihrem Alltag einschränken. Das Gefühl von Hilflosigkeit oder Sorge vor einer Wiederholung ist normal. Es hilft, mit Ihrem Arzt oder nahestehenden Menschen darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Cellulitis lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko senken: Pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig mit Feuchtigkeitscreme, behandeln Sie Fußpilz frühzeitig und vermeiden Sie Kratzer oder Stiche durch Schutzkleidung im Freien.
Impfungen
Es gibt keine Impfung direkt gegen Cellulitis. Allerdings kann die Impfung gegen bestimmte Bakterien (Pneumokokken, Grippe) das Risiko von schweren Infektionen indirekt senken – sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening. Wenn Sie jedoch an wiederholten Cellulitis-Episoden leiden, kann ein Hautarzt (Dermatologe) Ihre Fußpilzsituation oder Hautbarriere regelmäßig überprüfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich über das Bein ausbreiten und auf das gesamte Unterschenkel oder den Oberschenkel übergreifen.
- Es kann sich ein Abszess (Eiteransammlung) bilden, der chirurgisch geöffnet werden muss.
- Bakterien können in die Blutbahn gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.
- Bei längerem Bestehen kann das Gewebe absterben (Nekrose), was eine Amputation erforderlich machen kann – dies ist sehr selten.
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung heilt Cellulitis in den allermeisten Fällen vollständig aus. Leichte Narben oder vorübergehende Hautverfärbungen können zurückbleiben. Bei guter Hautpflege und Vorsorge kann das Risiko eines erneuten Auftretens gesenkt werden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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