Chickenpox in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Windpocken (auch Varizellen genannt) sind eine hochansteckende Virusinfektion, die bei Erwachsenen oft schwerer verläuft als bei Kindern. Die Erkrankung verursacht einen juckenden Hautausschlag mit kleinen Bläschen und kann zu Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl führen.
Wichtige Fakten
- Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht.
- Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder direkten Kontakt mit dem Bläscheninhalt.
- Bei Erwachsenen besteht ein höheres Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung.
In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 750.000 Menschen an Windpocken, vor allem Kinder. Bei Erwachsenen ist die Erkrankung seltener, aber schwerwiegender.
Erwachsene, die noch nie Windpocken hatten und nicht geimpft sind, können sich jederzeit anstecken. Besonders gefährdet sind Schwangere, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Raucher.
Symptome
- Atemnot oder starke Atembeschwerden
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
- Krampfanfälle
- Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit (Zeichen einer Hirnhautentzündung)
- ⚠Fieber über 39°C, das nicht sinkt
- ⚠Eitrige oder stark schmerzende Bläschen (mögliche bakterielle Infektion)
- ⚠Starker Husten oder Brustschmerzen
- ⚠Blut im Urin oder schwere Durchfälle
- ⚠Sehstörungen
Häufige Symptome
- Fieber (meist über 38°C)
- Allgemeines Unwohlsein und Müdigkeit
- Juckender Hautausschlag mit roten Flecken, die sich zu Bläschen und später zu Krusten entwickeln
- Kopf- und Gliederschmerzen
Symptome bei Kindern
- Meist milder Verlauf mit weniger Bläschen
- Kaum Fieber oder nur leicht erhöhte Temperatur
- Schnellere Abheilung der Bläschen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkeres Fieber und ausgeprägteres Krankheitsgefühl
- Größere Anzahl von Bläschen, die länger bestehen bleiben
- Höheres Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung oder bakterielle Hautinfektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV), einem Herpesvirus.
- Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit den Bläschen (z. B. beim Kratzen) oder durch Tröpfchen in der Luft (Husten, Niesen).
- Ein Erwachsener, der noch nie Windpocken hatte und nicht geimpft ist, kann sich leicht anstecken, wenn er Kontakt zu einem Erkrankten hat.
Risikofaktoren
- Niemals Windpocken gehabt zu haben
- Keine Impfung erhalten zu haben
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente, HIV oder Krebserkrankungen)
- Schwangerschaft
- Rauchen (erhöht Risiko für Lungenentzündung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Atemnot, Verwirrtheit oder andere Notfallsymptome auftreten.
- Wenn das Fieber über 39°C steigt oder länger als 3 Tage anhält.
- Wenn die Bläschen sich eitrig entzünden oder stark schmerzen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei erstem Verdacht auf Windpocken, um die Diagnose zu bestätigen.
- Wenn Sie schwanger sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben.
- Zur Besprechung einer möglichen antiviralen Behandlung (je nach Schweregrad).
Diagnose
In der Regel stellt der Arzt die Diagnose anhand des typischen Hautausschlags und der Krankengeschichte. Meist sind keine speziellen Tests nötig.
Mögliche Untersuchungen
- In unklaren Fällen kann ein Abstrich aus den Bläschen im Labor untersucht werden (PCR-Test).
- Ein Bluttest auf Antikörper kann zeigen, ob Sie bereits eine Infektion durchgemacht haben.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird die Bläschen begutachten, Fieber messen und nach Ihren Symptomen fragen. Bei Komplikationen können weitere Untersuchungen wie ein Röntgen der Lunge oder eine Blutuntersuchung nötig sein.
Behandlung
Die Behandlung von Windpocken bei Erwachsenen zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu verhindern. In schweren Fällen kann eine antivirale Therapie in Betracht gezogen werden. Die Behandlung erfolgt gemäß den aktuellen medizinischen Leitlinien.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Ruhe und ausreichend Flüssigkeit trinken (Wasser, ungesüßte Tees).
- Kühlende Umschläge oder Haferflockenbäder gegen den Juckreiz verwenden.
- Lockere, weiche Kleidung tragen, um die Haut nicht zu reizen.
- Nägel kurz halten und nicht kratzen, um Infektionen zu vermeiden.
- Fieber senken mit Wadenwickeln oder fiebersenkenden Mitteln nach Rücksprache mit dem Arzt.
Medizinische Behandlungen
Bei schweren Verläufen, insbesondere bei Erwachsenen mit Risikofaktoren, können antivirale Medikamente eingesetzt werden, die die Vermehrung des Virus hemmen. Diese werden meist als Tabletten oder Infusion verabreicht und sind am wirksamsten, wenn sie frühzeitig (innerhalb der ersten 24–48 Stunden nach Auftreten des Ausschlags) begonnen werden. In Krankenhäusern können bei Komplikationen zusätzliche Behandlungen wie Sauerstoffgabe oder Antibiotika bei bakteriellen Infektionen notwendig werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
In der Regel ist keine Operation erforderlich. Nur bei seltenen bakteriellen Komplikationen (z. B. Abszessen) kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Während der Krankheitsphase (etwa 5–10 Tage) sollten Sie zu Hause bleiben und Kontakt zu anderen vermeiden, bis alle Bläschen verkrustet sind. Achten Sie auf Hygiene, waschen Sie regelmäßig Ihre Hände und reinigen Sie Gegenstände wie Handtücher und Bettwäsche separat.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf und Ruhe, um das Immunsystem zu unterstützen.
- Stress vermeiden, da er den Heilungsprozess verzögern kann.
- Auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten, da dies die Genesung erschwert.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die Abwehrkräfte stärken. Leichte Bewegung (z. B. Spaziergänge) ist nach Abklingen des Fiebers erlaubt, sollte aber nicht anstrengend sein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Windpocken können durch Juckreiz, Fieber und die erzwungene Isolation belastend sein. Es ist normal, sich gereizt oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson, wenn die Belastung zu groß wird.
Vorbeugung
Ja, Windpocken können durch eine Impfung wirksam verhindert werden. Die Impfung wird für alle Kinder empfohlen, und auch Erwachsene, die nie Windpocken hatten oder nicht geimpft sind, können sich impfen lassen.
Impfungen
Die Impfung gegen Windpocken (Varizellen-Impfstoff) ist in Deutschland für alle Kinder ab dem vollendeten 11. Lebensmonat empfohlen. Erwachsene ohne Immunität können die Impfung nach Rücksprache mit ihrem Arzt erhalten. Die Impfung schützt zuverlässig vor schweren Verläufen.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf Windpocken-Antikörper wird für bestimmte Personengruppen empfohlen, z. B. für Schwangere oder Menschen mit Immunschwäche, vor der Impfung oder bei unklarem Impfstatus.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (Varizellenpneumonie) – besonders bei Rauchern und Schwangeren.
- Hirnhautentzündung (Enzephalitis) – selten, aber schwerwiegend.
- Bakterielle Hautinfektionen durch Kratzen (z. B. Impetigo, Abszesse).
- Leberentzündung (Hepatitis) – selten.
- Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) mit Blutungsneigung.
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung und guter Selbstpflege erholen sich die meisten Erwachsenen vollständig. Schwere Komplikationen sind selten, wenn Risikofaktoren erkannt und behandelt werden. Eine Impfung kann zukünftige Erkrankungen verhindern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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