Chronic kidney disease stages overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Chronische Nierenerkrankung (CKD) bedeutet, dass Ihre Nieren über Monate oder Jahre hinweg allmählich ihre Funktion verlieren. Die Nieren sind zwei bohnenförmige Organe, die Ihr Blut filtern, Abfallstoffe entfernen und den Flüssigkeitshaushalt regulieren. Die Erkrankung wird in fünf Stadien eingeteilt, basierend auf der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) – ein Maß dafür, wie gut Ihre Nieren arbeiten. Je höher das Stadium, desto geringer ist die Nierenfunktion.
Wichtige Fakten
- Im Frühstadium verursacht CKD oft keine Beschwerden – viele Menschen wissen lange nichts davon.
- CKD ist weit verbreitet, besonders bei Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck.
- Früherkennung und richtige Behandlung können das Fortschreiten verlangsamen und Komplikationen verhindern.
Ja, chronische Nierenerkrankung ist häufig. Etwa jeder zehnte Erwachsene weltweit ist davon betroffen. In Deutschland haben Schätzungen zufolge rund 10% der Erwachsenen eine eingeschränkte Nierenfunktion.
CKD kann jeden treffen, tritt aber häufiger bei Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einer familiären Vorbelastung auf. Auch ältere Menschen sind häufiger betroffen, da die Nierenfunktion mit dem Alter natürlicherweise nachlässt.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen
- Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Sehr hoher Blutdruck (über 180/120 mmHg)
- Krampfanfälle
- ⚠Schwere, zunehmende Schwellungen an Beinen oder im Gesicht
- ⚠Mehr als 24 Stunden keine Urinausscheidung
- ⚠Erbrechen oder Durchfall, das zu Flüssigkeitsmangel führt
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Schwellungen an Füßen, Knöcheln oder Beinen (Ödeme)
- Veränderungen beim Wasserlassen (z.B. häufiger oder seltener, schaumiger oder dunkler Urin)
- Juckreiz der Haut
- Übelkeit oder Appetitlosigkeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
Symptome bei Kindern
- Wachstumsverzögerung oder schlechte Gewichtszunahme
- Anhaltende Müdigkeit und Blässe
- Häufiges Erbrechen oder Appetitlosigkeit
- Vermehrter Durst oder häufiges Wasserlassen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit
- Verschlechterung bestehender chronischer Erkrankungen
- Stürze aufgrund von Muskelschwäche oder Schwindel
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bluthochdruck
- Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenfilter)
- Polyzystische Nierenerkrankung (erbliche Zystennieren)
- Längere Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Schmerzmittel, aber nicht alle)
Risikofaktoren
- Familienangehörige mit Nierenerkrankung
- Übergewicht oder Adipositas
- Rauchen
- Alter über 65 Jahre
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Symptomen wie Atemnot, Verwirrtheit oder Schwellungen (siehe Notfall).
- Wenn Sie länger als 12 Stunden keinen Urin lassen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zu den Risikogruppen gehören (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht) – lassen Sie regelmäßig Ihre Nierenfunktion kontrollieren.
- Wenn Sie über Wochen anhaltende Müdigkeit, Juckreiz oder Veränderungen beim Wasserlassen bemerken.
- Wenn Sie Medikamente einnehmen, die die Nieren belasten können – besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Diagnose
Eine chronische Nierenerkrankung wird durch einfache Blut- und Urintests festgestellt. Der Arzt bestimmt die geschätzte Filtrationsrate (eGFR) aus Ihrem Blut, die die Nierenfunktion in Prozent angibt. Zudem wird Ihr Urin auf Eiweiß untersucht (Albuminurie), was auf eine Nierenschädigung hinweist.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Kreatinin und Berechnung der eGFR
- Urintest auf Eiweiß (Albumin-Kreatinin-Quotient)
- Ultraschall der Nieren (zeigt Größe, Form und mögliche Zysten)
- Gelegentlich: Nierenbiopsie (Gewebeprobe) bei unklarer Ursache
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und meist ambulant durchführbar. Die Ergebnisse helfen, das Stadium Ihrer Nierenerkrankung zu bestimmen (Stadium 1 bis 5). Ihr Arzt wird die Werte mit Ihnen besprechen und einen Behandlungsplan erstellen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten der Nierenerkrankung zu verlangsamen, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten. Der Ansatz hängt vom Stadium ab: In frühen Stadien stehen Lebensstiländerungen und Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker im Vordergrund. In späteren Stadien können spezielle Medikamente oder Verfahren wie Dialyse (künstliche Blutwäsche) oder Nierentransplantation notwendig werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck regelmäßig – das ist das Wichtigste.
- Ernähren Sie sich salzarm (weniger als 5 g Salz pro Tag).
- Verzichten Sie auf Rauchen und schränken Sie Alkohol ein.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z.B. 30 Minuten Spaziergang pro Tag.
- Vermeiden Sie entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac ohne ärztliche Rücksprache.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Medikamente verschreiben, die den Blutdruck senken, die Eiweißausscheidung im Urin reduzieren und den Blutzucker bei Diabetes kontrollieren. Dazu gehören ACE-Hemmer oder Sartane (ohne Nennung von Handelsnamen). Bei Blutarmut (Anämie) können Eisenpräparate oder andere Substanzen zur Anregung der Blutbildung eingesetzt werden. Auch entwässernde Medikamente (Diuretika) können bei Schwellungen helfen. Diese Therapien sind immer individuell anzupassen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei terminalem Nierenversagen (Stadium 5) ist eine Nierentransplantation die beste Option. Während der Wartezeit auf ein Spenderorgan ist meist eine Dialyse (Bauchfelldialyse oder Hämodialyse) erforderlich. Über die Vor- und Nachteile sollten Sie frühzeitig mit Ihrem Nierenspezialisten (Nephrologen) sprechen.
Leben mit der Erkrankung
Menschen mit chronischer Nierenerkrankung können ein weitgehend normales Leben führen, wenn sie regelmäßig ihren Arzt aufsuchen, Medikamente wie verordnet einnehmen und auf ihren Lebensstil achten. Viele stellen ihren Tagesablauf auf die Dialysezeiten ein, was anfangs herausfordernd sein kann, aber mit der Zeit zur Routine wird.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr – in manchen Stadien kann es notwendig sein, die Trinkmenge einzuschränken. Fragen Sie Ihren Arzt.
- Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Obst und Gemüse, aber begrenzen Sie Lebensmittel mit viel Kalium (z.B. Bananen, Kartoffeln) und Phosphat (z.B. Cola, Nüsse), wenn Ihr Arzt dies empfiehlt.
- Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause.
- Nehmen Sie nur Medikamente ein, die Ihr Arzt für unbedenklich erklärt hat – auch rezeptfreie.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung sind bei jeder Nierenerkrankung wichtig. Viele Patienten profitieren von einer Beratung durch eine Ernährungsfachkraft. Moderate Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen hilft, Blutdruck und Blutzucker zu kontrollieren. Vermeiden Sie jedoch sehr intensive Belastung ohne ärztliche Absprache.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Erkrankung kann belasten. Viele Menschen fühlen sich zeitweise ängstlich, traurig oder überfordert. Das ist normal. Wichtig ist, diese Gefühle ernst zu nehmen und mit vertrauten Personen zu teilen. Bei anhaltenden psychischen Belastungen ist professionelle Hilfe ratsam – sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an.
Vorbeugung
Eine chronische Nierenerkrankung lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen: Blutdruck und Blutzucker im Normbereich halten, nicht rauchen, Übergewicht vermeiden und ausreichend trinken. Bei Risikofaktoren wie Diabetes ist eine gute Einstellung der Erkrankung entscheidend.
Impfungen
Menschen mit Nierenerkrankung wird empfohlen, sich gegen Grippe (Influenza), Pneumokokken und Hepatitis B impfen zu lassen. Diese Impfungen schützen vor Infektionen, die bei eingeschränkter Nierenfunktion schwerer verlaufen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den aktuellen Impfschutz.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen in der Familie), sollten Sie einmal jährlich Ihre Nierenfunktion mittels Blut- und Urintest überprüfen lassen. Das ist Teil der Vorsorge beim Hausarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Nierenschädigung bis zum Nierenversagen (Stadium 5 – terminale Niereninsuffizienz)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall
- Blutarmut (Anämie) mit Müdigkeit und Schwäche
- Knochenstoffwechselstörungen und Knochenschwund
- Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) bis zur Lungenstauung
Langzeitprognose
Die Prognose bei chronischer Nierenerkrankung ist heute viel besser als noch vor Jahrzehnten. Mit einer frühen Diagnose, konsequenter Behandlung und einem gesunden Lebensstil lässt sich das Fortschreiten oft deutlich verlangsamen. Viele Menschen erreichen ein hohes Lebensalter, ohne auf Dialyse angewiesen zu sein. Sollte doch eine Nierenersatztherapie nötig werden, ermöglichen Dialyse und Transplantation ein aktives Leben. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam beraten – es gibt viele Wege, gut mit der Erkrankung zu leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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