Chronic subdural haematoma awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein chronisches subdurales Hämatom ist eine Ansammlung von Blut zwischen der harten Hirnhaut (Dura mater) und der weichen Hirnhaut (Arachnoidea) im Gehirn. Es entsteht meist langsam nach einer meist leichten Kopfverletzung, die oft Wochen oder Monate zurückliegt. Das Blut drückt auf das Gehirn und kann Symptome verursachen. Ein Hämatom ist ein Bluterguss.
Wichtige Fakten
- Ein chronisches subdurales Hämatom tritt meist bei älteren Menschen auf, seltener bei jüngeren.
- Es entsteht oft nach einer leichten Kopfverletzung, die nicht immer bemerkt wird.
- Die Behandlung kann sowohl konservativ (Beobachtung) als auch operativ (Ableitung des Bluts) sein.
Bei älteren Menschen ist es relativ häufig. Bei Personen über 65 Jahren steigt die Häufigkeit deutlich an. Insgesamt betrifft es etwa 5 bis 10 von 100.000 Menschen pro Jahr.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen über 60 Jahre, aber auch jüngere Erwachsene nach Kopfverletzungen, Menschen mit Blutverdünnern (z. B. Gerinnungshemmer), Alkoholabhängige oder Menschen mit Störungen der Blutgerinnung. Auch Säuglinge können betroffen sein, aber das ist selten.
Symptome
- Plötzliche starke Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit
- Krampfanfall
- Auf einer Körperseite plötzlich keine Bewegung mehr möglich
- Notsituation mit Atemstillstand oder Herz-Kreislauf-Stillstand
- ⚠Zunehmende Verwirrtheit innerhalb weniger Stunden
- ⚠Starke Kopfschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Neue Schwäche in einem Arm oder Bein
- ⚠Sprachstörungen, die plötzlich auftreten
Häufige Symptome
- Kopfschmerzen, die langsam zunehmen
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Verwirrtheit oder Gedächtnisprobleme
- Schwäche oder Lähmungen auf einer Körperseite
- Sprachstörungen oder undeutliche Aussprache
- Müdigkeit, Antriebslosigkeit
Symptome bei Kindern
- Reizbarkeit und Weinen
- Erbrechen
- Anstieg des Kopfumfangs bei Säuglingen
- Trinkschwäche oder verminderte Aktivität
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit, Desorientiertheit, die oft für Demenz gehalten wird
- Verschlechterung des Gangs und Stürze
- Veränderungen der Persönlichkeit oder Teilnahmslosigkeit
- Eintrübung des Bewusstseins bis zur Bewusstlosigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Leichte Kopfverletzung, zum Beispiel durch einen Sturz, oft Wochen oder Monate vor den Symptomen
- Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulantien) – die genaue Ursache ist die verlangsamte Gerinnung
- Alkoholabhängigkeit mit erhöhter Sturzgefahr und gestörter Gerinnung
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Einnahme von Blutverdünnern (wie Marcumar oder neue orale Antikoagulantien – bitte Fragen Sie Ihren Arzt nach Namen)
- Stürze oder Schläge auf den Kopf (auch wenn sie harmlos erscheinen)
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Epilepsie oder andere Erkrankungen mit Sturzrisiko
- Schädel-Hirn-Operationen in der Vorgeschichte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen neurologischen Symptomen wie Lähmung, Sprachstörung oder Bewusstseinsveränderung sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn Sie nach einem Sturz (auch Wochen später) Kopfschmerzen und Verwirrtheit entwickeln, noch am gleichen Tag zum Arzt oder ins Krankenhaus.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie leichte Kopfschmerzen und Gedächtnisprobleme bemerken, die länger als eine Woche anhalten, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine bildgebende Untersuchung des Gehirns gestellt. Der Arzt wird zuerst Ihre Krankengeschichte erfragen und eine neurologische Untersuchung durchführen.
Mögliche Untersuchungen
- CT (Computertomographie) des Kopfes – das ist die schnellste und häufigste Methode
- MRT (Magnetresonanztomographie) – zeigt das Hämatom detailliert
- Blutuntersuchung, um Gerinnungsstörungen zu erkennen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nur wenige Minuten. Sie werden dabei im Liegen oder Sitzen in einem Gerät platziert. Beim CT liegen Sie still, beim MRT hören Sie laute Geräusche. Der Arzt bespricht die Ergebnisse zeitnah mit Ihnen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Größe des Hämatoms, Ihren Symptomen und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Kleine Hämatome können sich von selbst zurückbilden. Größere Hämatome müssen oft operativ entleert werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei kleinen, symptomarmen Hämatomen: körperliche Schonung, Vermeidung von Stürzen
- Achten Sie auf eine gute Flüssigkeitszufuhr (Wasser, ungesüßte Tees) – aber nach ärztlicher Absprache
- Beobachten Sie Ihre Symptome genau und dokumentieren Sie Veränderungen
- Nehmen Sie Blutverdünner nur nach ärztlicher Anweisung ein – brechen Sie sie niemals eigenmächtig ab
Medizinische Behandlungen
Medikamente werden in der Regel nicht direkt zur Behandlung des Hämatoms eingesetzt. Der Arzt kann jedoch blutverdünnende Medikamente anpassen oder absetzen, um die Blutungsneigung zu verringern. Bei sehr kleinen Hämatomen kann abwartendes Beobachten ausreichen. Die Behandlung folgt den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei mittelgroßen bis großen Hämatomen mit deutlichen Symptomen wird eine Operation empfohlen. Dabei wird meist ein kleines Loch in den Schädel gebohrt (Trepanation) und das Blut abgesaugt oder über eine Drainage abgeleitet. Dies erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Die Operation ist oft erfolgreich und die Symptome bessern sich rasch.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie ein chronisches subdurales Hämatom haben, sollten Sie Ihren Alltag anpassen. Vermeiden Sie Aktivitäten, die zu Stürzen oder Stößen am Kopf führen könnten. Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein und gönnen Sie sich Zeit zur Erholung.
Tipps für den Alltag
- Sturzprophylaxe: rutschfeste Matten, gut beleuchtete Räume, Handläufe an Treppen
- Kein Alkohol oder nur in Maßen nach Absprache mit Ihrem Arzt
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Hausarzt oder Neurologen
- Geduld mit sich selbst – die Genesung kann Wochen dauern
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Heilung. Leichte Bewegung, wie Spazierengehen, fördert die Durchblutung. Vermeiden Sie jedoch Sport mit hohem Sturzrisiko. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Übungen für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein chronisches subdurales Hämatom kann Ängste auslösen, vor allem wegen der möglichen Folgen. Gedächtnisprobleme oder Verwirrtheit sind belastend. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder Freunden. Bei anhaltenden Ängsten oder Niedergeschlagenheit kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko eines chronischen subduralen Hämatoms senken, indem Sie Stürze vermeiden. Dazu gehören: sichere Wohnung, gute Beleuchtung, geeignetes Schuhwerk, regelmäßige Seh- und Hörtests. Wenn Sie Blutverdünner nehmen, lassen Sie die Gerinnung regelmäßig überprüfen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening. Bei Risikopersonen (z. B. ältere Menschen nach Stürzen) kann eine gezielte Untersuchung sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunahme der Hirndrucksymptome, die zu bleibenden Hirnschäden führen können
- Bewusstseinseintrübung bis zum Koma
- Dauerhafte neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Sprachstörungen
- Erhöhtes Risiko für Krampfanfälle
Langzeitprognose
Die Prognose ist in der Regel gut, besonders wenn das Hämatom frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die meisten Menschen erholen sich vollständig oder nahezu vollständig. Die Operation ist meist sicher und die Symptome bessern sich oft schnell. Auch ohne Operation können kleine Hämatome von allein abheilen. Mit regelmäßiger ärztlicher Kontrolle und einer guten Begleitung können Sie Ihren Alltag bald wieder normal gestalten.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- World Health Organization (WHO) – Hirngesundheit
Lokale Organisationen
- Selbsthilfegruppen vor Ort – erfragen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Hausarzt · Deutschland
- Deutsche Hirnstiftung e.V. · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.