Chronic venous insufficiency
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer chronischen venösen Insuffizienz (CVI) sind die Venen in den Beinen geschwächt. Das Blut fließt nicht mehr richtig zum Herzen zurück und staut sich in den Beinen. Dadurch können Schwellungen, Schmerzen und Hautveränderungen entstehen.
Wichtige Fakten
- Die CVI ist eine häufige Erkrankung der Beinvenen.
- Sie entwickelt sich oft über Jahre hinweg.
- Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden meist gut lindern.
Ja, sie ist sehr häufig. In Deutschland sind etwa 10 bis 20 von 100 Erwachsenen betroffen.
Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf, aber auch jüngere Erwachsene können betroffen sein. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Symptome
- Wenn ein Bein plötzlich stark anschwillt, heiß wird und schmerzt – das kann auf eine tiefe Venenthrombose hinweisen. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei plötzlicher Atemnot oder Brustschmerz – das könnte auf eine Lungenembolie hindeuten. Wählen Sie sofort 112.
- ⚠Wenn sich eine Wunde (Geschwür) am Bein infiziert, eitert oder sich Rötung ausbreitet.
- ⚠Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen in einem Bein, die nicht nachlassen.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis oder eine Notaufnahme auf.
Häufige Symptome
- Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen
- Geschwollene Knöchel und Unterschenkel (besonders abends)
- Sichtbare Krampfadern
- Braune oder rötliche Hautverfärbungen an den Unterschenkeln
- Juckreiz und trockene Haut an den Beinen
- Nächtliche Wadenkrämpfe
- Schmerzen in den Beinen nach langem Stehen oder Sitzen
Symptome bei Kindern
- Kinder sind nur sehr selten betroffen.
- Falls doch, zeigen sich meist geschwollene Beine und sichtbare Venen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome oft ausgeprägter: stärkere Schwellungen, offene Wunden (Geschwüre) an den Unterschenkeln, und die Haut wird dünner und verfärbt sich stärker.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Venenklappen, die normalerweise den Rückfluss des Blutes verhindern, werden schwach oder funktionieren nicht mehr richtig.
- Dadurch fließt Blut zurück in die Beinvenen und staut sich.
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Langes Stehen oder Sitzen (z. B. im Beruf)
- Wenig Bewegung
- Schwangerschaft
- Rauchen
- Vererbung (familiäre Vorbelastung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Schwellung eines Beins, die mit Schmerzen oder Wärmegefühl einhergeht.
- Atemnot oder Brustschmerz – das könnte auf eine Lungenembolie hindeuten.
- Plötzliche starke Schmerzen in einem Bein, die nicht nachlassen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig schwere, geschwollene Beine haben oder Krampfadern sehen.
- Bei Hautveränderungen an den Unterschenkeln (z. B. braune Flecken, offene Wunden).
- Wenn die Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt untersucht Ihre Beine und fragt nach Ihren Beschwerden. Meist reicht das schon aus, um eine CVI zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie): Sie zeigt, wie das Blut in den Venen fließt und ob die Klappen dicht sind.
- Manchmal wird auch eine Venendruckmessung durchgeführt, um den Druck in den Venen zu messen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie liegen dabei auf einer Liege, während der Arzt mit einem Ultraschallkopf über Ihre Beine fährt.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und Komplikationen wie Geschwüre zu verhindern. Sie besteht aus Maßnahmen, die Sie selbst umsetzen können, und ärztlichen Behandlungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen kräftigt die Wadenmuskulatur und fördert den Blutrückfluss.
- Beine hochlegen, wann immer es geht – idealerweise über Herzhöhe.
- Kompressionsstrümpfe tragen (vom Arzt verordnet) – sie drücken die Venen zusammen und verbessern den Blutfluss.
- Übergewicht abbauen, langes Stehen oder Sitzen vermeiden.
- Nicht rauchen – Rauchen schädigt die Venen.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Verfahren, um erkrankte Venen zu behandeln. Dazu gehören Verödung (Sklerotherapie) und minimalinvasive Eingriffe wie Lasertherapie oder Radiofrequenzablation. In manchen Fällen ist eine Operation nötig, um die betroffenen Venen zu entfernen. Welche Behandlung am besten ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt je nach Schweregrad.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn die Venen stark erweitert sind, die Beschwerden trotz Kompressionstherapie nicht nachlassen oder sich Geschwüre nicht schließen.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag können Sie viel tun: Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe regelmäßig, bewegen Sie sich viel und legen Sie immer wieder die Beine hoch. Das verbessert den Blutrückfluss und beugt Komplikationen vor.
Tipps für den Alltag
- Bewegung einbauen – z. B. Treppe statt Aufzug, kurze Spaziergänge.
- Gewicht normalisieren – schon wenige Kilos weniger entlasten die Venen.
- Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Durchblutung.
- Auf ausreichend Trinken achten – das hält das Blut flüssig.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen hilft, Verstopfung zu vermeiden – Pressen belastet die Venen. Regelmäßige Bewegung wie Gehen, Radfahren oder Gymnastik kräftigt die Wadenmuskelpumpe. Auch Wassergymnastik kann wohltuend sein.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Venenschwäche kann belastend sein, besonders wenn Wunden oder Schmerzen den Alltag einschränken. Es ist wichtig, sich auch um die seelische Gesundheit zu kümmern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen.
Vorbeugung
Nicht vollständig, aber Sie können das Risiko senken: viel bewegen, Normalgewicht halten, Beine hochlegen, nicht rauchen.
Impfungen
Eine Impfung gegen CVI gibt es nicht.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für CVI. Wenn Sie Symptome bemerken, suchen Sie rechtzeitig eine Ärztin oder einen Arzt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Offene Beine (Ulcus cruris): schlecht heilende Wunden an den Unterschenkeln.
- Hautentzündungen (Cellulitis).
- Blutgerinnsel in oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis).
- Tiefe Venenthrombose, die eine Lungenembolie auslösen kann.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und eigenem Engagement können die Beschwerden oft gut gelindert werden. Auch wenn die Venenschwäche nicht heilbar ist, lassen sich Komplikationen meist verhindern. Ein aktiver Lebensstil und die regelmäßige Anwendung von Kompressionsstrümpfen helfen, die Lebensqualität zu erhalten.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.