Cubital tunnel syndrome
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Kubitaltunnelsyndrom ist eine Druckschädigung des Ellennervs (Nervus ulnaris) am Ellenbogen. Der Nerv läuft durch einen engen Kanal, den Kubitaltunnel. Wenn er dort eingeengt oder gereizt wird, kann das zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Schmerzen im kleinen und Ringfinger führen.
Wichtige Fakten
- Der Ellennerv versorgt den kleinen Finger, den Ringfinger und Teile der Handmuskulatur.
- Häufig tritt das Syndrom auf, wenn der Ellenbogen lange gebeugt ist oder man sich häufig auf den Ellenbogen stützt.
- Mit einfachen Maßnahmen wie Ellenbogenschonung und Nacht-Schienen lässt es sich oft gut behandeln.
Ja, es ist eine häufige Ursache für Taubheitsgefühle in den Fingern. Besonders bei Menschen, die oft mit gebeugtem Ellenbogen arbeiten oder schlafen.
Es kann jeden treffen, tritt aber häufiger bei Menschen auf, die wiederholt den Ellenbogen beugen oder Druck auf den inneren Ellenbogen ausüben – zum Beispiel beim Telefonieren, beim Arbeiten am Computer oder bei bestimmten Sportarten.
Symptome
- Plötzlicher Gefühlsverlust oder Lähmung des gesamten Arms ohne erkennbare Ursache
- Sehr starke Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz auf den Ellenbogen
- ⚠Wenn die Beschwerden plötzlich und heftig auftreten und Sie den Arm kaum noch bewegen können
- ⚠Wenn Sie zusätzlich Schwellungen oder Blutergüsse am Ellenbogen bemerken
Häufige Symptome
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl im kleinen Finger und in der Hälfte des Ringfingers
- Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens
- Schwäche in der Hand, zum Beispiel beim Greifen oder beim Abspreizen der Finger
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen oft über ein unangenehmes ‚Einschlafen‘ der Finger beim Spielen oder nach dem Schlafen mit angewinkelten Armen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene bemerken häufiger eine zunehmende Schwäche der Handmuskulatur und haben Schwierigkeiten, kleine Gegenstände zu halten
Ursachen
Hauptursachen
- Dauerhaftes Beugen des Ellenbogens über längere Zeit
- Häufiges Aufstützen des Ellenbogens auf harten Oberflächen
- Wiederholte Bewegungen, die den Ellennerv reizen
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Arthrose (Gelenkverschleiß) im Ellenbogen
- Übergewicht
- Berufe oder Hobbys mit vielen Beugebewegungen im Ellenbogen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Finger oder die Hand dauerhaft taub sind oder Sie die Finger nicht mehr richtig bewegen können
- Wenn die Beschwerden nachts aufwachen und Sie wecken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Kribbeln oder Taubheitsgefühl länger als ein paar Tage anhalten
- Wenn Sie bemerken, dass Ihre Hand schwächer wird
Diagnose
Die Diagnose wird meist durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt oder die Ärztin prüft Kraft und Gefühl in der Hand und testet, ob bestimmte Bewegungen die Beschwerden auslösen.
Mögliche Untersuchungen
- Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (Elektroneurographie): Misst, wie schnell der Ellennerv Signale weiterleitet
- Ultraschall des Nervs: Zeigt mögliche Engstellen oder Veränderungen
- Röntgen oder MRT des Ellenbogens: Zum Ausschluss anderer Ursachen wie Knochenveränderungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern etwa 30-60 Minuten. Sie werden ambulant in einer Praxis oder Klinik durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden. Oft reichen schon einfache Maßnahmen aus, um den Nerv zu entlasten.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie es, den Ellenbogen lange zu beugen, besonders beim Schlafen oder Telefonieren
- Stützen Sie sich nicht auf den Ellenbogen, wenn Sie lesen oder am Schreibtisch sitzen
- Eine weiche Unterlage oder ein Ellenbogenschoner können helfen
- Führen Sie sanfte Dehnübungen für den Arm durch (lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten zeigen)
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen) empfehlen, um Schwellungen zu reduzieren. Eine Nacht-Schiene, die den Ellenbogen in leichter Streckung hält, wird oft verschrieben. Auch physikalische Therapie oder Ergotherapie können helfen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn nach Wochen konservativer Behandlung keine Besserung eintritt oder die Handmuskulatur bereits geschwächt ist, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei wird der Ellennerv entlastet.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie im Alltag auf eine entspannte Armhaltung. Vermeiden Sie es, den Ellenbogen über längere Zeit zu beugen. Nutzen Sie bei der Arbeit eine ergonomische Tastatur und Maus.
Tipps für den Alltag
- Pausen einlegen und den Arm regelmäßig strecken
- Nicht auf dem Arm schlafen
- Sportarten mit viel Ellenbogenbeugung (z.B. Gewichtheben) anpassen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen kann die Nervengesundheit unterstützen. Sanfte Bewegungen wie Schwimmen oder Radfahren belasten den Ellenbogen weniger.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen oder Taubheitsgefühle können belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie sich deswegen ängstlich oder niedergeschlagen fühlen.
Vorbeugung
Ja, teilweise. Achten Sie auf eine gute Haltung, vermeiden Sie dauerhaften Druck auf den Ellenbogen und machen Sie regelmäßige Pausen bei wiederholten Bewegungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Taubheit oder Kribbeln in den Fingern
- Muskelschwund (Atrophie) der kleinen Handmuskeln
- Eingeschränkte Greifkraft und Koordinationsprobleme
Langzeitprognose
Die meisten Menschen sprechen gut auf konservative Behandlungen an. Wenn nötig, kann eine Operation die Beschwerden zuverlässig beheben. Mit frühzeitiger Behandlung ist die Prognose in der Regel sehr gut.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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