Cushings syndrome awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Cushing-Syndrom ist eine Erkrankung, bei der Ihr Körper über einen längeren Zeitraum zu viel des Hormons Cortisol (auch Stresshormon genannt) produziert. Cortisol ist wichtig für Ihren Stoffwechsel und Ihre Reaktion auf Stress. Ein Überschuss kann jedoch viele Beschwerden verursachen.
Wichtige Fakten
- Das Cushing-Syndrom ist selten und betrifft etwa 40 von einer Million Menschen pro Jahr.
- Es wird oft durch gutartige Tumore in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder den Nebennieren verursacht.
- Auch die langfristige Einnahme von Kortison-Medikamenten kann ein Cushing-Syndrom auslösen – das nennt man exogenes Cushing-Syndrom.
Nein, das Cushing-Syndrom ist eine seltene Erkrankung. Viele Menschen mit ähnlichen Symptomen haben andere Ursachen, wie Übergewicht oder Stress.
Es betrifft häufiger Frauen als Männer, meist im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Aber auch Kinder und ältere Erwachsene können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche starke Schwäche oder Ohnmacht
- Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Starke Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall (kann auf eine gefährliche Hormonkrise hinweisen)
- Niedriger Blutdruck, der zu Kreislaufproblemen führt
- ⚠Anzeichen einer schweren Infektion (Fieber, Schüttelfrost)
- ⚠Starke Schmerzen (z. B. Knochenbruch durch Osteoporose)
- ⚠Sehr hoher Blutzucker (z. B. mit starkem Durst und häufigem Wasserlassen)
Häufige Symptome
- Rundes, volles Gesicht (Mondgesicht)
- Fettansatz am Oberkörper und Bauch, dünne Arme und Beine
- Büffelnacken (Fettpolster am oberen Rücken)
- Dünne, verletzliche Haut, die leicht blutet oder blauen Flecken bekommt
- Langsame Wundheilung
- Muskelschwäche, besonders in den Oberschenkeln
- Erhöhter Blutdruck
- Hoher Blutzucker (Diabetes)
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit
- Bei Frauen: unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation
Symptome bei Kindern
- Verlangsamtes Wachstum (kleiner als gleichaltrige Kinder)
- Übergewicht, besonders im Gesicht und am Rumpf
- Verzögerte Pubertät
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Muskelschwäche und Sturzrisiko
- Knochenschwund (Osteoporose)
- Verwirrtheit oder Gedächtnisprobleme
- Häufige Infektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Ein gutartiger Tumor in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der zu viel ACTH (ein Steuerhormon) produziert – das nennt man Cushing-Krankheit.
- Ein Tumor in einer oder beiden Nebennieren, der direkt zu viel Cortisol produziert.
- Ein Tumor an anderer Stelle im Körper (z. B. Lunge), der ACTH bildet (ektopes ACTH-Syndrom).
- Langfristige Einnahme von Kortison-Medikamenten (z. B. gegen Asthma, Rheuma oder Allergien).
Risikofaktoren
- Langzeittherapie mit Kortison (auch als Tablette, Spritze oder Hautcreme)
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer
- Alter zwischen 20 und 50 Jahren
- Seltene erbliche Syndrome, z. B. multiple endokrine Neoplasie (MEN) oder Carney-Komplex
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schwäche oder Verwirrtheit bemerken.
- Wenn Sie Zeichen einer schweren Infektion haben (Fieber, Schüttelfrost).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn bei Ihnen mehrere der oben genannten Symptome auftreten, wie z. B. Mondgesicht, unerklärliche Gewichtszunahme oder Muskelschwäche.
- Wenn Sie langfristig Kortison einnehmen und Symptome eines Cushing-Syndroms entwickeln.
Diagnose
Die Diagnose wird von einem Endokrinologen (Spezialist für Hormone) gestellt. Zuerst werden verschiedene Hormontests im Blut, Urin und Speichel durchgeführt. Wenn diese auffällig sind, folgen bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), um nach Tumoren zu suchen.
Mögliche Untersuchungen
- 24-Stunden-Urinsammlung: Misst die Cortisolmenge, die Ihr Körper über den Tag ausscheidet.
- Nacht-Speicheltest: Cortisol im Speichel fällt normalerweise nachts ab – bei Cushing ist es erhöht.
- Dexamethason-Hemmtest: Sie nehmen eine Tablette ein, die normalerweise die Cortisolproduktion senkt. Bleibt der Cortisolspiegel hoch, deutet das auf ein Cushing-Syndrom hin.
- Bluttest auf ACTH: Hilft, die Ursache zu finden (Hirnanhangdrüse oder Nebenniere).
- Bildgebung: CT oder MRT von Kopf, Brust oder Bauch, um Tumore zu entdecken.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann mehrere Wochen dauern und erfordert oft mehrere Arztbesuche. Seien Sie geduldig – es ist wichtig, die genaue Ursache zu finden. Ihr Arzt wird Sie Schritt für Schritt durch die Untersuchungen führen.
Behandlung
Die Behandlung des Cushing-Syndroms hängt von der Ursache ab. Das Ziel ist es, den Cortisolspiegel wieder zu normalisieren und die Symptome zu lindern. Die Behandlung wird von einem Endokrinologen und einem spezialisierten Team geplant.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und weniger Zucker und Salz.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber passen Sie die Intensität Ihrem Energielevel an.
- Reduzieren Sie Stress, z. B. durch Entspannungsübungen oder leichte Meditation.
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente genau nach Anweisung ein und brechen Sie keine Kortison-Therapie plötzlich ab.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst meist eine Operation, um den verursachenden Tumor zu entfernen. Wenn das nicht möglich ist oder nicht ausreicht, können Strahlentherapie (für Tumore in der Hirnanhangdrüse) oder bestimmte Medikamente (sogenannte Cortisol-Blocker oder adrenostatische Mittel) eingesetzt werden. Diese Medikamente senken die Cortisolproduktion. Bei einem exogenen Cushing-Syndrom wird die Kortison-Dosis langsam reduziert oder die Einnahme umgestellt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Operation ist meist die erste Wahl bei Tumoren in der Hirnanhangdrüse (transsphenoidale Operation) oder bei Nebennierentumoren. Sie kann die Erkrankung oft heilen.
Leben mit der Erkrankung
Das Leben mit Cushing-Syndrom kann herausfordernd sein, besonders vor der Behandlung. Viele Symptome bessern sich nach erfolgreicher Therapie. Geben Sie sich Zeit und gönnen Sie sich Ruhepausen, wenn Sie müde sind.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie Ihren Tag mit ausreichend Pausen.
- Suchen Sie sich Hobbys, die wenig körperliche Anstrengung erfordern (z. B. Lesen, Malen).
- Vermeiden Sie anstrengende Sportarten, bis Ihr Arzt grünes Licht gibt.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Aktivitäten für Sie sicher sind.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig einfachen Kohlenhydraten und Zucker hilft, den Blutzucker zu stabilisieren. Bewegung wie Spazierengehen oder leichtes Yoga kann die Muskeln stärken und die Stimmung heben. Wichtig: Steigern Sie die Belastung langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Cushing-Syndrom kann Ängste, Niedergeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen auslösen. Das ist verständlich, denn die Erkrankung verändert den Körper und das Leben. Scheuen Sie sich nicht, mit einem Psychologen oder Psychiater zu sprechen. Hilfe gibt es auch bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, anonym).
Vorbeugung
Ein Cushing-Syndrom durch innere Tumore lässt sich nicht verhindern. Wenn Sie jedoch langfristig Kortison-Medikamente einnehmen, kann Ihr Arzt die Dosis so niedrig wie möglich halten und die Behandlung regelmäßig überprüfen. Brechen Sie Kortison niemals eigenmächtig ab – das kann gefährlich sein.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen, die über längere Zeit hochdosiertes Kortison einnehmen, empfehlen die Ärzte regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Knochendichte. Bei anhaltenden Symptomen ohne bekannte Ursache kann Ihr Hausarzt einen Hormonstatus veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bluthochdruck und erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Typ-2-Diabetes oder Verschlechterung eines bestehenden Diabetes
- Osteoporose (Knochenschwund) mit erhöhtem Bruchrisiko
- Verminderte Immunabwehr – häufige und schwere Infektionen
- Psychische Probleme wie Depressionen oder Angststörungen
- Wachstumsstörungen bei Kindern
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung können die meisten Menschen mit Cushing-Syndrom eine deutliche Besserung oder sogar Heilung erreichen. Die Symptome bilden sich oft innerhalb von Monaten zurück, auch wenn manche Veränderungen (wie Knochenschwund) länger brauchen. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Aussichten erheblich. Bleiben Sie zuversichtlich – moderne Medizin hat viele Wege, Ihnen zu helfen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) ↗ · Deutschland
- Selbsthilfe bei Cushing-Syndrom e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.