Deviated septum symptoms
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasenscheidewandverkrümmung (medizinisch: Septumdeviation) bedeutet, dass die knorpelige und knöcherne Trennwand zwischen den beiden Nasenlöchern nicht gerade, sondern verbogen oder verschoben ist. Das kann die Nasenatmung erschweren und andere Beschwerden verursachen.
Wichtige Fakten
- Die Nasenscheidewand ist die Wand zwischen den Nasenlöchern – sie sollte gerade sein.
- Viele Menschen haben eine leichte Verkrümmung ohne Symptome.
- Bei stärkerer Verkrümmung kann die Nasenatmung dauerhaft behindert sein.
Ja, eine leichte Nasenscheidewandverkrümmung kommt sehr häufig vor. Schätzungsweise haben 70 % der Menschen eine gewisse Abweichung, aber nur etwa ein Drittel hat dadurch Beschwerden.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Oft ist sie angeboren oder entsteht durch eine Verletzung der Nase (z. B. Schlag, Sturz). Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
- Starke, nicht stillbare Nasenblutung nach einem Unfall oder Schlag auf die Nase
- Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Wenn eine Flüssigkeit aus der Nase läuft, die wie klares Wasser aussieht (möglicherweise Hirnwasser)
- ⚠Plötzlich auftretende, starke Schwellung der Nase oder Augen nach einem Trauma
- ⚠Nasenbluten, das länger als 20 Minuten anhält
- ⚠Eitriger oder übel riechender Ausfluss aus der Nase (möglicher Hinweis auf eine schwere Infektion)
Häufige Symptome
- Dauerhaft verstopfte Nase, besonders auf einer Seite
- Verminderter Geruchssinn
- Häufiges Nasenbluten, vor allem bei trockener Luft
- Schnarchen oder lautes Atmen im Schlaf
- Wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
- Gesichtsschmerzen oder Druckgefühl im Bereich der Stirn und Wangen
Symptome bei Kindern
- Ständiges Mundatmen (Kind hält den Mund offen)
- Häufige Erkältungen oder Ohrinfektionen
- Schwierigkeiten beim Stillen oder Trinken aus der Flasche
- Unruhiger Schlaf oder Schnarchen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zunehmende Atembeschwerden, die den Schlaf stören
- Trockenheitsgefühl in Nase und Rachen
- Verstärktes Schnarchen oder Anzeichen von Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf)
- Häufigere Nasennebenhöhlenentzündungen
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborene Fehlstellung: Die Nasenscheidewand wächst von Geburt an krumm.
- Verletzung der Nase (z. B. durch Sportunfall, Sturz, Schlag) – auch Jahre später können noch Symptome auftreten.
Risikofaktoren
- Kontaktsportarten wie Boxen, Rugby oder Kampfsport
- Unfälle im Haushalt oder im Straßenverkehr
- Bereits erlittene Nasenbrüche in der Vorgeschichte
- Bestimmte Bindegewebserkrankungen (selten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Unfall mit offener Wunde oder starker Schwellung der Nase
- Wenn die Nasenatmung plötzlich ganz blockiert ist
- Bei Verdacht auf eine schwere Infektion (Fieber, starke Schmerzen, eitriger Ausfluss)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Nasenverstopfung, die nicht auf Heuschnupfen oder Erkältung zurückgeht
- Häufige Nebenhöhlenentzündungen (mehr als 2–3 pro Jahr)
- Schnarchen, das den Schlaf des Partners oder die eigene Schlafqualität massiv beeinträchtigt
- Verminderter Geruchssinn über Wochen
Diagnose
Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) stellt die Diagnose in der Regel durch eine Spiegelung der Nase (Nasenendoskopie). Dabei wird mit einem dünnen, beleuchteten Instrument in die Nase geschaut.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese: Gespräch über Ihre Beschwerden und mögliche Verletzungen
- Nasenendoskopie: Untersuchung der Nasengänge mit einem Endoskop
- Bei Bedarf: Bildgebung wie eine Computertomographie (CT), um den genauen Verlauf der Verkrümmung zu sehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei, aber kann etwas unangenehm sein. Meist wird die Nasenschleimhaut vorher leicht betäubt. Sie erhalten direkt nach der Untersuchung eine erste Einschätzung.
Behandlung
Ob eine Behandlung nötig ist, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind. Viele Menschen kommen mit leichten Symptomen gut zurecht. Bei stärkeren Beeinträchtigungen können konservative Maßnahmen helfen, manchmal ist eine Operation die beste Lösung.
Selbsthilfe zu Hause
- Nasenspülungen mit einer isotonischen Salzlösung (z. B. aus der Apotheke) befeuchten die Nase und erleichtern die Atmung
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper (z. B. zusätzliches Kissen) fördert die Nasenatmung
- Inhalieren von Wasserdampf (ohne Zusätze) öffnet die Nasenwege vorübergehend
- Vermeiden Sie trockene Heizungsluft; ein Luftbefeuchter kann helfen
- Keine reizenden Substanzen wie Zigarettenrauch oder starke Parfüms einatmen
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Ihnen abschwellende Nasensprays oder kortisonhaltige Nasensprays verschreiben (bitte keine Namen). Diese lindern die Schwellung der Schleimhaut, sodass die Nase freier wird. Sie sind aber nur zur kurzfristigen Anwendung geeignet. Langfristig helfen auch Nasenduschen oder allergiemedikamente, wenn Allergien die Beschwerden verstärken. Besprechen Sie alle Möglichkeiten mit Ihrem HNO-Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die konservativen Behandlungen nicht ausreichen und die Beschwerden stark sind (z. B. ständige Atemnot, wiederholte Nasennebenhöhlenentzündungen), kann eine Operation erwogen werden. Dabei wird die Nasenscheidewand begradigt (Septumplastik). Der Eingriff wird meist unter Vollnarkose durchgeführt und ist kein Notfall. Ihr Arzt wird mit Ihnen Nutzen und Risiken besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit einer leichten Verkrümmung haben kaum Einschränkungen. Wer stärker betroffen ist, kann mit einfachen Mitteln den Alltag erleichtern: Regelmäßige Nasenpflege, Meiden von Staub und Rauch, ausreichend trinken. Schlafen Sie wenn möglich auf der Seite, die besser atmet.
Tipps für den Alltag
- Rauchverzicht und Vermeidung von Passivrauchen
- Regelmäßiges Lüften der Wohnung (besonders im Schlafzimmer)
- Bewusste Mundhygiene (trockener Mund durch Mundatmung begünstigt Karies)
- Bei Allergien: Allergenvermeidung und ggf. antiallergische Behandlung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung stärken das Immunsystem und können die Häufigkeit von Nebenhöhlenentzündungen senken. Trinken Sie viel Wasser, um die Schleimhäute feucht zu halten. Sport ist grundsätzlich möglich – bei verstopfter Nase atmen Sie einfach durch den Mund.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Atemprobleme, Schlafstörungen oder häufige Schmerzen können auf Dauer belasten. Manche Menschen fühlen sich müde, gereizt oder antriebslos. Das ist verständlich. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt offen über diese Belastungen zu sprechen. Eine erfolgreiche Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern.
Vorbeugung
Eine angeborene Verkrümmung lässt sich nicht verhindern. Unfälle mit Nasentrauma können Sie durch Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Helm beim Radfahren, Schutzmaske bei Kontaktsport) teilweise vermeiden. Einmal entstanden, können Sie die Symptome durch Nasenpflege in Schach halten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen (chronische Sinusitis)
- Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) mit Tagesmüdigkeit
- Verminderte Lebensqualität durch ständige Nasenverstopfung
- Ohrenentzündungen (durch Belüftungsstörungen der Ohrtrompete)
Langzeitprognose
Die Prognose ist in der Regel gut. Viele Menschen kommen ohne Behandlung gut zurecht. Wenn die Beschwerden zu stark sind, hilft meist eine Operation, die bei etwa 80 % der Betroffenen langfristig eine deutliche Verbesserung bringt. Auch ohne Operation können konservative Maßnahmen die Symptome lindern. Es besteht also großer Grund zur Hoffnung, dass Sie eine für Sie passende Lösung finden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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