Dialysis awareness for patients
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dialysis ist eine medizinische Behandlung, die die Arbeit der Nieren übernimmt, wenn diese nicht mehr richtig funktionieren. Die Nieren filtern normalerweise Abfallstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut. Bei der Dialyse wird das Blut durch eine Maschine gereinigt (Hämodialyse) oder durch eine Flüssigkeit im Bauchraum (Peritonealdialyse).
Wichtige Fakten
- Dialysis ist eine lebensrettende Behandlung, aber keine Heilung.
- Sie wird meist bei fortgeschrittener Nierenschwäche (Stadium 5) eingesetzt.
- Viele Menschen mit Dialyse leben viele Jahre aktiv und können arbeiten, reisen und ihren Alltag gestalten.
Ja, in Deutschland sind Zehntausende Menschen auf Dialyse angewiesen. Es ist eine häufige Behandlung bei chronischer Nierenerkrankung im Endstadium.
Dialysis betrifft hauptsächlich Menschen mit chronischem Nierenversagen, das durch Diabetes, Bluthochdruck oder andere Nierenerkrankungen verursacht wird. Auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder starke Kurzatmigkeit
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Bewusstlosigkeit oder plötzliche Verwirrtheit
- Starke Muskelschwäche oder Herzklopfen (können auf hohen Kaliumspiegel hinweisen)
- ⚠Zunehmende Schwellungen (z. B. im Gesicht oder an den Beinen)
- ⚠Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost (kann auf Infektion hinweisen)
- ⚠Sehr hoher Blutdruck (über 180/110 mmHg) oder Kopfschmerzen
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Schwellungen in Beinen, Knöcheln oder im Gesicht (Ödeme)
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Verwirrtheit oder Konzentrationsstörungen
- Juckreiz und trockene Haut
- Muskelkrämpfe und Kribbeln
Symptome bei Kindern
- Wachstumsverzögerung
- Geringe Gewichtszunahme
- Übelkeit und Essensverweigerung
- Verhaltensänderungen oder Reizbarkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Gedächtnisprobleme (oft mit Alter verwechselt)
- Müdigkeit und Schwäche
- Schwellungen und Kurzatmigkeit
- Veränderter Geschmack oder Appetitverlust
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – die häufigste Ursache
- Bluthochdruck (Hypertonie) – schädigt die Nieren über Jahre
- Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenfilter)
- Polyzystische Nierenerkrankung (erbliche Zystennieren)
- Lupus oder andere Autoimmunerkrankungen
Risikofaktoren
- Familienvorgeschichte von Nierenerkrankungen
- Langjährige Einnahme bestimmter Schmerzmittel (z. B. nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR) – aber keine Namen nennen
- Wiederholte Niereninfektionen
- Alter über 60 Jahre
- Rauchen und Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie bereits eine Nierenschwäche haben und plötzlich Kurzatmigkeit, starke Schwellungen oder Verwirrtheit auftreten
- Bei Fieber, Schüttelfrost oder Rötung um den Dialysezugang (Fistel oder Katheter)
- Bei starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen (kann auf sehr hohen Blutdruck hinweisen)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie chronische Nierenerkrankung (Stadium 3 oder 4) haben, regelmäßige Kontrollen beim Nephrologen (Nierenspezialist)
- Bei erstmaligen Symptomen wie Müdigkeit, Schwellungen oder verändertem Urin
- Zur Vorbereitung auf die Dialyse: rechtzeitig mit dem Arzt über Zugänge (Fistel) und Behandlungsoptionen sprechen
Diagnose
Eine Nierenschwäche wird durch Blut- und Urintests festgestellt. Zeigen diese dauerhaft eine sehr schlechte Nierenfunktion (geschätzte Filtrationsrate unter 15 ml/min), ist Dialyse meist nötig. Der Arzt bespricht dann alle Möglichkeiten.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Kreatinin und Harnstoff (zeigt Abfallprodukte im Blut)
- Berechnung der eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate – misst die Filterleistung der Nieren)
- Urintest auf Eiweiß oder Blut
- Ultraschall der Nieren (Größe und Struktur prüfen)
- Bei Bedarf Nierenbiopsie (Gewebeprobe)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden an einen Nephrologen überwiesen. Gemeinsam wird besprochen, ob und wann Dialyse starten soll. Vorher wird ein Zugang gelegt: entweder eine Fistel (Verbindung zwischen Arterie und Vene im Arm) oder ein Katheter. Die Dialyse selbst ist schmerzfrei, aber zeitintensiv – etwa 3–5 Stunden, drei Mal pro Woche. Viele gewöhnen sich schnell daran.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Nierenfunktion zu ersetzen. Es gibt zwei Hauptformen: Hämodialyse (im Dialysezentrum oder zu Hause) und Peritonealdialyse (mit Flüssigkeit im Bauchraum, die zu Hause durchgeführt wird). Eine Nierentransplantation kann langfristig eine Alternative sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Flüssigkeitsmenge genau einhalten (meist 1–1,5 Liter pro Tag – nach ärztlicher Vorgabe)
- Salzarme Ernährung (weniger verarbeitete Lebensmittel)
- Kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Orangen, Kartoffeln meiden oder einschränken
- Phosphatarme Kost (z. B. weniger Milchprodukte, Cola) – Ihren Ernährungsberater fragen
- Regelmäßiges Wiegen (tägliche Kontrolle auf Wassereinlagerungen)
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, um den Blutdruck zu senken, die Blutbildung zu fördern (gegen Blutarmut) oder den Kalzium-Phosphat-Haushalt zu regulieren. Auch Impfungen (z. B. gegen Hepatitis B und Grippe) werden empfohlen, da Dialysepatienten ein höheres Infektionsrisiko haben. Nehmen Sie immer alle verordneten Mittel ein – aber fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie etwas Neues (auch rezeptfreie) einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nötig, um einen dauerhaften Dialysezugang zu schaffen (meist eine arteriovenöse Fistel am Arm). Bei der Peritonealdialyse wird ein Katheter in den Bauchraum eingesetzt. Auch eine Nierentransplantation ist eine Operation – sie kann die Dialyse überflüssig machen.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag mit Dialyse erfordert Planung: die Behandlung dauert mehrere Stunden, dazu kommen Fahrten zum Zentrum. Viele arbeiten trotzdem, oft in Teilzeit. Mit der Heimdialyse haben Sie mehr Flexibilität. Reisen ist möglich – sprechen Sie mit Ihrem Dialysezentrum über Dialyse-Stationen am Urlaubsort.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Bewegung, wie Spaziergänge oder leichtes Training (nach Rücksprache mit dem Arzt)
- Ausreichend Ruhe – Dialyse kann anstrengend sein
- Kein Rauchen – schädigt die Blutgefäße
- Alkohol nur in Maßen (nach ärztlicher Erlaubnis)
Ernährung und Bewegung
Eine angepasste Ernährung ist sehr wichtig: wenig Salz, wenig Kalium, wenig Phosphat und oft auch weniger Eiweiß. Ihr Ernährungsberater erstellt einen persönlichen Plan. Leichter Sport ist erlaubt und fördert die Durchblutung des Zugangs. Vermeiden Sie jedoch schwere Lasten am Arm mit Fistel.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dialysis kann seelisch belastend sein – viele fühlen sich müde, eingeschränkt oder traurig. Das ist normal. Ein offenes Gespräch mit Angehörigen oder einem Psychologen hilft. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen tut gut.
Vorbeugung
Dialyse selbst kann nicht verhindert werden, wenn die Nieren bereits versagen. Aber Sie können das Fortschreiten einer Nierenerkrankung verlangsamen: durch gute Blutzucker- und Blutdruckkontrolle, gesunde Ernährung, Vermeidung von nierenschädigenden Medikamenten (fragen Sie Ihren Arzt) und regelmäßige Vorsorge.
Impfungen
Wer Dialyse benötigt, sollte sich impfen lassen – besonders gegen Hepatitis B (wichtig für Dialysepatienten), Grippe und Pneumokokken. Besprechen Sie den Impfplan mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit Risikofaktoren (Diabetes, Bluthochdruck, Familiengeschichte) sollten regelmäßig ihre Nierenwerte überprüfen lassen – mindestens einmal jährlich.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem) – lebensbedrohlich
- Sehr hoher Kaliumspiegel (Hyperkaliämie) – kann zu Herzrhythmusstörungen und Herzstillstand führen
- Urämie (Vergiftung des Körpers durch Harnstoffe) – führt zu Verwirrtheit, Koma
- Blutarmut (Anämie) mit starker Müdigkeit und Kurzatmigkeit
- Knochenerkrankungen durch gestörten Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel
Langzeitprognose
Mit rechtzeitigem Beginn der Dialyse und guter Zusammenarbeit mit dem Behandlungsteam können viele Menschen trotz Nierenversagen ein langes, aktives Leben führen. Die Dialyse verhindert die lebensbedrohlichen Komplikationen zuverlässig. Eine Nierentransplantation ist für viele eine echte Chance auf mehr Lebensqualität. Die Behandlung verbessert sich stetig – es gibt Grund zur Zuversicht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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