Ernährung bei Durchfall: Das Wichtigste für zu Hause
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall ist kein eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Der Stuhl ist dünnflüssig und wässrig, und man muss häufiger als normal zur Toilette. Meistens reinigt der Körper so den Darm von Krankheitserregern oder Reizstoffen.
Wichtige Fakten
- Durchfall dauert in der Regel nur ein bis drei Tage.
- Trinken Sie ausreichend, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
- Bei anhaltenden Beschwerden oder Warnzeichen sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Ja, Durchfall ist eine der häufigsten Beschwerden überhaupt. Fast jeder Mensch hat ihn mehrmals im Jahr.
Durchfall kann jeden treffen, aber besonders anfällig sind kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Starkes Blut im Stuhl (frisches rotes Blut oder schwarzer Stuhl)
- Wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist oder bewusstlos wird
- Wenn kaum noch Urin produziert wird, obwohl die Person trinkt
- Bei Anzeichen eines Kreislaufversagens, zum Beispiel kalte Hände und Füße, blasse Haut, Verwirrtheit
- Rufen Sie sofort die 112 an.
- ⚠Der Durchfall hält länger als drei Tage an
- ⚠Fieber über 38,5 Grad Celsius
- ⚠Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Bei Kindern, Säuglingen oder älteren Menschen bereits nach wenigen Stunden
- ⚠Wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben oder schwanger sind
Häufige Symptome
- Wässriger oder breiiger Stuhlgang, mehr als drei Mal am Tag
- Bauchkrämpfe oder -schmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Müdigkeit und Schwäche
- Manchmal leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Erbrechen und Fieber kommen häufiger vor als bei Erwachsenen
- Anzeichen einer Austrocknung: trockene Lippen oder Zunge, kaum feuchte Windeln, eingefallene Augen, ungewöhnliche Schläfrigkeit
- Bei Babys kann außerdem die Fontanelle (die weiche Stelle am Kopf) eingesunken wirken
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Anzeichen einer Austrocknung: Verwirrtheit, Schwindel, Schwäche
- Trockene Haut und Schleimhäute
- Die Einnahme von Blutdruckmedikamenten kann durch Flüssigkeitsmangel problematisch werden
Ursachen
Hauptursachen
- Viren wie Noroviren oder Rotaviren – besonders ansteckend
- Bakterien, zum Beispiel Salmonellen oder EHEC, die über Lebensmittel übertragen werden
- Nebenwirkungen von Medikamenten, insbesondere Antibiotika
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz
- Stress oder Aufregung
Risikofaktoren
- Reisen in Regionen mit ungewohnten Hygienebedingungen
- Geschwächtes Immunsystem, etwa durch eine Grunderkrankung
- Alter: Kinder und ältere Menschen reagieren empfindlicher
- Vorerkrankungen des Darms, wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Durchfall länger als 3 Tage anhält
- Wenn Sie Blut im Stuhl oder schwarzen Stuhl bemerken
- Wenn Sie hohes Fieber haben
- Wenn Sie Anzeichen von Austrocknung feststellen
- Wenn Sie starke Schmerzen haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie immer wiederkehrende Durchfallphasen haben
- Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Durchfall mit bestimmten Lebensmitteln oder Medikamenten zusammenhängt
- Wenn Sie Fragen zu Ihrer Ernährung oder zu möglichen Ursachen haben
Diagnose
Zuerst wird die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen über Ihre Beschwerden sprechen (Anamnese). Oft lässt sich daraus schon eine gute Einschätzung gewinnen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Bauch und Allgemeinzustand geprüft werden. Eine Spezialuntersuchung ist nur nötig, wenn Beschwerden länger dauern oder ungewöhnlich sind.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhlprobe: Es wird untersucht, ob krankmachende Bakterien oder Viren im Stuhl stecken.
- Bluttest: Zeigt, ob Elektrolyte oder Flüssigkeit fehlen und ob der Körper ausreichend durchblutet ist.
- Eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann erforderlich sein, um die Darmschleimhaut genauer anzuschauen – zum Beispiel bei anhaltenden oder immer wiederkehrenden Beschwerden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schnell und schmerzfrei. Für eine Darmspiegelung bekommen Sie ein Beruhigungsmittel und schlafen meist gut. Sie müssen sich darauf vorbereiten, indem Sie den Darm leeren – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen genau, was Sie tun müssen.
Behandlung
Bei akutem Durchfall steht das Ausgleichen von Flüssigkeits- und Salzmangel an erster Stelle. Auch die deutschen Behandlungsleitlinien (AWMF) empfehlen, vor allem auf eine ausreichende Trinkmenge und auf Elektrolyte zu achten. In den meisten Fällen reicht es aus, viel zu trinken und sich zu schonen. Medikamente sind nicht immer nötig – auch hier gilt: Sprechen Sie zuerst mit einer Fachperson.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 2 Liter, am besten Wasser, ungesüßten Tee oder eine Elektrolytlösung aus der Apotheke.
- Essen Sie leicht verdauliche Lebensmittel wie Zwieback, gekochte Haferflocken, geriebener Apfel oder Banane.
- Meiden Sie fettige, scharfe, sehr süße Speisen und auch Milchprodukte, wenn Sie diese nicht vertragen.
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie körperliche Anstrengung.
- Waschen Sie sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände mit Seife.
Medizinische Behandlungen
Medikamente gegen Durchfall sollten nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt eingenommen werden. Es gibt zum Beispiel Wirkstoffe, die die Darmtätigkeit drosseln, oder Medikamente gegen bestimmte Krankheitserreger. Bei bakteriellen Infektionen kann gezielt ein Antibiotikum verschrieben werden. In der Apotheke erhalten Sie außerdem spezielle Elektrolytpulver, die Sie in Wasser auflösen können. Wichtig: Nehmen Sie bitte keine Medikamente auf eigene Faust ein, ohne mit einer Fachperson gesprochen zu haben.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie akut Durchfall haben, nehmen Sie sich eine Auszeit vom Alltag. Bleiben Sie in der Nähe einer Toilette, aber halten Sie sich nicht zu Hause versteckt, wenn Sie die Wohnung mal verlassen müssen – mit einer aufblasbaren Unterlage oder einem Wechsel des Planes klappt es. Schritt für Schritt können Sie wieder in Ihren Rhythmus finden.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie regelmäßig, auch wenn Sie keinen Durst verspüren.
- Essen Sie kleine Mahlzeiten und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.
- Setzen Sie auf ungesüßte Kräutertees wie Kamille oder Fenchel.
- Planen Sie Ruhephasen ein, besonders bei beruflichem oder privatem Stress.
- Wenn der Durchfall chronisch wird, suchen Sie eine Ernährungsberatung auf.
Ernährung und Bewegung
Bei akutem Durchfall ist Schonung wichtiger als Bewegung. Sobald es Ihnen besser geht, können Sie mit kurzen Spaziergängen beginnen – aber hören Sie auf Ihren Körper. Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt auf Dauer das Immunsystem und sorgt für eine gesunde Darmflora.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrender oder lang anhaltender Durchfall kann sehr belastend sein – im Alltag, im Beruf und in der Freizeit. Es ist völlig normal, wenn Sie sich dabei Sorgen machen. Sie müssen damit nicht allein bleiben. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber und suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung. Wenn Sie irgendwann Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an eine Beratungsstelle oder die Notaufnahme – Hilfe ist immer erreichbar (Telefon 112 für akute Notfälle).
Vorbeugung
Gute Hygiene ist der beste Schutz vor vielen Durchfallerregern. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Wenn Sie reisen, achten Sie auf sauberes Trinkwasser und gekochte Speisen. Eine gesunde Darmflora kann Sie zusätzlich unterstützen.
Impfungen
Gegen bestimmte Durchfallerreger gibt es Schutzimpfungen. Dazu gehören die Rotavirus-Impfung für Säuglinge und eine Impfung gegen Reisedurchfall (zum Beispiel gegen Cholera oder Typhus). Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob eine Impfung für Sie oder Ihr Kind sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) – der Körper verliert zu viel Flüssigkeit und Salze.
- Elektrolytstörungen – können Herzrhythmus, Nerven und Muskeln beeinträchtigen.
- Nierenschwäche – bei längerem Flüssigkeitsmangel können die Nieren nicht mehr richtig arbeiten.
- Gewichtsverlust und Nährstoffmangel – besonders bei chronischem Durchfall.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen ist Durchfall nach wenigen Tagen wieder vorbei. Wenn Sie auf Ihre Flüssigkeitszufuhr achten, sich schonen und bei Warnzeichen ärztliche Hilfe holen, steht einer raschen Erholung nichts im Wege. Auch chronische Formen lassen sich heute gut behandeln – bleiben Sie aktiv und zuversichtlich.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.