Durchfall bei älteren Menschen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall bedeutet, dass Sie häufiger Stuhlgang haben und der Stuhl sehr weich oder flüssig ist. Bei älteren Menschen kann Durchfall den Körper schneller schwächen, weil viel Wasser und Salze (Elektrolyte) verloren gehen.
Wichtige Fakten
- Durchfall führt besonders bei älteren Menschen schnell zu Flüssigkeitsmangel.
- Meist steckt eine harmlose Infektion dahinter, aber auch Medikamente können Auslöser sein.
- Wer genug trinkt und rechtzeitig ärztliche Hilfe holt, hat in der Regel eine gute Prognose.
Ja, Durchfall gehört zu den häufigsten Beschwerden im Alter. Der Darm wird empfindlicher, das Immunsystem arbeitet langsamer, und viele ältere Menschen nehmen Medikamente ein, die den Stuhl beeinflussen können.
Besonders betroffen sind Menschen ab 70 Jahren, Personen mit geschwächtem Abwehrsystem, chronischen Erkrankungen oder Medikamenten, die die Verdauung beeinflussen. Auch wer in einem Pflegeheim lebt, ist häufiger betroffen.
Symptome
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Atemnot, kalte Schweißausbrüche oder ein sehr niedriger Blutdruck
- Starke Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Anhaltender Durchfall über mehr als 24 Stunden
- ⚠Fieber über 38,5 Grad Celsius
- ⚠Erbrechen, sodass Sie keine Flüssigkeit zu sich nehmen können
- ⚠Deutlich weniger Wasserlassen als üblich
Häufige Symptome
- Mindestens drei ungeformte, wässrige Stuhlgänge innerhalb von 24 Stunden
- Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Möglicherweise leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich Durchfall oft mit hohem Fieber und Erbrechen.
- Kinder werden schneller müde und teilnahmslos.
- Bei Säuglingen und Kleinkindern ist Durchfall immer ein Notfall – rufen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zeichen von Austrocknung: trockene Zunge, eingefallene Augen, wenig oder dunkler Urin
- Schwindel, Schwäche oder Verwirrtheit
- Rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Die Haut bleibt nach dem Zusammenkneifen kurz stehen – das kann auf starken Flüssigkeitsverlust hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen durch Viren (zum Beispiel Noroviren) oder Bakterien (zum Beispiel Salmonellen)
- Nebenwirkungen von Medikamenten, insbesondere Antibiotika oder Abführmittel
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Milchzucker (Laktose)
- Erkrankungen des Darms, der Bauchspeicheldrüse oder der Schilddrüse
Risikofaktoren
- Höheres Lebensalter über 70 Jahre
- Mehrere Grunderkrankungen gleichzeitig
- Einnahme mehrerer Medikamente
- Aufenthalt in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern
- Geschwächtes Immunsystem
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Blut im Stuhl ist
- Wenn Sie Anzeichen einer Austrocknung bemerken
- Wenn Sie nicht mehr klar denken können
- Wenn der Durchfall nach 24 Stunden nicht besser wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Durchfall immer wiederkehrt
- Wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren
- Wenn Sie Medikamente einnehmen und unsicher sind
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie zu Ihren Beschwerden, Ihren Vorerkrankungen und Ihren Medikamenten befragen. Dazu gehört eine kurze körperliche Untersuchung, um Ihren Flüssigkeitszustand einzuschätzen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen oder Nierenwerte
- Stuhlprobe zum Nachweis von Bakterien oder Viren
- Ultraschalluntersuchung des Bauches bei anhaltenden Schmerzen
- Bei chronischen Beschwerden: Darmspiegelung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Zuerst stehen Gespräch und körperliche Untersuchung im Vordergrund. Nur wenn Hinweise auf eine ernste Ursache vorliegen, werden weitere Untersuchungen wie Labor oder Bildgebung veranlasst. Sie bekommen ausreichend Zeit, alle Fragen zu stellen.
Behandlung
Das Wichtigste bei Durchfall ist, den Verlust von Wasser und Salzen auszugleichen. Bei älteren Menschen kann zusätzlich die zugrunde liegende Ursache behandelt werden, zum Beispiel eine Infektion oder eine unerwünschte Medikamentenwirkung.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie regelmäßig – am besten Wasser, ungesüßten Tee oder klare Brühe
- Essen Sie leichte, fettarme Kost wie Zwieback, geriebene Äpfel oder Banane
- Fragen Sie in der Apotheke nach Elektrolytlösungen, die Sie mit Wasser anrühren können
- Ruhen Sie sich aus und schlafen Sie ausreichend
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann je nach Ursache Medikamente verordnen, zum Beispiel gegen Übelkeit oder, bei bakteriellen Infektionen, Antibiotika. Der Einsatz von durchfallhemmenden Arzneimitteln wird individuell abgewogen und sollte niemals ohne ärztliche Beratung erfolgen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, etwa bei einem Darmverschluss oder einer schweren Darmentzündung. Diese Entscheidung trifft immer das behandelnde Ärzteteam.
Leben mit der Erkrankung
Solange der Durchfall anhält, nehmen Sie sich Ruhe und bleiben Sie in der Nähe einer Toilette. Beobachten Sie Ihren Zustand und sprechen Sie mit einer Vertrauensperson, wenn Sie unsicher sind. Nach ein bis zwei Tagen bessern sich die Beschwerden meist.
Tipps für den Alltag
- Hände nach jedem Toilettengang gründlich mit Seife waschen
- Oberflächen im Bad regelmäßig reinigen
- Handtücher und persönliche Gegenstände nicht teilen
- Bei ansteckendem Durchfall den engen Kontakt zu anderen Personen vorübergehend meiden
Ernährung und Bewegung
Bevorzugen Sie während des Durchfalls gut verträgliche Speisen und führen Sie die normale Ernährung nach und nach wieder ein. Leichte Bewegung wie ein kurzer Spaziergang ist möglich, sobald Sie sich dafür fit fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durchfall ist ein unangenehmes und sehr privates Thema. Wenn die Beschwerden länger andauern, können sie belasten und Ängste auslösen. Scheuen Sie nicht, darüber zu sprechen – mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin oder mit nahen Angehörigen. Auch eine psychologische Beratung kann helfen.
Vorbeugung
Viele Durchfallerkrankungen lassen sich durch gute Hygiene vermeiden: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, trinken Sie sauberes Wasser und achten Sie bei Lebensmitteln auf frische und gründliche Zubereitung. Zudem können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen, ob Medikamente als Auslöser infrage kommen.
Impfungen
Gegen einige Durchfallerreger, die vor allem auf Reisen vorkommen, gibt es Impfungen. Besprechen Sie vor Auslandsreisen rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Eine routinemäßige Vorsorge speziell gegen Durchfall gibt es nicht. Bei wiederkehrenden oder chronischen Beschwerden kann eine Stuhluntersuchung auf verstecktes Blut sinnvoll sein – Ihr Behandlungsteam berät Sie dazu.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) – das kann Nierenprobleme und Kreislaufstörungen verursachen
- Mangel an wichtigen Blutsalzen, was Herzrhythmusstörungen begünstigen kann
- Akute Nierenschwäche
- Starker Gewichtsverlust und körperliche Schwäche
Langzeitprognose
Auch wenn Durchfall für ältere Menschen anstrengend und belastend sein kann: Die meisten Fälle lassen sich gut behandeln, wenn Sie rechtzeitig trinken und ärztliche Hilfe holen. Bleiben Sie zuversichtlich und nehmen Sie die Symptome ernst – dann ist die Prognose in der Regel günstig.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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