Dilated cardiomyopathy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dilatative Kardiomyopathie ist eine Herzmuskelerkrankung, bei der die linke Hauptkammer (manchmal auch die rechte) vergrößert und geschwächt ist. Das Herz kann dann nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung ist eine der häufigsten Formen von Herzmuskelerkrankungen.
- Ursachen können genetisch, durch Virusinfektionen, Alkohol oder andere Faktoren sein.
- Eine frühzeitige Behandlung kann die Herzfunktion verbessern und Komplikationen verhindern.
Dilatative Kardiomyopathie ist nicht sehr häufig, aber sie ist die häufigste Form der Herzmuskelerkrankungen. Sie betrifft etwa 1 von 2500 Menschen.
Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch bei Männern zwischen 20 und 50 Jahren. Auch Kinder und ältere Menschen können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot
- Brustschmerzen, die nicht nachlassen
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Starkes Herzrasen oder das Gefühl, dass das Herz aussetzt
- ⚠Neu auftretende oder sich verschlimmernde Atemnot
- ⚠Starke Schwellungen an Füßen oder Beinen
- ⚠Husten mit rosafarbenem Auswurf
- ⚠Anhaltendes Herzklopfen
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Belastung oder im Liegen
- Müdigkeit und Schwäche
- Schwellungen an Knöcheln, Füßen oder Beinen (Ödeme)
- Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Schwindel oder Benommenheit
- Husten oder Keuchen, vor allem nachts
Symptome bei Kindern
- Schnelles Ermüden beim Spielen
- Atemnot oder schnelles Atmen
- Blasse Haut
- Trinkschwäche bei Säuglingen
- Verzögertes Wachstum
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Kurzatmigkeit und Schwäche
- Stärkere Schwellungen in den Beinen
- Verwirrtheit durch verminderte Durchblutung
- Häufigeres Wasserlassen in der Nacht
Ursachen
Hauptursachen
- Genetische Veränderungen (familiäre Form)
- Entzündung des Herzmuskels nach einer Virusinfektion (Myokarditis)
- Langjähriger übermäßiger Alkoholkonsum
- Einige Medikamente oder Drogen (wie bestimmte Chemotherapien oder Kokain)
- Schwere Mangelernährung (z. B. Thiaminmangel)
- Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion
- Herzklappenfehler oder angeborene Herzfehler
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit derselben Erkrankung
- Männliches Geschlecht
- Alter zwischen 20 und 50 Jahren
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Hoher Blutdruck
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Bestimmte Virusinfektionen (z. B. Erkältungsviren, COVID-19)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Atemnot bekommen
- Wenn Sie Brustschmerzen haben, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Wenn Sie ohnmächtig werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie anhaltende Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder geschwollene Beine bemerken
- Wenn Sie Herzklopfen oder Schwindel haben
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von einem Kardiologen (Herzspezialisten) gestellt. Zuerst wird eine ausführliche Untersuchung mit einem Stethoskop und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Echokardiographie (Herzultraschall zur Beurteilung der Pumpfunktion)
- Elektrokardiogramm (EKG) zur Aufzeichnung des Herzrhythmus
- Blutuntersuchungen (z. B. auf BNP, einen Herzstressmarker)
- Belastungs-EKG (Ergometrie)
- Herzmagnetresonanztomographie (Herz-MRT) für genauere Bilder
- Herzkatheteruntersuchung in bestimmten Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft. Sie werden gebeten, ruhig zu liegen oder sich auf einem Laufband zu bewegen. Die Ergebnisse helfen Ihrem Arzt, die Schwere der Erkrankung festzustellen und die beste Behandlung zu planen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Herzfunktion zu verbessern, Symptome zu lindern und Komplikationen wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen zu verhindern. Die Therapie wird individuell auf Sie abgestimmt.
Selbsthilfe zu Hause
- Reduzieren Sie Ihren Salzkonsum (weniger als 5 g pro Tag nach ärztlicher Empfehlung)
- Trinken Sie nicht zu viel Flüssigkeit – Ihr Arzt sagt Ihnen, welche Menge für Sie richtig ist.
- Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen
- Bewegen Sie sich regelmäßig in Maßen, z. B. Spazierengehen oder leichtes Radfahren
- Wiegen Sie sich täglich, um Flüssigkeitseinlagerungen früh zu erkennen
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung gehören Medikamente, die das Herz entlasten, den Blutdruck senken, die Herzfrequenz regulieren und überschüssiges Wasser ausschwemmen. Dazu kommen Betablocker, ACE-Hemmer, Diuretika und andere Wirkstoffgruppen. Bei Herzrhythmusstörungen können Geräte wie ein implantierbarer Defibrillator (ICD) oder eine spezielle Herzschrittmachertherapie eingesetzt werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
In fortgeschrittenen Fällen kann eine Herztransplantation erwogen werden, wenn andere Behandlungen nicht mehr ausreichen. Diese Entscheidung wird in spezialisierten Zentren getroffen.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Behandlung können die meisten Menschen mit dilatativer Kardiomyopathie ein gutes Leben führen. Wichtig sind eine enge Anbindung an Ihren Kardiologen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig und wie verordnet ein
- Vermeiden Sie extreme körperliche Belastungen und anstrengenden Sport
- Achten Sie auf Warnsignale wie plötzliche Gewichtszunahme oder zunehmende Kurzatmigkeit
- Lassen Sie sich impfen (Grippe, Pneumokokken) – fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie sinnvoll ist
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, Zucker und ungesunden Fetten wird empfohlen. Regelmäßige moderate Bewegung – wie Spazierengehen oder Radfahren – hilft, die Herzleistung zu verbessern. Besprechen Sie Ihr Bewegungsprogramm vorher mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Herzerkrankung kann Ängste oder Niedergeschlagenheit auslösen. Es ist wichtig, mit Familie, Freunden oder einem Psychotherapeuten darüber zu sprechen. Auch Selbsthilfegruppen können Unterstützung bieten. Bei akuten Krisen hilft die TelefonSeelsorge (kostenlos, rund um die Uhr).
Vorbeugung
Nicht alle Formen sind vermeidbar, da oft genetische Ursachen vorliegen. Sie können Ihr Risiko jedoch senken, indem Sie übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden, nicht rauchen, Bluthochdruck behandeln lassen und sich gesund ernähren.
Impfungen
Fragen Sie Ihren Arzt, ob Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken oder COVID-19 für Sie sinnvoll sind. Infektionen können das Herz zusätzlich belasten.
Früherkennungsprogramme
Wenn in Ihrer Familie Fälle von dilatativer Kardiomyopathie oder plötzlichen Herztoden bekannt sind, kann eine genetische Beratung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchung sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Herzrhythmusstörungen, die zu plötzlichem Herztod führen können
- Blutgerinnsel im Herzen, die zu Schlaganfällen oder Lungenembolien führen können
- Schäden an Leber und Nieren durch die verminderte Durchblutung
Langzeitprognose
Die Prognose hat sich durch moderne Behandlungen deutlich verbessert. Viele Menschen können ein aktives Leben führen, wenn die Erkrankung früh erkannt und richtig behandelt wird. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung stehen gute Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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