Ekzem mit Fieber: Das sollten Sie wissen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Ekzem ist eine entzündete, gerötete und oft juckende Hautstelle. Wenn neben dem Ekzem auch Fieber auftritt, ist das häufig ein Zeichen, dass die Haut zusätzlich infiziert ist – zum Beispiel mit Bakterien oder Viren. Selten kann auch ein starker Ekzemschub mit erhöhter Körpertemperatur einhergehen. Auf jeden Fall sollte eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache abklären.
Wichtige Fakten
- Ekzeme sind entzündete und oft juckende Hautstellen.
- Fieber bei einem Ekzem kann auf eine Hautinfektion hinweisen.
- Die Behandlung hängt von der Ursache ab – manchmal sind Medikamente nötig.
- Mit guter Pflege und ärztlicher Hilfe ist die Prognose meist sehr gut.
Ekzeme selbst sind sehr häufig, besonders bei Kindern. Dass zusätzlich Fieber auftritt, ist seltener und sollte immer medizinisch abgeklärt werden.
Ekzeme können Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig sind Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Infektionen mit Fieber können bei jedem auftreten, aber Menschen mit geschwächter Immunabwehr oder stark beanspruchter Haut haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Fieber über 39,5 Grad Celsius
- Bewusstseinsstörungen oder Ohnmacht
- Atemnot oder pfeifende Atmung
- Plötzlich auftretende große, schmerzhafte Blasen auf dem Ekzem
- Anzeichen einer Blutvergiftung: hohes Fieber, Schüttelfrost, schneller Herzschlag, Verwirrtheit. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Fieber über 38 Grad Celsius über mehr als einen Tag
- ⚠Deutliche Rötung, Schwellung oder Wärmegefühl rund um das Ekzem
- ⚠Eiter oder stark nässende Stellen
- ⚠Starke Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Haut
- ⚠Ausbreitung des Ekzems trotz Behandlung
Häufige Symptome
- Juckreiz, Rötung, Trockenheit der Haut
- Fieber, also eine Körpertemperatur über 38 Grad Celsius
- Allgemeines Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit
- Geschwollene Lymphknoten in der Nähe der betroffenen Hautstelle
- Möglicherweise nässende, krustige oder blasenbildende Hautstellen
Symptome bei Kindern
- Unruhe, vermehrtes Weinen und Anhänglichkeit
- Hautstellen, die plötzlich nässen oder Bläschen zeigen
- Appetitlosigkeit und erhöhte Schläfrigkeit
- Fieber, teils mit Schüttelfrost
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit
- Sehr trockene, rissige Haut mit schneller Verschlechterung
- Schüttelfrost und hohes Fieber
- Anzeichen von Flüssigkeitsmangel, zum Beispiel trockener Mund oder wenig Urin
Ursachen
Hauptursachen
- Ekzeme machen die Haut trocken und rissig, dadurch können Bakterien leicht eindringen.
- Eine bakterielle Infektion, zum Beispiel mit Staphylokokken, löst oft Fieber aus.
- Auch Viren wie Herpes-Viren können ein infiziertes Ekzem verursachen – das ist besonders bei Neurodermitis möglich.
- Seltener steckt eine Pilzinfektion oder eine andere Hauterkrankung dahinter.
Risikofaktoren
- Bestehendes Ekzem wie Neurodermitis
- Ständiges Kratzen und offene Hautstellen
- Geschwächtes Immunsystem
- Bestimmte Vorerkrankungen oder Medikamente
- Trockene Raumluft, starkes Schwitzen und Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Fieber und Hautveränderung gemeinsam auftreten
- Wenn die Haut plötzlich schmerzhaft, rot, geschwollen oder warm wird
- Wenn sich Bläschen auf oder neben dem Ekzem bilden
- Wenn ein Kind krank wirkt und Fieber hat
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn ein Ekzem immer wiederkommt und Sie unsicher sind, was es auslöst
- Wenn Sie eine individuelle Hautpflege-Strategie besprechen möchten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt schaut sich die Haut sorgfältig an, misst das Fieber und fragt nach Beschwerden und Vorerkrankungen. Auch die Leitlinien der AWMF zur Neurodermitis empfehlen, Hautinfektionen früh zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Hautabstrich: Mit einem Wattestäbchen wird eine Probe von der Haut genommen und im Labor auf Bakterien oder Pilze untersucht.
- Blutuntersuchung: Sie zeigt Entzündungszeichen im Körper.
- Allergietest, wenn ein allergisches Ekzem vermutet wird.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel kurz und schmerzlos. Sie brauchen nichts Besonderes vorzubereiten. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen jeden Schritt und bespricht mit Ihnen den nächsten Behandlungsplan.
Behandlung
Ziel ist es, die Haut zu beruhigen und die Ursache des Fiebers zu behandeln. Bei Fieber braucht der Körper Schonung. Je nach Diagnose kommen Cremes, feuchte Umschläge oder schulmedizinische Behandlungen zum Einsatz.
Selbsthilfe zu Hause
- Haut täglich mit einer rückfettenden, parfümfreien Creme pflegen
- Kurz und lauwarm duschen statt langem Wannenbad
- Haut nach dem Waschen sanft abtupfen, nicht reiben
- Nicht kratzen – bei Kindern helfen zum Beispiel Baumwollhandschuhe in der Nacht
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Lockere, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle tragen
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann entzündungshemmende Cremes verordnen. Bei einer bakteriellen Infektion wird ein Antibiotikum eingesetzt, bei einer Virusinfektion ein antivirales Mittel. Nur ein Arzt oder eine Ärztin darf solche Medikamente verschreiben. Nehmen Sie verordnete Mittel genau nach Anweisung ein und fragen Sie bei Unsicherheiten nach.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Ekzem ist ein regelmäßiger Tagesablauf hilfreich. Feste Pflegeroutinen und genügend Schlaf entlasten die Haut. Bei Fieber sollten Sie sich körperlich schonen, ausreichend trinken und die Temperatur regelmäßig messen.
Tipps für den Alltag
- Stress möglichst vermeiden – zum Beispiel mit ruhigen Atemübungen
- Für eine angenehme Luftfeuchtigkeit in den Räumen sorgen
- Nicht rauchen und Alkohol nur wenig trinken
- Regelmäßiger Rhythmus mit ausreichend Erholung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Haut, aber eine bestimmte „Ekzem-Diät“ gibt es nicht. Beobachten Sie, ob bestimmte Lebensmittel Ihre Haut beeinflussen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder sanftes Radfahren ist gut. Starkes Schwitzen sollten Sie meiden, da Schweiß die Haut reizen kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein sichtbares Ekzem kann das Selbstwertgefühl belasten. Juckreiz, Fieber und schlaflose Nächte sind kräftezehrend. Es ist normal, sich zeitweise niedergeschlagen zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem medizinischen Team über seelische Belastungen zu sprechen.
Vorbeugung
Einer Ekzem-Neigung kann man nicht direkt vorbeugen, aber mit guter Hautpflege und dem Meiden persönlicher Auslöser lassen sich viele Schübe vermeiden. Das Risiko für eine Infektion sinkt, wenn Sie die Haut gut pflegen und früh auf Warnzeichen achten.
Impfungen
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren Impfschutz. Schutzimpfungen können schwere Infektionen verhindern, die auch die Haut betreffen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine bakterielle Infektion kann sich im Körper ausbreiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
- Ein Herpes-bedingtes Ekzem kann schwere, schmerzhafte Hautreaktionen auslösen.
- Es können Narben oder dauerhafte Hautverfärbungen entstehen.
- Ohne Behandlung steigt das Fieber womöglich weiter an und belastet den Körper stark.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einer guten Hautpflege heilen Ekzeme mit Fieber meist gut ab. Wer früh handelt, hat die besten Aussichten. Auch wenn Hautkrankheiten Geduld verlangen: Viele Menschen erreichen eine deutliche Besserung und bessere Lebensqualität.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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