First degree heart block
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein AV-Block ersten Grades ist eine leichte Verzögerung der elektrischen Weiterleitung zwischen den Vorhöfen und den Kammern des Herzens. Das Herz schlägt dabei regelmäßig, aber die Überleitung ist etwas langsamer. Meistens ist das harmlos und verursacht keine Beschwerden.
Wichtige Fakten
- Der AV-Block ersten Grades ist oft ein Zufallsbefund bei einer Routineuntersuchung.
- Viele Menschen haben keinerlei Symptome und benötigen keine Behandlung.
- Er kann bei gesunden Menschen, vor allem bei Sportlern, auftreten.
Ja, ein AV-Block ersten Grades ist relativ häufig. Schätzungsweise etwa 1 von 100 Erwachsenen hat diese Veränderung im EKG, oft ohne es zu wissen.
Er kann in jedem Alter auftreten, wird aber häufiger bei älteren Menschen und bei Personen mit bestimmten Herzerkrankungen gefunden. Auch gut trainierte Sportler zeigen manchmal einen AV-Block ersten Grades.
Symptome
- Plötzliche Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Starke Schmerzen in der Brust, die in Arme, Rücken oder Kiefer ausstrahlen
- Schwere Atemnot, die nicht nachlässt
- Sehr langsamer oder unregelmäßiger Puls mit Schwindel
- ⚠Wiederkehrender Schwindel oder Ohnmachtsanfälle ohne klare Ursache
- ⚠Anhaltende Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- ⚠Herzklopfen oder das Gefühl von Aussetzern, das Sie beunruhigt
Häufige Symptome
- Die meisten Menschen haben keine Symptome.
- Manchmal: leichte Müdigkeit, Schwindel oder ein Gefühl von Herzrasen
Symptome bei Kindern
- Auch bei Kindern verursacht der AV-Block ersten Grades in der Regel keine Beschwerden.
- Nur sehr selten: Unwohlsein, Kurzatmigkeit oder schnelle Erschöpfung bei Belastung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft symptomlos, aber kann bei anderen Herzerkrankungen deutlicher werden.
- Mögliche Anzeichen: Müdigkeit, Schwächegefühl oder kurzzeitiges Schwanken
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingte Veränderungen an den elektrischen Leitungsbahnen des Herzens
- Erhöhter Vagotonus (verstärkte Wirkung des Parasympathikus), z. B. bei Sportlern
- Bestimmte Herzerkrankungen wie eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder Durchblutungsstörungen
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Betablocker, Kalziumkanalblocker, bestimmte Herzmedikamente)
Risikofaktoren
- Fortgeschrittenes Alter
- Bestehende Herzkrankheiten, z. B. koronare Herzkrankheit
- Bluthochdruck
- Schilddrüsenerkrankungen
- Elektrolytstörungen (z. B. zu viel Kalium im Blut)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Schwindel, Ohnmacht oder Brustschmerz sofort Notarzt rufen (112).
- Wenn Sie einen sehr langsamen Puls (< 40 Schläge pro Minute) mit Schwäche bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt oder Kardiologen, wenn Sie immer wieder Herzstolpern oder unerklärliche Müdigkeit verspüren.
- Nach einem Zufallsbefund im EKG sollte ein Arzt die Ursache abklären.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel mit einem Ruhe-EKG gestellt. Dabei misst man die Zeit, die der elektrische Impuls von den Vorhöfen zu den Kammern braucht (PQ-Zeit). Ist diese verlängert, spricht man von einem AV-Block ersten Grades.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG)
- Langzeit-EKG (über 24 Stunden)
- Belastungs-EKG (Fahrrad-Ergometrie)
- Echokardiografie (Ultraschall des Herzens)
- Gegebenenfalls Blutuntersuchung auf Elektrolyte und Schilddrüsenwerte
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Eine EKG-Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Das Langzeit-EKG trägt man für einen Tag, um auch seltene Rhythmusstörungen zu erfassen. Ihr Arzt wird die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und erklären, ob weitere Schritte nötig sind.
Behandlung
In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich. Der AV-Block ersten Grades gilt als harmlose Normvariante. Nur wenn er durch eine Grunderkrankung verursacht wird oder Symptome auftreten, kann eine Behandlung sinnvoll sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung.
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol- und Nikotinkonsum.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber hören Sie auf Ihren Körper und vermeiden Sie Überanstrengung.
- Führen Sie ein Tagebuch über mögliche Symptome, das Sie Ihrem Arzt zeigen können.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Zum Beispiel können Medikamente, die die Überleitungszeit verlängern, abgesetzt oder die Dosis angepasst werden. Bei bestimmten Herzerkrankungen wird die Grunderkrankung behandelt. In sehr seltenen Fällen – wenn der Block fortschreitet oder Symptome verursacht – kann ein Herzschrittmacher notwendig sein. Diese Entscheidung trifft der Kardiologe nach gründlicher Untersuchung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Herzschrittmacher wird nur dann eingesetzt, wenn der AV-Block sich zu einem höhergradigen Block entwickelt oder starke Symptome wie Ohnmacht auftreten. Die Operation wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist ein Routineeingriff.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit AV-Block ersten Grades können ein völlig normales Leben führen, ohne Einschränkungen im Alltag oder Beruf.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren.
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.
- Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung.
- Verzichten Sie auf Rauchen und beschränken Sie Alkohol.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig gesättigten Fetten ist empfehlenswert. Moderate sportliche Aktivität an den meisten Tagen der Woche ist in Ordnung – bei Sportlern ist der AV-Block ersten Grades oft ein Zeichen guter körperlicher Fitness. Besprechen Sie Ihr Trainingsprogramm mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzanomalie kann zunächst verunsichern. Oft ist jedoch eine Entwarnung möglich. Falls Sie Ängste oder Stress verspüren, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder suchen Sie eine psychologische Beratungsstelle auf.
Vorbeugung
Ein AV-Block ersten Grades lässt sich nicht immer verhindern, da er oft altersbedingt oder angeboren ist. Sie können jedoch Ihr Herz-Kreislauf-Risiko senken, indem Sie Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin im Normalbereich halten. Auch der Verzicht auf Rauchen und eine gesunde Ernährung tragen zur Herzgesundheit bei.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges EKG-Screening ist für gesunde Menschen ohne Symptome nicht empfohlen. Bei Risikofaktoren oder Beschwerden kann Ihr Arzt ein EKG veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein AV-Block ersten Grades allein führt nur sehr selten zu Komplikationen.
- Bei Fortschreiten zu einem höhergradigen Block (zweiten oder dritten Grades) können Symptome wie Schwindel, Ohnmacht oder Herzinsuffizienz auftreten.
- Wenn der Block durch eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung verursacht wird, kann diese ohne Therapie fortschreiten.
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den allermeisten Fällen ausgezeichnet. Die meisten Menschen mit AV-Block ersten Grades haben keinerlei Einschränkungen und eine normale Lebenserwartung. Sollte sich die Situation ändern, stehen moderne Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Fragen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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