Fungal nail infection
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Pilzinfektion des Nagels (medizinisch: Onychomykose) ist eine häufige, ansteckende Erkrankung, bei der sich Pilze, meist Fadenpilze (Dermatophyten), im Nagelbett oder unter dem Nagel ausbreiten. Der Nagel wird dick, verfärbt sich gelb-weißlich oder bröckelt. Die Infektion betrifft meist Zehennägel, seltener Fingernägel.
Wichtige Fakten
- Pilzinfektionen der Nägel kommen sehr häufig vor, vor allem an den Füßen.
- Sie sind ansteckend und können sich auf andere Nägel oder Personen ausbreiten.
- Ohne Behandlung heilt die Infektion meist nicht von selbst aus und kann zu Komplikationen führen.
Ja, Pilzinfektionen der Nägel sind eine der häufigsten Nagelerkrankungen. Schätzungen zufolge sind etwa 3 bis 10 Prozent der Bevölkerung betroffen, bei älteren Menschen sogar bis zu 20 Prozent.
Jeder kann einen Nagelpilz bekommen. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen, Sportler (durch Schwitzen in Schuhen), Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Wenn die Infektion plötzlich von starken Schmerzen, Rötung, Überwärmung und Fieber begleitet wird (Verdacht auf eine schwere bakterielle Zusatzinfektion).
- Wenn sich die Infektion schnell auf umliegende Haut oder den ganzen Fuß ausbreitet.
- ⚠Starke Schwellung oder Schmerz rund um den Nagel, die innerhalb von 24 Stunden ärztlich abgeklärt werden sollte.
- ⚠Eiter oder Flüssigkeitsansammlung unter dem Nagel.
Häufige Symptome
- Der Nagel wird dick und hart.
- Verfärbung: gelb, weiß, bräunlich oder grünlich.
- Der Nagel wird brüchig, splittert oder löst sich vom Nagelbett (Nagelablösung).
- Unter dem Nagel sammeln sich Hornreste (Subungualhyperkeratose).
- Oft tritt ein unangenehmer Geruch auf.
- Meist keine Schmerzen, nur selten Druckgefühl oder leichte Schwellung.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Pilzinfektionen der Nägel seltener, können aber vorkommen, wenn enge Schuhe getragen werden oder in der Familie ein Befall besteht.
- Symptome ähneln denen bei Erwachsenen: Verfärbung, Verdickung, Brüchigkeit.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Nägel oft dicker und trockener, was die Infektion begünstigt.
- Die Heilung kann länger dauern, da das Nagelwachstum verlangsamt ist.
- Häufigere Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen erschweren die Behandlung.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion durch Fadenpilze (Dermatophyten), seltener durch Schimmelpilze oder Hefepilze.
- Ansteckung durch direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren.
- Ansteckung über kontaminierte Oberflächen: B. öffentliche Duschen, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Handtücher, Nagelscheren.
Risikofaktoren
- Feuchte, warme Umgebung (z. B. enge, dichte Schuhe, starkes Schwitzen).
- Hautpilzinfektionen wie Fußpilz (Tinea pedis).
- Verletzungen der Nägel oder Nagelhaut.
- Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit).
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Diabetes, HIV, Chemotherapie).
- Hohes Alter (langsameres Nagelwachstum).
- Rauchen (schlechtere Durchblutung).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Nagel schmerzhaft wird, sich entzündet oder Eiter austritt.
- Wenn Sie Diabetes haben oder Ihr Immunsystem geschwächt ist.
- Wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich um einen Pilz handelt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine Nagelveränderung bemerken, die länger als einige Wochen anhält.
- Wenn Sie wiederholt Nagelpilzinfektionen haben.
- Vor einer Behandlung in Eigenregie – besser ärztlich abklären lassen.
Diagnose
Der Arzt (meist Hausarzt, Dermatologe oder Podologe) untersucht den Nagel genau. Oft reicht der Anblick aus, um einen Pilz zu vermuten. Zur Sicherung wird eine Nagelprobe entnommen.
Mögliche Untersuchungen
- Mikroskopische Untersuchung: Ein kleines Nagelstück wird im Labor unter dem Mikroskop auf Pilze untersucht.
- Pilzkultur: Die Probe wird auf Nährboden gegeben, um die Pilzart genau zu bestimmen (dauert 2–4 Wochen).
- Manchmal auch eine PCR (Gen-Test) – schneller und genauer.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Nagelprobe ist schmerzlos – der Arzt schneidet oder raspelt ein kleines Stück vom abgestorbenen Nagel ab. Die Befunde liegen meist nach einigen Tagen bis Wochen vor.
Behandlung
Nagelpilz ist behandelbar, erfordert aber Geduld, da der Nagel nachwachsen muss. Die Therapie richtet sich nach Schweregrad, Ausdehnung und der betroffenen Nagelzahl.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Füße trocken und sauber.
- Feilen Sie dicke Nagelstellen vorsichtig ab – verwenden Sie eine separate Feile, die Sie danach reinigen.
- Tragen Sie atmungsaktive Schuhe und Baumwollsocken, wechseln Sie täglich.
- Desinfizieren Sie Nagelscheren und Feilen.
- Verwenden Sie in öffentlichen Duschen oder Bädern Badeschlappen.
- Keine Hausmittel wie Essig oder Teebaumöl – sie helfen selten ausreichend und können die Haut reizen.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann äußerlich wirkende Mittel (Lacke, Cremes oder Tinkturen) verschreiben, die regelmäßig über Monate aufgetragen werden. Bei ausgedehntem Befall oder wenn äußere Mittel nicht wirken, kommen innerlich einzunehmende Medikamente (Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika) in Betracht. Diese müssen streng nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden, da sie Nebenwirkungen haben können. In manchen Fällen kann der Arzt den kranken Nagelteil mit speziellen Geräten oder einer Paste weich machen und abtragen (chemische Nagelentfernung).
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine operative Entfernung des gesamten Nagels ist heute selten nötig. Nur bei sehr hartnäckigen, schmerzhaften oder mehrfach rezidivierenden Infektionen kann eine vollständige Nagelentfernung erwogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Mit Nagelpilz können Sie in der Regel gut leben. Achten Sie auf Fußhygiene, vermeiden Sie Ansteckung anderer und bleiben Sie geduldig bei der Behandlung.
Tipps für den Alltag
- Täglich Füße waschen und gründlich abtrocknen (auch zwischen den Zehen).
- Besuchen Sie medizinische Fußpflege (Podologie), um die Nägel fachgerecht zu versorgen.
- Verzichten Sie auf Nagellack und künstliche Nägel während der Behandlung.
- Nutzen Sie eigene Handtücher, Socken und Schuhe, um andere nicht anzustecken.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Vitaminen und Mineralien (Zink, Eisen, Biotin) unterstützt das Nagelwachstum. Bewegung fördert die Durchblutung, was die Heilung begünstigt – aber achten Sie auf trockene Füße nach dem Sport.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Nagelpilz kann störend und peinlich sein, besonders wenn er sichtbar ist. Das kann zu Scham oder Vermeidungsverhalten führen. Es ist wichtig zu wissen: Die Infektion ist behandelbar, und viele Menschen sind betroffen – Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Ja, mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken: Halten Sie Ihre Füße trocken, tragen Sie in Schwimmbädern und öffentlichen Duschen immer Badeschlappen, wechseln Sie täglich Socken, desinfizieren Sie Nagelscheren und teilen Sie Handtücher nicht mit anderen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung auf andere Nägel oder die umliegende Haut (Fußpilz).
- Dauerhafte Nagelverformung oder -verlust.
- Schmerzen beim Gehen oder Tragen von Schuhen.
- Bei Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen: Risiko für offene Wunden und schwere bakterielle Infektionen (Fußulkus, Erysipel).
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung hat Nagelpilz eine gute Heilungschance. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Aussichten. Auch wenn es Zeit braucht: Die meisten Menschen können ihre Nägel wieder gesund bekommen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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