Hand foot and mouth disease adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine häufige, meist harmlose Virusinfektion, die Bläschen und Hautausschläge an Händen, Füßen und im Mund verursacht. Sie wird durch Viren aus der Gruppe der Enteroviren ausgelöst, am häufigsten durch das Coxsackie-Virus. Die Erkrankung verläuft bei Erwachsenen oft stärker als bei Kindern, heilt aber in der Regel von selbst aus.
Wichtige Fakten
- Die Krankheit ist hochansteckend, aber meist harmlos.
- Sie tritt vor allem im Sommer und Herbst auf.
- Eine Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit Speichel, Bläschenflüssigkeit oder Stuhl einer infizierten Person.
Ja, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist weltweit sehr häufig. Sie betrifft vor allem Kinder unter 10 Jahren, kann aber auch Erwachsene treffen.
Am häufigsten erkranken Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter. Erwachsene können sich anstecken, wenn sie engen Kontakt zu erkrankten Kindern haben – zum Beispiel als Eltern oder Erzieher.
Symptome
- Anzeichen einer Dehydration (trockene Haut, trockener Mund, keine Tränen beim Weinen, weniger als 4 nasse Windeln am Tag oder kein Urin in 8 Stunden)
- Hohes Fieber über 39,5°C, das durch fiebersenkende Maßnahmen nicht sinkt
- Starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Lichtempfindlichkeit (Hinweis auf Hirnhautentzündung)
- Plötzliche Verwirrtheit oder Krampfanfall
- ⚠Anhaltend hohes Fieber über 3 Tage
- ⚠Starke Schmerzen, die das Trinken unmöglich machen
- ⚠Verschlechterung des Allgemeinzustands
- ⚠Bläschen, die eitrig werden oder sich entzünden
Häufige Symptome
- Fieber (meist 38–39°C, hält 1–2 Tage an)
- Halsschmerzen oder schmerzhaftes Schlucken
- Appetitlosigkeit
- Rote, schmerzhafte Bläschen an Zunge, Zahnfleisch, Innenseiten der Wangen
- Hautausschlag mit kleinen, roten Flecken und Bläschen – vor allem an Handflächen, Fußsohlen, aber auch an Po und Beinen
Symptome bei Kindern
- Oft plötzliches hohes Fieber
- Ungewöhnliches Quengeln oder Weinen wegen Mundschmerzen
- Viel Speicheln (weil Schlucken weh tut)
- Verweigern von Essen und Trinken
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Hautausschläge können ausgedehnter und schmerzhafter sein
- Stärkere Müdigkeit und Gliederschmerzen
- Seltener, aber möglich: stärkere Fieberreaktion
- Möglicherweise auch Nagelveränderungen (Nagelablösung) Wochen nach der Infektion
Ursachen
Hauptursachen
- Infektion mit Enteroviren, meist Coxsackie-Virus A16 oder Enterovirus 71
- Übertragung durch Tröpfchen (Husten, Niesen) oder direkten Kontakt mit Bläschenflüssigkeit
- Schmierinfektion über verunreinigte Gegenstände (Türklinken, Spielzeug, Handtücher)
Risikofaktoren
- Enger Kontakt zu erkrankten Kindern in Familie, Kita oder Schule
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen (Kitas, Schulen, Schwimmbäder)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder chronische Erkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf Dehydration (zu wenig trinken, trockene Haut, eingefallene Augen)
- Bei hohem Fieber, das länger als 3 Tage anhält oder sehr hoch ist (>39,5°C)
- Bei Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion der Bläschen (Eiter, starke Rötung)
- Bei Kopf- oder Nackenschmerzen, besonders mit Fieber
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur Bestätigung der Diagnose, wenn Sie unsicher sind
- Wenn die Symptome nach einer Woche nicht besser werden
- Wenn Sie schwanger sind (vorsorgliche Abklärung)
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin meist anhand des typischen Erscheinungsbildes von Bläschen an Händen, Füßen und im Mund. Die Krankengeschichte (Kontakt zu Erkrankten) hilft ebenfalls.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine Tests nötig
- Bei unklarem Verlauf kann ein Abstrich von Bläschenflüssigkeit oder Stuhl auf Viren untersucht werden (selten nötig)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt oder die Ärztin schaut sich Mund, Hände und Füße genau an. Bei Bedarf wird noch Fieber gemessen. Meist steht die Diagnose sofort fest.
Behandlung
Die Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, bis die Infektion von selbst abklingt. Es gibt kein spezielles Medikament gegen die Viren. Antibiotika helfen nicht, da es sich um eine Virusinfektion handelt.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: Wasser, ungesüßter Tee oder verdünnte Fruchtsäfte – am besten kühl oder lauwarm, damit die Bläschen im Mund nicht reizen
- Weiche oder flüssige Nahrung: Joghurt, Pudding, Suppen, Brei – vermeiden Sie scharfe, saure oder harte Speisen
- Mundspülungen mit lauwarmem Salzwasser oder Kamillentee können die Schmerzen lindern
- Ruhe und Schonung: Der Körper braucht Energie zur Virenabwehr
- Hände häufig waschen, um eine Ausbreitung zu vermeiden
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf können schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel ohne Markennamen (wie Paracetamol oder Ibuprofen) eingenommen werden – fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach einem geeigneten Präparat. Mundgel oder -spray mit örtlich betäubender Wirkung kann helfen. Bei starken Schmerzen oder Komplikationen wird der Arzt eine individuelle Behandlung vorschlagen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Chirurgische Eingriffe sind bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit nie erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Während der akuten Phase (etwa 5–7 Tage) sollten Sie zu Hause bleiben, bis das Fieber abgeklungen ist und die Bläschen verkrustet sind. Vermeiden Sie engen Kontakt zu anderen Personen, vor allem zu Babys, Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Tipps für den Alltag
- Hände gründlich mit Seife waschen, besonders nach Toilettengang und vor dem Essen
- Oberflächen (Türklinken, Wasserhähne) regelmäßig reinigen
- Eigene Handtücher, Zahnbürste, Besteck verwenden
- Wenn möglich, andere Familienmitglieder getrennt schlafen lassen
Ernährung und Bewegung
Leichte Schonkost und viel trinken. Sport ist während der akuten Erkrankung nicht empfehlenswert. Nach Genesung können Sie langsam wieder Bewegung einbauen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Schmerzen und das Fieber können Unwohlsein und Gereiztheit verursachen. Bei Erwachsenen kann die erzwungene Ruhephase auch psychisch belasten. Gönnen Sie sich Zeit, lesen Sie ein Buch oder schauen Sie Filme, um sich abzulenken.
Vorbeugung
Eine vollständige Vermeidung ist schwierig, aber Sie können das Ansteckungsrisiko senken durch regelmäßiges Händewaschen, gründliche Reinigung von Gegenständen und Vermeidung von engem Kontakt zu Erkrankten.
Impfungen
In Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dehydration (Austrocknung) durch Trinkverweigerung wegen Mundschmerzen
- In seltenen Fällen: virusbedingte Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis)
- Nagelveränderungen (Nagelablösung) Wochen nach der Infektion – verschwinden meist von selbst
- Bakterielle Superinfektion der Bläschen (z. B. mit Streptokokken)
Langzeitprognose
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft bei Erwachsenen fast immer gutartig und heilt nach etwa einer Woche bis zehn Tagen von selbst. Die Bläschen trocknen ein und die Haut schuppt sich ab. Nur sehr selten kommt es zu ernsthaften Komplikationen. Nach der Infektion besteht eine Immunität gegen das auslösende Virus, eine erneute Ansteckung mit einem anderen Enterovirus ist aber möglich. Insgesamt ist die Prognose sehr gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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