Hämorrhoiden: Selbsthilfe im Alltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hämorrhoiden sind stark durchblutete Gefäßpolster am Ende des Darmausgangs. Sie können anschwellen und Beschwerden wie Jucken, Brennen oder Blutungen verursachen.
Wichtige Fakten
- Hämorrhoiden sind sehr häufig und in den meisten Fällen nicht gefährlich.
- Mit einfachen Maßnahmen wie mehr Ballaststoffen und ausreichend Trinken können Sie viel selbst tun.
- Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – das ist der erste Schritt zur Besserung.
Ja, Hämorrhoiden sind eine der häufigsten Erkrankungen im unteren Verdauungstrakt. Schätzungen zufolge hat etwa jeder vierte Erwachsene einmal im Leben Beschwerden.
Hämorrhoiden können jede Person betreffen. Häufiger sind sie bei Schwangeren, bei Menschen mit Verstopfung und bei älteren Erwachsenen. Aber auch jüngere Menschen sind nicht selten betroffen.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn sehr starke Blutungen aus dem After auftreten und nicht aufhören.
- Rufen Sie die 112, wenn Sie bei Blutverlust Schwindel, Ohnmacht oder Kreislaufprobleme bemerken.
- ⚠Starke, plötzlich auftretende Schmerzen am After – bitte noch am selben Tag ärztlich vorstellen.
- ⚠Fieber, Schüttelfrost oder eitriger Ausfluss – das kann auf einen Abszess hinweisen.
- ⚠Blut im Stuhl, besonders wenn es das erste Mal auftritt oder mit anderen Darmbeschwerden verbunden ist.
Häufige Symptome
- Blut (hellrot) auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
- Jucken und Brennen am After
- Schmerzen oder Druckgefühl beim Sitzen
- Weiche oder geschwollene Knoten am After tastbar
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Hämorrhoiden selten. Meist sind sie eine Folge von hartem Stuhlgang durch Verstopfung.
- Mögliche Zeichen sind Blut auf dem Toilettenpapier oder Schmerzen beim Stuhlgang.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter werden Bindegewebe und Muskeln schwächer, dadurch können Hämorrhoiden leichter entstehen.
- Die Beschwerden können stärker sein und länger anhalten, eine ärztliche Abklärung ist daher wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Starker Druck beim Stuhlgang durch Pressen oder hartes Stuhl
- Chronische Verstopfung oder Durchfall
- Schwangerschaft und Geburt
- Langes Sitzen auf der Toilette oder im Alltag
Risikofaktoren
- Ballaststoffarme Ernährung
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Schwere körperliche Arbeit oder schweres Heben
- Bindegewebsschwäche
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen haben, Fieber auftritt oder Sie größere Mengen Blut verlieren, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe – am besten in einer Praxis oder Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Blut am Stuhl oder am Toilettenpapier bemerken, sollten Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder einer proktologischen Praxis machen, auch wenn die Beschwerden leicht sind. Nur so kann eine genaue Ursache abgeklärt werden.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht den After und den Enddarm. Das klingt unangenehm, ist aber meist schnell vorbei und nicht sehr schmerzhaft.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung (digital-rektale Untersuchung) mit dem Finger
- Proktoskopie: Untersuchung des Enddarms mit einem kurzen, starren Rohr
- Darmspiegelung (Koloskopie), wenn eine andere Ursache ausgeschlossen werden soll
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Untersuchung liegen Sie auf der Seite oder in Knie-Ellbogen-Lage. Die Ärztin oder der Arzt führt einen behandschuhten Finger oder ein Instrument ein, um den Enddarm zu beurteilen. Es kann kurz unangenehm sein, ist aber in der Regel gut auszuhalten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und dem Befund. In den meisten Fällen helfen einfache Maßnahmen gegen Verstopfung und eine gute Homanalyse. Bei stärkeren Beschwerden gibt es ärztliche Behandlungen, die ohne Operation auskommen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees (etwa 1,5 bis 2 Liter am Tag)
- Essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z.B. Spaziergänge oder leichter Sport
- Nehmen Sie Sitzbäder mit warmem Wasser (ohne Zusätze) für 10 bis 15 Minuten ein
- Vermeiden Sie Pressen beim Stuhlgang und halten Sie den Stuhl nicht zurück
- Nutzen Sie weiches, feuchtes Toilettenpapier oder reinigen Sie den After schonend mit Wasser
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen eine Salbe, Creme oder ein Zäpfchen verschreiben, das die Beschwerden lindert. Es gibt auch Verfahren, bei denen die Hämorrhoiden verödet oder mit einem Gummiband abgebunden werden. Welche Methode sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab – die Ärztin oder der Arzt berät Sie gerne.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig. Sie kommt infrage, wenn starke Beschwerden trotz allen anderen Maßnahmen nicht besser werden oder wenn komplizierte Hämorrhoiden vorliegen. Auch dann gibt es verschiedene schonende Operationsmethoden.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf eine gute Reinigung ohne zu starkes Reiben. Vermeiden Sie langes Sitzen und legen Sie bei Bedarf ein Sitzkissen ein. Toilettengänge sollten Sie nicht hinauszögern, aber auch nicht länger als nötig auf der Toilette sitzen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung in den Alltag einbauen: Treppen statt Aufzug, kurze Spaziergänge
- Regelmäßige Toilettenzeiten, z.B. nach dem Frühstück
- Auf starkes Pressen verzichten
- Stress abbauen, zum Beispiel mit Entspannungsübungen oder Atemtechniken
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen und ausreichend Flüssigkeit sorgt für weichen Stuhl und erleichtert den Toilettengang. Regelmäßige Bewegung kurbelt die Darmtätigkeit an und kann Beschwerden vorbeugen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hämorrhoiden sind unangenehm und können Scham auslösen. Sie sind aber sehr häufig. Es ist hilfreich, mit einer Vertrauensperson darüber zu sprechen, denn der Weg zum Arzt wird dadurch leichter.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen lassen sich Hämorrhoiden durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Entscheidend sind eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung und ein entspannter Toilettengang.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie Blut am Stuhl bemerken, ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um Darmkrebs und andere Erkrankungen auszuschließen. Die gesetzlichen Früherkennungsprogramme zur Darmkrebsvorsorge können Sie dazu nutzen – sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hämorrhoiden sind meist harmlos. Ohne Behandlung können aber einige Komplikationen auftreten: Ein Blutgerinnsel in einem Hämorrhoidealknoten (Thrombose) verursacht starke Schmerzen.
- Bei wiederholten Blutungen kann eine Blutarmut (Anämie) entstehen.
- Sehr große Hämorrhoiden können zu einer Verschmutzung durch Stuhlaustritt führen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Bei den meisten Menschen bessern sich die Beschwerden mit einfachen Mitteln. Wenn nicht, gibt es schonende medizinische Verfahren. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hilft Ihnen, den passenden Weg zu finden – Sie sind damit nicht allein.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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