Hospital acquired pneumonia awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Pneumonie (Lungenentzündung), die während eines Krankenhausaufenthalts entsteht. Der Fachbegriff lautet nosokomiale Pneumonie. Bakterien, die im Krankenhaus vorkommen, sind oft resistenter gegen Antibiotika.
Wichtige Fakten
- Tritt bei Menschen auf, die bereits wegen einer anderen Erkrankung im Krankenhaus liegen.
- Häufig bei Patienten, die ein Beatmungsgerät benötigen (Beatmungspneumonie).
- Die Behandlung ist meist mit Antibiotika möglich, aber die Erreger können schwer zu bekämpfen sein.
Ja, im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen zählen zu den häufigsten Krankenhausinfektionen in Deutschland.
Vor allem Menschen, die auf Intensivstationen liegen oder nach Operationen geschwächt sind. Auch ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Starke Atemnot, die nicht nachlässt
- Blaue Lippen oder Zunge (Zeichen für Sauerstoffmangel)
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit mit akuter Verschlechterung
- Sehr hohes Fieber (>39°C) mit starkem Schüttelfrost
- ⚠Fieber und Husten, die sich während des Krankenhausaufenthalts verschlimmern
- ⚠Neue Brustschmerzen beim Atmen
- ⚠Gelber oder grüner Auswurf, der plötzlich auftritt
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Husten (oft mit grünlichem oder eitrigem Auswurf)
- Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung
- Schmerzen in der Brust beim Atmen oder Husten
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder mühsame Atmung (Nasenflügeln, Einziehungen zwischen den Rippen)
- Fieber, das nicht sinken will
- Trinkschwäche oder starke Müdigkeit
- Blaue Verfärbung von Lippen oder Fingernägeln (Sauerstoffmangel)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Weniger typisches Fieber (der Körper reagiert manchmal schwächer)
- Appetitlosigkeit und Schwäche
- Verschlechterung einer bestehenden chronischen Erkrankung
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, die im Krankenhaus vorkommen und oft resistent gegen gängige Antibiotika sind (z.B. MRSA, Pseudomonas).
- Auch Viren oder Pilze können eine Lungenentzündung auslösen, vor allem bei geschwächtem Immunsystem.
Risikofaktoren
- Langzeitbeatmung (Beatmungsgerät über Schlauch und Tubus)
- Operationen, vor allem im Bauch- oder Brustbereich
- Langer Krankenhausaufenthalt
- Eingeschwächtes Immunsystem (z.B. durch Krebs, Chemotherapie, HIV)
- Chronische Lungenkrankheiten wie COPD
- Schluckstörungen, die zu Eindringen von Speichel oder Nahrung in die Lunge führen können
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie während des Krankenhausaufenthalts plötzlich Fieber, Husten oder Atemnot bemerken.
- Wenn ein Patient auf der Intensivstation Anzeichen einer Infektion zeigt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Informieren Sie das Pflegepersonal bei ersten Anzeichen einer Erkältung oder neuem Husten.
- Nach der Entlassung: Bei anhaltendem Husten oder Fieber den Hausarzt aufsuchen.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Symptome, einer körperlichen Untersuchung (Abhören der Lunge) und Untersuchungen wie Röntgen oder Bluttests.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs (zeigt verschattete Bereiche in der Lunge)
- Blutuntersuchung (nach Anzeichen einer Infektion, z.B. erhöhte Entzündungswerte)
- Abstrich aus dem Rachen oder Auswurf (Sputumprobe), um den Erreger zu identifizieren
- Bei Beatmung: Proben aus dem Beatmungsschlauch
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und werden am Bett durchgeführt. Für die Röntgenaufnahme müssen Sie kurz stillhalten. Die Ergebnisse können innerhalb weniger Stunden bis Tage vorliegen.
Behandlung
Im Krankenhaus wird die Lungenentzündung meist mit Antibiotika behandelt. Die Wahl des Medikaments hängt vom Erreger und seiner Resistenzlage ab. Zusätzlich erhalten Sie Unterstützung bei der Atmung und bei der Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken (falls vom Arzt erlaubt), um den Schleim zu lösen.
- Frühzeitiges und regelmäßiges Bewegen, auch im Bett, um die Lungenbelüftung zu verbessern.
- Atemübungen, die vom Pflegepersonal oder Physiotherapeuten gezeigt werden (z.B. Atemtrainer).
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst Antibiotika gegen die Bakterien. Falls die Infektion durch resistente Erreger verursacht wird, können Kombinationen verschiedener Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Zusätzlich werden manchmal sauerstoffreiche Atemluft (Sauerstofftherapie) oder Medikamente zur Schleimverflüssigung gegeben. Bei schwerem Verlauf kann eine vorübergehende Beatmung nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nicht notwendig. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn sich ein Abszess oder Empyem (Eiteransammlung in der Lungenhülle) bildet, kann ein Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündung kann die Erholung einige Wochen dauern. Nehmen Sie sich Zeit und überfordern Sie sich nicht. Führen Sie langsam wieder Alltagsaktivitäten ein.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen.
- Achten Sie auf gute Händehygiene, um erneute Infektionen zu vermeiden.
- Ruhen Sie sich aus und hören Sie auf Ihren Körper.
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, ausgewogene Kost unterstützt das Immunsystem. Trinken Sie ausreichend (z.B. Wasser, Tee). Schonende Bewegung, anfangs Spaziergänge, fördert die Atmung. Vermeiden Sie aber anstrengende Aktivitäten, bis der Arzt Entwarnung gibt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine schwere Erkrankung kann Ängste auslösen oder belastend sein. Es ist normal, sich verunsichert oder niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie mit Angehörigen oder dem Behandlungsteam. Bei anhaltenden psychischen Belastungen stehen psychologische Beratungsstellen zur Verfügung.
Vorbeugung
Ja, im Krankenhaus wird viel zur Vorbeugung getan: strenge Hygiene, frühzeitige Mobilisierung, Handdesinfektion und spezielle Beatmungsprotokolle. Patienten können durch gute Händepflege und das Befolgen von Atemübungen selbst beitragen.
Impfungen
Gegen die Erreger der Krankenhauspneumonie gibt es keine spezielle Impfung. Allgemein werden Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken empfohlen, um Lungenentzündungen allgemein zu vermeiden – fragen Sie Ihren Hausarzt dazu.
Früherkennungsprogramme
In vielen Krankenhäusern werden Risikopatienten bei Aufnahme auf resistente Keime (wie MRSA) getestet, um eine gezielte Prävention zu ermöglichen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion (Sepsis) – lebensbedrohlich
- Atemversagen mit Beatmungspflicht
- Lungenabszess oder Empyem (Eiterbildung)
- Verschlechterung von chronischen Erkrankungen
Langzeitprognose
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung gut. Allerdings kann eine Krankenhauspneumonie schwerer verlaufen als eine außerhalb des Krankenhauses erworbene. Mit modernen Behandlungsmethoden und frühzeitiger Unterstützung erholen sich die meisten Patienten. Vertrauen Sie auf die Ärzte und das Pflegeteam – sie werden alles tun, um Sie gesund zu machen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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