Infektionen im Alter: Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Übersicht
Wenn bei einem älteren Menschen eine Infektion auftritt, haben Bakterien, Viren oder andere Erreger die Abwehrkräfte des Körpers überwunden. Da das Immunsystem mit dem Alter oft schwächer wird, kann der Körper weniger gut gegen diese Krankheitserreger kämpfen. In diesem Text erklären wir, woran man eine Infektion erkennt, was man selbst tun kann, und wann man eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren sollte.
Wichtige Fakten
- Infektionen können bei älteren Menschen untypische Symptome wie Verwirrtheit oder Stürze verursachen.
- Hohes Fieber ist nicht immer vorhanden – manche ältere Menschen haben bei einer Infektion sogar niedrige Körpertemperatur.
- Häufige Infektionen betreffen die Atemwege, die Blase oder die Haut.
Ja, Infektionen kommen im Alter häufiger vor. Menschen über 65 Jahren sind besonders anfällig, weil das Immunsystem natürlicherweise schwächer wird.
Ältere Menschen, insbesondere solche mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz- oder Lungenerkrankungen, sowie Menschen in Pflegeeinrichtungen sind besonders gefährdet.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall
- Schwere Atemnot
- Starke Brustschmerzen
- Plötzliche Verwirrtheit, die nicht aufhört
- ⚠Hohes Fieber über 39°C oder Schüttelfrost
- ⚠Starke Beschwerden oder starke Schmerzen
- ⚠Anhaltende Verwirrtheit
- ⚠Deutliche Schwäche oder Teilnahmslosigkeit
- ⚠Wenn die Atmung schneller oder ungewöhnlich deutlich anstrengender ist
Häufige Symptome
- Fieber
- Husten
- Schnupfen
- Schmerzen
- Müdigkeit
- Gefühl von Kranksein
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten Infektionen oft mit ähnlichen Symptomen wie Husten, Schnupfen und Fieber auf.
- Ein wichtiger Unterschied: Kinder mit schwerer Infektion können schläfrig, teilnahmslos oder schwer wach zu halten sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsveränderung
- Sturz aus bisher unklarer Ursache
- Appetitlosigkeit und verringerte Flüssigkeitszufuhr
- Allgemeine Schwäche oder Antriebslosigkeit
- Auffällige Änderung des Verhaltens oder der Teilnahme
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (z. B. Erkältungsviren, Grippeviren)
- Bakterien (z. B. Lungen- oder Blasenentzündungen)
- Pilze und andere Erreger (seltener)
Risikofaktoren
- höheres Lebensalter
- geschwächtes Immunsystem durch Alter oder Krankheit
- chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herzinsuffizienz, COPD)
- Pflegebedürftigkeit oder Aufenthalt im Krankenhaus
- Ernährungsmängel oder Flüssigkeitsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Verwirrtheit
- Schwere Atemnot
- Nicht mehr richtig essen oder trinken können
- Starke Verschlechterung des Allgemeinzustands
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Fieber über 38,5°C oder Fieber über mehrere Tage
- Unklare Schmerzen oder Druckgefühl
- Anhaltender Husten
- Brennen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang
- Rötung oder Schwellung der Haut mit Wärmegefühl
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt zuerst Fragen zu Beschwerden und Vorerkrankungen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Um die Ursache zu finden, sind oft weitere Tests nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Blutentnahme (Entzündungswerte, Blutbild)
- Urinprobe (bei Verdacht auf Blasenentzündung)
- Abstrich aus Rachen oder Nase
- Bildgebung wie Röntgen oder Ultraschall, falls nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist sind die Blut- und Urinproben schmerzfrei und schnell gemacht. Manchmal braucht es ein paar Stunden oder Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Besprechen Sie mit dem Team, wie Sie sich bei Fragen melden können.
Behandlung
Wie eine Infektion behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Bei einer Virusinfektion können die Beschwerden oft nur gelindert werden. Bei einer bakteriellen Infektion können Antibiotika helfen. Diese müssen von einer Ärztin oder einem Arzt verordnet werden. Ärztinnen und Ärzte in Deutschland orientieren sich dabei an den Behandlungsleitlinien der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser oder ungesüßten Tee), sofern die Ärztin/der Arzt nichts anderes sagt
- Körperliche Ruhe und ausreichend Schlaf
- Fieber mit ärztlich empfohlenen Maßnahmen und Mitteln lindern – fragen Sie dazu in der Apotheke oder in der Praxis
- Leicht verdauliche Mahlzeiten
- Regelmäßige Kontrolle von Trinkmenge und Allgemeinzustand
Medizinische Behandlungen
Arzt verschreibt bei einer bakteriellen Infektion eine Antibiotikatherapie. Diese muss vollständig nach Anweisung eingenommen werden, auch wenn man sich besser fühlt. Bei Virusinfektionen sind manchmal Medikamente sinnvoll, die die Beschwerden lindern – die Ärztin oder der Arzt entscheidet. Bei schweren Infektionen kann eine Behandlung im Krankenhaus mit Infusionen und Überwachung nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, etwa bei einem Abszess oder einer schweren Infektion an der Haut, ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, also ein Aufschneiden und Entwässern, notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Geben Sie Ihrem Körper Zeit zu heilen. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung, planen Sie Pausen ein und bitten Sie Angehörige oder Nachbarn um Hilfe beim Einkaufen oder bei der Hausarbeit, bis Sie sich wieder fit fühlen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, wenn die Infektion abgeklungen ist
- Hände regelmäßig waschen – besonders nach dem Kontakt mit anderen Menschen
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und genug Eiweiß
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, magerem Fleisch, Fisch und Vollkornprodukten stärkt die Abwehr. Tägliche Spaziergänge und einfache Kraftübungen helfen, Kraft und Gleichgewicht zu erhalten. Besprechen Sie intensive Sportarten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion kann Müdigkeit, Verwirrtheit und das Gefühl von Kraftlosigkeit auslösen. Das kann belastend sein. Sprechen Sie offen mit Angehörigen und Ihrem medizinischen Team, wenn Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen. Oft hilft es, Informationen zu bekommen und Unterstützung anzunehmen.
Vorbeugung
Viele Infektionen lassen sich durch einfache Maßnahmen verhindern, insbesondere durch sorgfältige Händehygiene, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und das Vermeiden von Kontakt zu erkrankten Personen. Lassen Sie sich außerdem zu den empfohlenen Impfungen beraten.
Impfungen
Im Alter gibt es Impfungen, die vor schweren Infektionen schützen können, zum Beispiel gegen Grippe, Pneumokokken und Gürtelrose. Auch eine Auffrischung des Tetanus- und Keuchhustenschutzes kann wichtig sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie persönlich empfohlen werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt Empfehlungen für Deutschland.
Früherkennungsprogramme
Auch wenn Sie sich gesund fühlen, lohnt sich eine regelmäßige ärztliche Kontrolle, um Risiken früh zu erkennen. Fragen Sie bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, ob ein sogenannter „Alters-Check-up“ sinnvoll ist. Damit können zum Beispiel Blutdruck, Blutzucker und Nierenwerte kontrolliert werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion im Körper (Sepsis)
- Lungenentzündung oder andere Organentzündungen
- Verschlechterung chronischer Grunderkrankungen wie Herz- oder Nierenschwäche
- Verwirrtheit und Verlust der Selbstständigkeit
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung erholen sich die meisten älteren Menschen von einer Infektion. Wichtig sind frühe Anzeichen, schnelle medizinische Hilfe und geduldige Erholung. Auch im Alter ist eine gute Behandlung möglich – sprechen Sie offen mit den Behandelnden über alle Fragen, die Sie haben.
Unterstützung finden
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026
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