Infektionen in der Schwangerschaft – verstehen und sicher handeln
Übersicht
Eine Infektion in der Schwangerschaft bedeutet, dass Viren oder Bakterien in Ihren Körper eingedrungen sind, während Sie schwanger sind. Viele dieser Infektionen sind harmlos und klingen von selbst wieder ab. Manche können aber das ungeborene Kind beeinflussen oder die Schwangerschaft erschweren. Deshalb ist eine gute ärztliche Betreuung besonders wichtig.
Wichtige Fakten
- Die meisten Infektionen sind harmlos und heilen ohne Folgen.
- Manche Erreger können von der Mutter auf das Kind übergehen – das lässt sich oft verhindern.
- Eine gesunde Lebensweise und Vorsorgeuntersuchungen senken das Risiko.
Ja, Infektionen wie Erkältungen oder Harnwegsinfekte kommen in der Schwangerschaft häufig vor. Der Körper verändert seine Abwehr, um das Kind zu schützen – dadurch ist man manchmal anfälliger.
Jede Schwangere kann eine Infektion bekommen, unabhängig vom Alter. Wichtig ist, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, insbesondere bei Fieber oder starken Beschwerden.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an, wenn Sie starke Atemnot haben.
- Bei Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit ist die 112 die richtige Nummer.
- Starke Blutungen aus der Scheide sind immer ein Notfall.
- Wenn Sie plötzlich keine Kindsbewegungen mehr spüren, suchen Sie sofort eine Klinik auf.
- ⚠Fieber über 38,5 Grad Celsius
- ⚠Starke Bauchschmerzen oder anhaltende Wehen
- ⚠Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- ⚠Eitriger oder übelriechender Ausfluss
- ⚠Anhaltendes Erbrechen oder Durchfall
Häufige Symptome
- Fieber
- Husten und Schnupfen
- Halsweh
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Übelkeit oder Durchfall
Symptome bei Kindern
- Wenn Ihr Neugeborenes eine Infektion hat, können Warnzeichen sein: auffallende Müdigkeit, Trinkschwäche, Fieber oder ungewöhnlich hohes Schreien.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann eine Infektion auch ohne Fieber auftreten und sich durch Verwirrtheit, Schwäche oder Schwindel bemerkbar machen.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren wie Erkältungs- oder Grippeviren
- Bakterien, zum Beispiel bei Blasenentzündungen oder in Lebensmitteln
- In seltenen Fällen Parasiten
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem durch bestehende Erkrankungen
- Rauchen oder Alkohol während der Schwangerschaft
- Umgang mit kranken Menschen ohne Schutz
- Ungekochte Lebensmittel mit rohem Fleisch oder Rohmilchkäse
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber über 38,5 Grad
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
- Ungewöhnlicher Ausfluss
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei jedem Routine-Vorsorgetermin in der Schwangerschaft
- Wenn Sie sich krank fühlen, auch wenn die Symptome mild sind
Diagnose
Der Arzt fragt Sie nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie. Je nach Verdacht werden zusätzliche Tests gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung
- Urintest
- Abstrich aus dem Bereich der Scheide oder des Muttermundes
- Ultraschall, um das Kind zu kontrollieren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Sie erhalten danach eine verständliche Erklärung und – falls nötig – eine Behandlung, die zu Ihrer Schwangerschaft passt. Die aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften (AWMF) werden dabei berücksichtigt.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Art der Infektion ab. In vielen Fällen hilft schonen und viel trinken. Wenn nötig, wählt der Arzt ein Medikament, das in der Schwangerschaft unbedenklich ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Flüssigkeit zu sich nehmen
- Schlafen und sich ausruhen
- Wadenwickel bei Fieber – aber vorher immer mit dem Arzt besprechen
- Regelmäßig lüften und trockene Raumluft vermeiden
Medizinische Behandlungen
Bei bakteriellen Infektionen kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, das für Schwangere geeignet ist. Auch fiebersenkende Mittel sind nach ärztlicher Rücksprache möglich. Bitte nehmen Sie nie Medikamente ohne ärztliche Beratung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind in der Schwangerschaft nur in seltenen Fällen nötig, etwa bei Eiteransammlungen, die nicht anders behandelt werden können. Ihr Ärzteteam erklärt Ihnen dann genau, was passiert.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie sich die Zeit zum Gesundwerden. Ihr Körper braucht jetzt Ruhe und Fürsorge.
Tipps für den Alltag
- Ausgewogene Ernährung
- Stress vermeiden und Pausen einplanen
- Sanfte Bewegungen, solange Sie sich wohlfühlen – aber nur nach ärztlicher Rücksprache
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leichte, vitaminreiche Kost und trinken Sie viel Wasser. Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt, wenn Sie keine Beschwerden haben. Bei Fieber gilt: Bettruhe statt Sport.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion während der Schwangerschaft kann Sorgen auslösen. Es ist völlig normal, sich belastet zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt darüber – und mit Menschen, denen Sie vertrauen. Wenn die Belastung zu groß wird, suchen Sie professionelle Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht jede Infektion ist vermeidbar, aber ein guter Schutz senkt das Risiko deutlich.
Impfungen
Die wichtigsten Impfungen sollten Sie bereits vor der Schwangerschaft erhalten haben. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Impfungen während der Schwangerschaft sind nur in bestimmten Fällen sinnvoll.
Früherkennungsprogramme
Die regulären Vorsorgeuntersuchungen umfassen auch Tests auf bestimmte Infektionen, die in der Schwangerschaft bedeutsam sein können.
Komplikationen
Unbehandelt
- Vorzeitige Wehen und Frühgeburt
- Das Kind könnte in der Entwicklung zurückbleiben
- Eine Übertragung der Infektion auf das Baby bei der Geburt
Langzeitprognose
Die allermeisten Infektionen in der Schwangerschaft verlaufen harmlos und ohne Folgen für das Kind. Mit einer guten medizinischen Betreuung und etwas Geduld werden die meisten Schwangeren und Babys gesund.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026
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