Bewegung und Sport bei Nierenerkrankungen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ihre Nieren filtern Ihr Blut und entfernen Abfallstoffe. Bei einer Nierenerkrankung arbeiten die Nieren nicht mehr richtig. Trotzdem können Sie mit einer passenden Bewegung viel für Ihre Gesundheit tun. Regelmäßige Bewegung stärkt Herz, Muskeln und Kreislauf und kann den Verlauf einer Nierenerkrankung günstig beeinflussen.
Wichtige Fakten
- Regelmäßige Bewegung ist auch bei Nierenerkrankungen sicher und sinnvoll, wenn Sie auf Ihren Körper hören.
- Bewegung hilft, den Blutdruck zu senken und das Herz zu stärken – das schützt die Nieren.
- Bei fortgeschrittener Nierenschwäche sollten Sie die Art und Dauer des Trainings vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen.
Ja, Nierenerkrankungen sind häufig. Etwa 10 von 100 Erwachsenen in Deutschland haben eine chronische Nierenerkrankung. Viele davon können von einem maßvollen Bewegungsprogramm profitieren.
Besonders betroffen sind Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht sowie ältere Menschen. Auch wenn jemand in der Familie Nierenprobleme hat, kann das Risiko erhöht sein.
Symptome
- Plötzliche Atemnot
- Brustschmerzen
- Bewusstlosigkeit
- Kaum noch Urinausscheidung innerhalb von 24 Stunden
- ⚠Starke Flankenschmerzen
- ⚠Blut im Urin
- ⚠Hohes Fieber mit Schüttelfrost
- ⚠Plötzliche starke Schwellungen an Beinen oder im Gesicht
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Schwellungen an Beinen, Knöcheln oder Augenlidern
- Veränderungen beim Wasserlassen, zum Beispiel weniger Urin oder Schaum im Urin
- Kurzatmigkeit bei leichter Anstrengung
Symptome bei Kindern
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Appetitlosigkeit
- Wachstumsverzögerung
- Unklares Fieber oder wiederkehrende Harnwegsinfekte
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Konzentrationsprobleme
- Starke Müdigkeit
- Rückenschmerzen oder Schmerzen im Flankenbereich
- Juckreiz ohne Hautausschlag
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bluthochdruck
- Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis)
- Erkrankungen des Bindegewebes
- Langfristige Einnahme bestimmter Schmerzmittel ohne ärztliche Kontrolle
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Rauchen
- Familiäre Vorbelastung
- Alter über 60 Jahre
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie während oder nach Bewegung plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder Schwindel bemerken, wählen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei starkem Blut im Urin, hohem Fieber oder sehr starken Flankenschmerzen suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis oder eine Klinik auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine Nierenerkrankung haben und mit einem Bewegungsprogramm beginnen möchten, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Wenn Sie älter sind oder Vorerkrankungen haben, lassen Sie einmal im Jahr Ihre Nierenfunktion überprüfen.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Anschließend werden Blut und Urin untersucht. Damit lässt sich die Nierenfunktion gut einschätzen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Dabei werden Kreatinin und die sogenannte eGFR gemessen. Die eGFR zeigt, wie gut die Nieren filtrieren.
- Urintest: Der Urin wird auf Eiweiß und Blut untersucht.
- Ultraschall der Nieren: So lassen sich Größe, Form und mögliche Stauungen erkennen.
- Blutdruckmessung: Hoher Blutdruck kann die Nieren schädigen und ist zugleich eine häufige Ursache.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nur wenige Minuten. Sie erhalten hinterher die Ergebnisse und einen persönlichen Plan für Behandlung und Bewegung. Falls nötig, werden Sie an eine Spezialistin oder einen Spezialisten für Nierenheilkunde (Nephrologe) überwiesen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache der Nierenerkrankung ab. Wichtig sind eine gute Blutdruckkontrolle, eine angepasste Ernährung und ausreichend Bewegung. Bewegung ist dabei keine Belastung, sondern ein Baustein der Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel mit zügigem Gehen, Radfahren oder Schwimmen.
- Hören Sie auf Ihren Körper und machen Sie Pausen, wenn Sie erschöpft sind.
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – besprechen Sie die Trinkmenge mit Ihrem Arzt, da sie bei fortgeschrittener Nierenschwäche begrenzt sein kann.
- Vermeiden Sie sehr intensives Training bei Fieber oder akuten Infekten.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, am besten mit einem eigenen Messgerät.
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung wird individuell festgelegt. Dazu können Medikamente gehören, die den Blutdruck oder den Blutzucker einstellen. Auch Mittel zur Entwässerung können eingesetzt werden. In fortgeschrittenen Fällen kommen Nierenersatzverfahren wie Dialyse in Betracht, manchmal auch eine Nierentransplantation. Was für Sie am besten geeignet ist, entscheidet Ihr medizinisches Team.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in besonderen Situationen nötig, zum Beispiel bei einer Nierentransplantation oder wenn eine Verengung der Nierenarterie vorliegt.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Bewegung fest in Ihren Alltag ein. Schon 20 bis 30 Minuten an den meisten Tagen der Woche machen einen großen Unterschied. Wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen und nicht überfordern.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben
- Alkohol nur in Maßen trinken
- Stress reduzieren, zum Beispiel mit Entspannungsübungen oder Spaziergängen
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten
- Für ausreichend Schlaf sorgen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und nicht zu viel tierischem Eiweiß kann die Nieren entlasten. Achten Sie auf viel Gemüse und Obst, aber fragen Sie bei bestimmten Lebensmitteln nach, wenn Ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist. Bewegung am besten regelmäßig und in einem Tempo, bei dem Sie sich noch unterhalten können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Nierenerkrankung kann Ängste und Sorgen auslösen. Bewegung hilft, den Kopf freizubekommen und das Selbstvertrauen zu stärken. Auch Gespräche mit Familie, Freunden oder einer psychologischen Beratungsstelle können sehr entlastend wirken.
Vorbeugung
Nicht alle Nierenerkrankungen sind vermeidbar. Sie können Ihr Risiko aber deutlich senken, indem Sie Ihren Blutdruck und Blutzucker im Blick behalten, sich regelmäßig bewegen, nicht rauchen und Schmerzmittel nicht ohne ärztliche Absprache über einen langen Zeitraum einnehmen.
Impfungen
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über empfohlene Impfungen. Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken sind für Menschen mit Nierenerkrankung besonders wichtig, da Infektionen die Nieren zusätzlich belasten können.
Früherkennungsprogramme
Ab 60 Jahren kann ein regelmäßiger Nierencheck sinnvoll sein. Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder familiärer Vorbelastung sollten ihre Nierenfunktion einmal im Jahr untersuchen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitendes Nierenversagen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Blutarmut (Anämie)
- Knochenschwund
- Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme)
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und einem gesunden Lebensstil lässt sich der Verlauf einer Nierenerkrankung oft verlangsamen. Viele Menschen bleiben über lange Zeit aktiv und selbstbestimmt. Bewegung ist dabei ein wichtiger Baustein und gibt Ihnen die Möglichkeit, selbst etwas für Ihre Gesundheit zu tun.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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