Nierensteine bei älteren Menschen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nierenstein ist ein kleines, hartes Gebilde, das sich in der Niere bildet, wenn sich bestimmte Mineralien und Salze im Urin zusammenklumpen. Diese Steine können sehr schmerzhaft sein, wenn sie durch die Harnwege wandern. In vielen Fällen werden sie von selbst ausgeschieden, manchmal brauchen sie aber auch ärztliche Hilfe.
Wichtige Fakten
- Nierensteine sind häufig – etwa jede zwölfte Person in Deutschland erlebt mindestens einmal einen Nierenstein.
- Ältere Menschen haben oft untypische Symptome wie Verwirrtheit oder ein allgemeines Schwächegefühl, statt der typischen starken Schmerzen.
- Ausreichend Wasser zu trinken ist der wichtigste Schritt, um neue Nierensteine zu verhindern.
Ja, Nierensteine sind häufig. Sie betreffen jeden zehnten bis zwölften Menschen im Laufe des Lebens. Bei älteren Erwachsenen kommen sie ebenfalls oft vor, besonders weil Wassermangel und andere Grunderkrankungen das Risiko erhöhen.
Nierensteine treten häufiger bei Männern als bei Frauen auf, besonders im mittleren Alter. Nach den Wechseljahren sinkt der Unterschied. Ältere Erwachsene sind besonders betroffen, wenn sie wenig trinken, längere Zeit im Bett bleiben oder bestimmte Medikamente einnehmen.
Symptome
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost (über 38,5 Grad)
- Sehr starke Schmerzen, die nicht nachlassen und mit Erbrechen einhergehen
- Sie können trotz starkem Harndrang kein Wasser lassen
- Zeichen einer schweren Infektion: Atemnot, kalter Schweiß, Verwirrtheit
- ⚠Blut im Urin, auch wenn keine Schmerzen bestehen
- ⚠Fieber über 38 Grad
- ⚠Schmerzen, die mit fiebrigen Harnwegsinfekten einhergehen
- ⚠Starke Unruhe oder Verwirrtheit bei einem älteren Menschen
Häufige Symptome
- Starke Schmerzen im unteren Rücken oder an der Seite, die wellenförmig kommen und gehen
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Blut im Urin (rötliche oder bräunliche Färbung)
- Häufiger Harndrang oder das Gefühl, dringend auf die Toilette zu müssen
- Übelkeit oder Erbrechen
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig Flüssigkeit, sodass der Urin sehr konzentriert ist
- Übermäßige Ausscheidung von Kalzium oder anderen Stoffen im Urin
- Eine Ernährung mit sehr viel Salz, Zucker oder tierischem Eiweiß
- Harnwegsinfektionen, die die Steinbildung begünstigen
- Manche Medikamente können die Bildung von Nierensteinen fördern
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Männliches Geschlecht (besonders unter 70 Jahren)
- Nicht genug trinken – zum Beispiel bei eingeschränktem Durstgefühl oder Angst vor häufigem Wasserlassen
- Lange Bettruhe oder wenig Bewegung
- Gewisse Vorerkrankungen wie Diabetes, Gicht oder Überfunktion der Nebenschilddrüse
- Schon einmal Nierensteine gehabt zu haben
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost bekommen
- Wenn Sie starke Schmerzen haben, die nicht innerhalb weniger Stunden besser werden
- Wenn Sie Blut im Urin feststellen
- Wenn Sie überhaupt nicht mehr Wasser lassen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederkehrende Schmerzen im Rücken oder Bauch haben
- Wenn Sie Veränderungen beim Wasserlassen bemerken
- Wenn Sie wegen früherer Nierensteine eine Nachsorge wünschen
- Wenn Sie Ihre Nierenfunktion im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung kontrollieren möchten
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgen meist eine körperliche Untersuchung und einige Tests. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert in der Regel nur etwa eine Stunde.
Mögliche Untersuchungen
- Urintest: Er zeigt Blut, Infektionszeichen oder Kristalle im Urin
- Bluttest: Er prüft die Nierenfunktion und den Mineralstoffhaushalt
- Ultraschall (Sonographie): Damit kann man Steine in der Niere und im Harnleiter sichtbar machen
- Computertomographie (CT): Sie liefert sehr genaue Bilder und wird meist bei starken Schmerzen oder unklaren Befunden eingesetzt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie brauchen sich nicht zu fürchten. Die meisten Untersuchungen sind unkompliziert. Wenn ein Stein entdeckt wird, bespricht der Arzt mit Ihnen die nächsten Schritte. Oft reicht es, den Stein mit viel Flüssigkeit und einfachen Maßnahmen abzuwarten.
Behandlung
Wie ein Nierenstein behandelt wird, hängt vor allem von seiner Größe, Lage und den Beschwerden ab. Viele Steine gehen von alleine ab. Bei größeren oder schmerzhaften Steinen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die ein Arzt genau erklären wird.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel Wasser – am besten 2 bis 3 Liter über den Tag verteilt, außer Ihr Arzt hat eine Flüssigkeitsbegrenzung empfohlen
- Bewegen Sie sich regelmäßig – Treppensteigen oder Spazierengehen kann den Abgang erleichtern
- Legen Sie eine Wärmflasche auf die schmerzende Stelle – das kann die Muskulatur entspannen
- Halten Sie den Urin nicht zurück, sondern gehen Sie zur Toilette, wenn es sich anbietet
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die dabei helfen, den Stein abzugehen oder die Schmerzen zu lindern. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, welche Medikamente für Sie geeignet sind und wie Sie diese einnehmen. In manchen Fällen werden auch Medikamente eingesetzt, um die Harnwege zu entspannen. Lassen Sie sich hierzu ärztlich beraten – verwenden Sie keine selbst gewählten Mittel ohne Absprache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Eingriff ist meist nötig, wenn der Stein zu groß ist, die Harnwege vollständig blockiert oder eine Infektion verursacht. Dann gibt es schonende Verfahren wie Stoßwellentherapie, bei der der Stein von außen zertrümmert wird, oder eine Spiegelung, bei der der Stein über die Harnwege entfernt wird. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Methode am besten passt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag ist es wichtig, auf genug Flüssigkeit zu achten und auf Warnsignale des Körpers zu hören. Wenn Sie einen Nierenstein hinter sich haben, bleibt die Nierenfunktion oft vollständig erhalten. Sie können ein normales Leben führen.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie regelmäßig und über den Tag verteilt – nicht nur bei Durst
- Bleiben Sie körperlich aktiv – das fördert die Durchblutung und kann Steinbildung vorbeugen
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, ohne zu extreme Diäten zu machen
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Bettlägerigkeit, wenn möglich
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist gut. Reduzieren Sie Salz und tierisches Eiweiß (zum Beispiel Fleisch und Wurst). Milchprodukte sind in normalen Mengen erlaubt. Regelmäßige Bewegung, wie Spazierengehen oder Schwimmen, hilft nicht nur den Nieren, sondern auch dem Blutdruck und dem Stoffwechsel.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Nierenstein kann sehr schmerzhaft sein und Angst vor einer Wiederholung auslösen. Das ist verständlich. Es ist wichtig, mit dem Arzt über diese Sorgen zu sprechen. Auch Vertrauen in die Behandlung und kleine Erfolgsgefühle im Alltag helfen, die Zuversicht zu behalten.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können Nierensteine verhindert werden. Das Wichtigste ist, ausreichend zu trinken – am besten 2 bis 3 Liter pro Tag, wenn gesundheitlich nichts dagegenspricht. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: wenig Salz, maßvoll mit tierischem Eiweiß, dafür viel Obst und Gemüse. Wenn Sie schon einmal Steine hatten, ist eine individuelle Beratung sinnvoll.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Nierensteine. Eine Impfung gegen zum Beispiel Grippe oder Lungenentzündung kann aber sinnvoll sein, weil schwere Infekte den Körper schwächen und indirekt die Nieren belasten können. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Nieren (zum Beispiel Ultraschall) ist bei älteren Menschen nicht grundsätzlich nötig. Wenn Sie aber bereits einmal Nierensteine hatten oder ein erhöhtes Risiko haben, kann Ihr Arzt eine Kontrolle in bestimmten Abständen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Urin kann nicht mehr abfließen, die Niere staut sich an (Nierenstauung)
- Eine Harnwegsinfektion oder Nierenbeckenentzündung kann entstehen
- Im schlimmsten Fall kann die Nierenfunktion dauerhaft geschädigt werden
- Bei einer schweren Infektion kann sich eine Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln
Langzeitprognose
Die Prognose ist insgesamt sehr gut. Die meisten Nierensteine gehen von selbst ab und verursachen keinen bleibenden Schaden. Bei größeren Steinen helfen moderne Behandlungen sehr oft, sie schonend zu entfernen. Nach einem Ereignis lässt sich mit der richtigen Vorsorge das Risiko eines neuen Steins deutlich senken. Es gibt also guten Grund, hoffnungsvoll zu sein.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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