Kidney transplant overview for patients
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nierentransplantation ist eine Operation, bei der eine gesunde Niere von einem Spender in den Körper eines Menschen mit schwerer Nierenschwäche eingesetzt wird. Die neue Niere übernimmt dann die Arbeit der kranken Nieren und filtert das Blut. Der Eingriff kann die Lebensqualität deutlich verbessern.
Wichtige Fakten
- Die neue Niere wird meist in den Unterbauch eingesetzt, die eigenen kranken Nieren bleiben in der Regel im Körper.
- Nach der Transplantation müssen lebenslang Medikamente eingenommen werden, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).
- Die Wartezeit auf eine Spenderniere aus Deutschland beträgt durchschnittlich mehrere Jahre.
In Deutschland werden jährlich etwa 2.000 Nierentransplantationen durchgeführt. Das Verfahren ist gut etabliert und gehört zu den häufigsten Organtransplantationen.
Betroffen sind Menschen jeden Alters, deren Nieren dauerhaft nicht mehr ausreichend arbeiten – zum Beispiel durch Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenentzündungen. Auch Kinder können eine Transplantation erhalten.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen (Notruf 112)
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle
- ⚠Sehr hohe Körpertemperatur (über 39 °C) oder Schüttelfrost
- ⚠Starke Schmerzen im Bereich der transplantierten Niere
- ⚠Weniger Urin als normal oder gar kein Urin
Häufige Symptome
- Bei fortgeschrittener Nierenschwäche treten vor der Transplantation oft Müdigkeit, Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Juckreiz auf.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können zusätzlich Wachstumsstörungen, Appetitlosigkeit und Konzentrationsprobleme auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen leiden häufig unter Muskelschwäche, Verwirrtheit und erhöhter Infektanfälligkeit.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Nierentransplantation wird notwendig, wenn die Nieren ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen (Nierenversagen). Hauptursachen sind Diabetes mellitus, Bluthochdruck, chronische Nierenentzündungen (Glomerulonephritis) und Zystennieren.
Risikofaktoren
- Zu den Risikofaktoren für Nierenversagen gehören familiäre Veranlagung, Übergewicht, Rauchen und wiederholte Niereninfektionen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach der Transplantation plötzlich Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen haben, suchen Sie sofort die Notaufnahme auf.
- Bei deutlicher Abnahme der Urinmenge oder Schwellungen an Beinen oder im Gesicht.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie auf der Warteliste stehen oder nach der Transplantation regelmäßige Kontrolltermine in der Transplantationsambulanz wahrnehmen.
- Bei Fragen zu Medikamenten oder Nebenwirkungen wenden Sie sich an Ihr Transplantationsteam.
Diagnose
Die Entscheidung für eine Nierentransplantation wird nach umfassender Untersuchung getroffen. Die Diagnose des Nierenversagens erfolgt durch Blut- und Urintests, die die Nierenfunktion messen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (Kreatinin, Harnstoff, GFR)
- Urinuntersuchung
- Ultraschall der Nieren
- EKG und Herzkontrolle
- Gewebetypbestimmung (HLA-Typisierung) für die passende Spendeniere
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen finden in spezialisierten Zentren statt. Sie werden ausführlich beraten, ob eine Transplantation für Sie infrage kommt und wie der Ablauf ist. Die Wartezeit kann variieren.
Behandlung
Die Behandlung besteht hauptsächlich aus der Operation selbst und der lebenslangen Nachsorge. Vor der Transplantation ist oft eine Dialyse (Blutwäsche) notwendig, um den Körper zu entgiften.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach Plan ein – sie verhindern, dass der Körper das neue Organ abstößt.
- Achten Sie auf eine gute Hygiene, um Infektionen zu vermeiden.
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu kranken Personen und Menschen mit frischen Impfungen (zum Beispiel Gürtelrose-Impfstoff).
Medizinische Behandlungen
Nach der Transplantation werden Immunsuppressiva verordnet, die das Immunsystem unterdrücken. Dazu kommen Medikamente gegen eventuelle Nebenwirkungen wie Bluthochdruck oder Infektionen. Die genaue Kombination wird individuell vom behandelnden Arzt festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Operation wird durchgeführt, sobald eine geeignete Spenderniere verfügbar ist und der Empfänger medizinisch bereit ist. Bei einer Lebendspende kann der Eingriff geplant erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer transplantierten Niere können die meisten Menschen ein weitgehend normales Leben führen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und die Einnahme der Medikamente sind aber dauerhaft notwendig.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und reduzieren Sie Stress.
- Achten Sie auf eine gute Mundhygiene, da Zahninfekte das Risiko für Abstoßungsreaktionen erhöhen können.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz, Zucker und gesunden Fetten unterstützt die Nierenfunktion. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen ist empfehlenswert – fragen Sie Ihr Team, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Transplantation ist eine große Veränderung – viele Menschen fühlen sich erleichtert, aber auch ängstlich oder unsicher. Es ist völlig normal, manchmal traurig oder überfordert zu sein. Scheuen Sie sich nicht, psychologische Unterstützung zu suchen. In Krisen hilft die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder der psychosoziale Dienst Ihres Transplantationszentrums.
Vorbeugung
Ein Nierenversagen lässt sich nicht immer verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und Vermeidung von Rauchen und Übergewicht kann das Risiko für Nierenschäden senken.
Impfungen
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über empfohlene Impfungen (z.B. gegen Grippe, Pneumokokken, COVID-19). Vor der Transplantation sollten Impfungen rechtzeitig abgeschlossen sein.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck sollten regelmäßig ihre Nierenfunktion kontrollieren lassen (Blut- und Urintests).
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann ein Nierenversagen zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Übersäuerung des Blutes, Herz-Kreislauf-Problemen oder Lungenödem führen.
Langzeitprognose
Die Aussichten nach einer Nierentransplantation sind heute sehr gut. Die meisten Menschen gewinnen viele Jahre an Lebensqualität hinzu. Mit der richtigen medizinischen Betreuung und Eigenverantwortung können Sie ein erfülltes Leben führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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