lung that comes and goes
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Spontanpneumothorax – umgangssprachlich auch als „Lunge, die kommt und geht“ bezeichnet – ist eine Situation, bei der sich plötzlich Luft zwischen Lunge und Brustwand sammelt. Dadurch kann die Lunge teilweise oder ganz zusammenfallen. Manchmal bildet sich die Luft von selbst wieder zurück, sodass die Lunge sich wieder ausdehnt – das führt zu dem „Kommt und geht“-Gefühl.
Wichtige Fakten
- Der Zustand tritt oft ohne erkennbare Ursache auf, besonders bei schlanken, jungen Männern.
- In den meisten Fällen heilt ein Spontanpneumothorax von selbst, wenn er klein ist.
- Wiederholungen sind möglich – etwa jeder dritte Betroffene erlebt einen Rückfall.
- Rauchen erhöht das Risiko deutlich.
Ein Spontanpneumothorax ist nicht sehr häufig, aber auch nicht selten. In Deutschland erleiden etwa 6 bis 18 von 100.000 Menschen pro Jahr einen solchen Lungenkollaps.
Er betrifft vor allem junge, schlanke Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Auch Menschen mit bestimmten Lungenerkrankungen wie COPD oder Mukoviszidose haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Starke Atemnot, die nicht nachlässt
- Blaue Lippen oder Fingernägel (Zeichen für Sauerstoffmangel)
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Starke Schmerzen, die nicht aufhören
- ⚠Neu auftretende oder sich verschlimmernde Brustschmerzen
- ⚠Atemnot bei leichter Anstrengung oder in Ruhe
- ⚠Wiederholte Episoden von Luftnot oder Stechen
Häufige Symptome
- Plötzliche, stechende Schmerzen auf einer Seite der Brust
- Atemnot, die sich bei Belastung verschlimmert
- Trockener Husten
- Ein Gefühl von Enge oder Druck im Brustkorb
- Müdigkeit oder Schwächegefühl
Symptome bei Kindern
- Kindern fällt es schwer, die Schmerzen zu beschreiben – sie sagen oft: „Meine Seite tut weh“
- Sie wirken unruhig, weinen oder vermeiden Bewegung
- Schnelle oder angestrengte Atmung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome können unspezifischer sein, z. B. allgemeine Schwäche oder Verwirrtheit
- Atemnot tritt oft auch in Ruhe auf
- Schmerzen werden manchmal als dumpf oder drückend beschrieben
Ursachen
Hauptursachen
- Meist spontan ohne erkennbare Ursache (primärer Spontanpneumothorax), oft durch Platzen kleiner Bläschen (Blebs) auf der Lungenoberfläche
- Bei Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma, Lungenentzündung oder Lungenfibrose (sekundärer Spontanpneumothorax)
- Verletzungen des Brustkorbs, z. B. durch Unfall oder Stich
Risikofaktoren
- Rauchen (erhöht das Risiko um das 20-Fache)
- Männliches Geschlecht und schlanke Körperform
- Früherer Spontanpneumothorax
- Bestimmte genetische Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom
- Lungenkrankheiten wie COPD oder zystische Fibrose
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen und Atemnot – sofort ärztliche Hilfe suchen (Notruf 112 oder nächste Notaufnahme)
- Wenn die Symptome nach einer ersten Episode wiederkommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach einem abgeheilten Spontanpneumothorax zur Kontrolle und Beratung über Rückfallrisiko
- Vor einer Flugreise nach einem Pneumothorax – ärztliche Freigabe einholen
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und einer Röntgenaufnahme der Lunge. Manchmal ist auch eine Computertomographie (CT) nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgen-Thorax (Brustkorb-Röntgen) – zeigt die Luftansammlung und den Kollaps der Lunge
- Ultraschall der Lunge – besonders in der Notaufnahme schnell durchführbar
- CT (Computertomographie) – bei unklarem Befund oder zur Planung eines Eingriffs
- Blutgasanalyse – misst den Sauerstoffgehalt im Blut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nicht lange. Sie müssen für das Röntgen kurz stillhalten. Bei Verdacht auf einen Pneumothorax werden Sie stationär aufgenommen oder zur Beobachtung eingeladen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Größe des Pneumothorax und Ihren Symptomen ab. Ein kleiner Pneumothorax heilt oft von selbst – dann reicht Beobachtung. Ist er größer oder bereitet er starke Beschwerden, wird die Luft mit einer Nadel oder einem Schlauch (Drainage) abgelassen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei einem sehr kleinen Pneumothorax können Sie zu Hause bleiben und sich schonen
- Vermeiden Sie schwere körperliche Anstrengung und Heben
- Rauchen Sie nicht – das verzögert die Heilung und erhöht das Rückfallrisiko
- Achten Sie auf Schmerzverstärkung oder Atemnot – dann sofort Arzt aufsuchen
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung gehören das Absaugen der Luft über eine Nadel oder das Einlegen einer Drainage, die die Luft ableitet. Bei wiederholtem Pneumothorax kann eine Operation (z. B. eine Pleurodese) empfohlen werden, bei der die Lunge mit der Brustwand verklebt wird. Die genaue Therapie besprechen Sie mit Ihrem Lungenfacharzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist bei wiederholtem Spontanpneumothorax oder wenn die Drainage nicht ausreicht, empfohlen. Dabei wird die Lunge gereinigt und die Bläschen, die geplatzt sind, werden entfernt.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Nach einem Pneumothorax sollten Sie sich einige Wochen schonen, bevor Sie wieder Sport treiben oder schwer heben. Flugreisen sind für etwa 2–4 Wochen nach der Behandlung nicht empfehlenswert.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das ist der wichtigste Schritt zur Vorbeugung
- Auf plötzliche Druckänderungen verzichten: Tauchen, Bergsteigen oder Fallschirmspringen vermeiden
- Regelmäßige Kontrollen beim Lungenarzt, besonders wenn Sie einen Rückfall hatten
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung unterstützt die Lungenheilung. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist erlaubt, aber vermeiden Sie Krafttraining oder Ausdauersport für einige Wochen. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder aktiv werden können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Pneumothorax kann Angst machen, besonders wenn er plötzlich auftritt. Die Unsicherheit über einen Rückfall kann belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Bei anhaltender Angst kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Nicht jeder Pneumothorax ist vermeidbar, aber Sie können das Risiko senken: Nicht rauchen, plötzliche Druckänderungen meiden und bei bekanntem hohem Risiko (z. B. nach mehreren Pneumothoraces) mit Ihrem Arzt über vorbeugende Operationen sprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Spannungspneumothorax – eine lebensbedrohliche Situation, bei der die Luft nicht entweichen kann und die Lunge sowie das Herz bedrängt werden
- Wiederholter Pneumothorax (Rezidiv)
- Infektion oder Blutungen im Brustraum (selten)
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den meisten Fällen sehr gut. Ein einmaliger, kleiner Pneumothorax heilt oft folgenlos aus. Auch nach einem größeren Pneumothorax erholen sich die meisten Menschen vollständig. Mit richtiger Behandlung und Vorbeugung können Sie ein normales Leben führen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin · Deutschland
- Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.