Menieres disease
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs, die zu plötzlichen Schwindelanfällen, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Hörverlust führt.
Wichtige Fakten
- Betrifft meist nur ein Ohr.
- Schwindelanfälle dauern zwischen 20 Minuten und 12 Stunden.
- Zwischen den Anfällen können die Beschwerden vollständig verschwinden.
Nein, es ist eine seltene Erkrankung. Etwa 1 von 1.000 Menschen ist betroffen.
Die Krankheit tritt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, häufiger bei Frauen als bei Männern.
Symptome
- Plötzlicher, starker Schwindel mit Bewusstlosigkeit oder starken Kopfschmerzen
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr
- Schwindel mit Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen
- ⚠Schwindelanfall, der länger als 24 Stunden anhält
- ⚠Starke Übelkeit und Erbrechen mit Austrocknungsgefahr
- ⚠Wiederholte Anfälle, die Sie im Alltag stark beeinträchtigen
Häufige Symptome
- Plötzlicher Drehschwindel
- Übelkeit und Erbrechen
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Druckgefühl im betroffenen Ohr
- Schwankender Hörverlust, der sich nach dem Anfall oft bessert
Symptome bei Kindern
- Kinder können Schwindel nicht immer genau beschreiben, zeigen aber Unsicherheit beim Gehen oder Greifen.
- Sie klagen möglicherweise über Bauchschmerzen, weil Übelkeit schwer zu benennen ist.
- Plötzliches Weinen oder Festhalten an Möbeln kann ein Hinweis sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stürze durch Schwindel werden häufiger und gefährlicher.
- Der Hörverlust kann schneller fortschreiten und bleibend werden.
- Schwindel kann länger anhalten und die Lebensqualität stark einschränken.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt.
- Es wird vermutet, dass sich zu viel Flüssigkeit (Endolymphe) im Innenohr ansammelt.
- Auch Virusinfektionen, Durchblutungsstörungen oder eine Fehlfunktion des Immunsystems werden diskutiert.
Risikofaktoren
- Familiäre Veranlagung (wenn Eltern oder Geschwister betroffen sind)
- Autoimmunerkrankungen
- Stress
- Migräne
- Virusinfektionen im Ohr
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Schwindel länger als 24 Stunden anhält
- Wenn Sie plötzlich nichts mehr auf einem Ohr hören
- Wenn Sie das Gefühl haben, zu stürzen oder ohnmächtig zu werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Schwindelanfälle haben
- Wenn Ohrgeräusche länger als eine Woche bleiben
- Wenn Sie eine Hörminderung bemerken
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Krankengeschichte und spezieller Tests. Es gibt keinen einzigen Test, der Morbus Menière sicher nachweist.
Mögliche Untersuchungen
- Hörtest (Audiometrie) – misst, wie gut Sie Töne hören
- Gleichgewichtstest (z.B. Elektronystagmographie)
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels – um andere Ursachen wie einen Tumor auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie ausführlich zu Ihren Symptomen befragen, Ihr Gehör und Gleichgewicht prüfen und bei Bedarf eine Überweisung zum HNO-Arzt veranlassen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Schwindelanfälle zu lindern, das Gehör zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei einem Schwindelanfall sofort hinsetzen oder hinlegen und die Augen schließen
- Sich langsam bewegen und plötzliche Kopfbewegungen vermeiden
- Viel trinken, aber auf koffeinhaltige Getränke und Alkohol verzichten
- Ein Symptomtagebuch führen, um Auslöser zu erkennen
- Stress durch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training reduzieren
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit für den akuten Anfall verschreiben. Zwischen den Anfällen werden manchmal entwässernde Mittel oder Kortison eingesetzt. Bei schweren Fällen kann eine Injektion ins Mittelohr erwogen werden – dies geschieht nur unter strenger ärztlicher Kontrolle.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt selten in Frage, nur wenn alle anderen Behandlungen nicht helfen und die Anfälle sehr belastend sind. Dann kann zum Beispiel der Gleichgewichtsnerv durchtrennt werden.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Tag so, dass Sie genug Ruhepausen einlegen. Vermeiden Sie Situationen, die Schwindel auslösen (z.B. grelles Licht, schnelle Bewegungen). Ein Notfallset mit Medikamenten kann helfen, sich sicherer zu fühlen.
Tipps für den Alltag
- Stress vermeiden und ausreichend schlafen
- Auf Rauchen und Alkohol verzichten
- Regelmäßige leichte Bewegung, um das Gleichgewicht zu trainieren
Ernährung und Bewegung
Eine salzarme Ernährung (weniger als 2 Gramm Salz pro Tag) kann die Häufigkeit der Anfälle senken. Gut geeignet sind Spaziergänge, Yoga oder Schwimmen – immer mit einer Begleitperson, wenn Sie unsicher sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die unvorhersehbaren Anfälle können Ängste und Niedergeschlagenheit auslösen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen oder eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Vorbeugung. Eine salzarme Kost, ausreichend Schlaf und Stressvermeidung können jedoch die Häufigkeit und Stärke der Anfälle verringern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafter Hörverlust auf dem betroffenen Ohr
- Erhöhte Sturzgefahr mit Knochenbrüchen
- Soziale Isolation durch Angst vor neuen Anfällen
- Depression und Angststörungen
Langzeitprognose
Die Erkrankung verläuft bei jedem anders. Bei guter Behandlung können viele Betroffene ein weitgehend normales Leben führen. Die Anfälle werden mit der Zeit oft seltener. Es gibt immer neue Behandlungsmöglichkeiten – lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.