Nasal polyps
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nasenpolypen sind gutartige, weiche Wucherungen der Nasenschleimhaut. Sie entstehen meist in den Nasennebenhöhlen und können die Nasenatmung behindern. Sie sind nicht bösartig.
Wichtige Fakten
- Nasenpolypen sind nicht ansteckend.
- Sie treten häufig zusammen mit chronischen Entzündungen der Nasenschleimhaut (chronische Rhinosinusitis) auf.
- Eine Behandlung kann die Symptome lindern, aber Polypen können wiederkommen.
Nasenpolypen sind relativ häufig. Etwa 1–4 % der Bevölkerung sind betroffen.
Sie treten häufiger bei Erwachsenen zwischen 30 und 60 Jahren auf. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Auch Menschen mit Asthma oder Allergien haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot
- Sehr starke Nasenbluten, die nicht aufhören
- ⚠Starke Gesichtsschmerzen oder Schwellung um die Augen
- ⚠Fieber über 38,5 °C mit Kopfschmerzen
- ⚠Eitriger Ausfluss aus der Nase, der nicht besser wird
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase, die das Atmen erschwert
- Verminderter Geruchssinn oder Geschmacksverlust
- Laufende Nase mit wässrigem oder schleimigem Ausfluss
- Druckgefühl im Gesicht, besonders um die Stirn oder Wangen
- Nebenhöhlenschmerzen oder Kopfschmerzen
Symptome bei Kindern
- Häufiges Schnarchen oder Atmen durch den Mund
- Nasale Sprache (Näseln)
- Wiederkehrende Mittelohrentzündungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Atembeschwerden durch die Nase
- Veränderte Stimme oder Heiserkeit
- Schwierigkeiten beim Schlafen oder Schlafapnoe (Atemaussetzer)
Ursachen
Hauptursachen
- Chronische Entzündung der Nasenschleimhaut (chronische Rhinosinusitis)
- Allergien, wie Heuschnupfen
- Asthma
Risikofaktoren
- Aspirin-Unverträglichkeit (Analgetika-Intoleranz)
- Mukoviszidose (zystische Fibrose)
- Immunschwäche
- Familiäre Veranlagung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Atemnot haben
- Wenn das Nasenbluten nicht aufhört
- Wenn das Gesicht stark anschwillt oder sehr schmerzhaft ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Nase über Wochen verstopft ist und Sie kaum riechen können
- Wenn Hausmittel nicht helfen und Sie sich belastet fühlen
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine Nasenspiegelung (Endoskopie). Dabei wird ein dünnes, beleuchtetes Instrument in die Nase eingeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenspiegelung (Endoskopie)
- Bildgebung, wie CT der Nasennebenhöhlen (seltener nötig)
- Allergietests
- Riechtest
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und wird ambulant durchgeführt. Manchmal ist ein CT notwendig, um das Ausmaß der Polypen zu beurteilen. Ihr Arzt bespricht dann die Behandlungsmöglichkeiten.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Polypen zu verkleinern und die Nasenatmung zu verbessern. Meist wird zunächst mit Medikamenten behandelt. Wenn das nicht hilft, kommt eine Operation in Frage.
Selbsthilfe zu Hause
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung (frei verkäuflich)
- Inhalationen mit Wasserdampf
- Vermeiden von Reizstoffen wie Rauch oder Staub
Medizinische Behandlungen
Ärztlich verordnete Nasensprays oder Tropfen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen können die Polypen verkleinern. In schweren Fällen werden kurzzeitig Kortison-Präparate in Tablettenform eingesetzt. Auch eine Desensibilisierung (langsame Gewöhnung) bei Allergien kann helfen. Lassen Sie sich von Ihrem HNO-Arzt beraten – verwenden Sie keine rezeptfreien Sprays länger als eine Woche ohne Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente nicht ausreichen oder die Polypen sehr groß sind, kann eine Operation (Polypektomie) in Betracht gezogen werden. Dabei werden die Polypen unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose entfernt. Der Eingriff ist meist schonend und verbessert die Atmung deutlich.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Nasenpolypen führen ein normales Leben. Regelmäßige Nasenpflege und ärztliche Kontrollen helfen, Beschwerden zu lindern.
Tipps für den Alltag
- Täglich Nasendusche mit Kochsalzlösung
- Luftbefeuchter im Schlafzimmer verwenden
- Allergene wie Pollen oder Hausstaub meiden
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, entzündungshemmende Ernährung (viel Obst, Gemüse, Omega-3-Fettsäuren) kann unterstützen. Moderate Bewegung fördert die Durchblutung der Nasenschleimhaut – bei verstopfter Nase ist aber Vorsicht geboten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine dauerhaft verstopfte Nase und Geruchsverlust können belastend sein. Manche fühlen sich müde oder gereizt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt – es gibt Hilfe.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können Risikofaktoren reduzieren: Behandeln Sie Allergien konsequent, vermeiden Sie Reizstoffe und pflegen Sie Ihre Nasenschleimhaut mit Kochsalzspülungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Einschränkung des Geruchssinns
- Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen
- Schlafstörungen durch nächtliche Atemprobleme
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Symptome meist gut in den Griff bekommen. Nasenpolypen sind gutartig und beeinträchtigen die Lebenserwartung nicht. Viele Menschen haben auch nach einer Behandlung eine gute Lebensqualität.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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