Ernährung bei Neuropathie: Diese Lebensmittel und Gewohnheiten helfen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sie haben vielleicht schon einmal das Wort "Neuropathie" gehört. Gemeint ist eine Schädigung der Nerven. Die Nerven sind wie kleine Stromleitungen im Körper. Sie leiten Nachrichten vom Gehirn in den Körper und wieder zurück. Sind diese Leitungen beschädigt, können Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen auftreten. Die Ernährung spielt bei Neuropathie eine wichtige Rolle: Eine gute Nährstoffversorgung kann die Nerven unterstützen, eine ungünstige Ernährung kann Beschwerden verstärken.
Wichtige Fakten
- Eine abwechslungsreiche Ernährung mit B-Vitaminen, gesunden Fetten und genug Flüssigkeit kann die Nervenfunktion unterstützen.
- Zu viel Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel können Nervenschäden begünstigen oder verstärken.
- Die Ernährung kann eine medizinische Behandlung nicht ersetzen – sprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam, wenn Sie Beschwerden haben.
Ja. Besonders häufig ist eine Neuropathie bei Menschen mit Diabetes. Aber auch ohne Diabetes kann sie auftreten. In Deutschland gibt es viele Betroffene – genaue Zahlen nennt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Jeder kann eine Neuropathie bekommen. Manche Menschen sind jedoch häufiger betroffen: Menschen mit Diabetes, einem erhöhten Alkoholkonsum, einem Vitamin-B12-Mangel oder Menschen, die eine Chemotherapie erhalten haben. Auch das Alter spielt eine Rolle – ältere Menschen sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzliche einseitige Lähmung, Sprachstörungen oder Sehstörungen – das kann ein Schlaganfall sein. Rufen Sie sofort 112 an.
- Wenn Sie plötzlich das Bewusstsein verlieren oder eine schwere Muskelschwäche in mehreren Körperteilen bemerken, ist das ein Notfall.
- ⚠Wenn sich Ihre Beschwerden innerhalb weniger Tage stark verschlimmern oder neue Lähmungen auftreten, suchen Sie noch am selben Tag eine Notfallpraxis auf.
- ⚠Wenn Sie Fieber, starke Schmerzen oder eine Schwellung an einem Fuß bemerken, sollten Sie am selben Tag ärztlich untersucht werden.
Häufige Symptome
- Kribbeln oder Ameisenlaufen in Händen oder Füßen
- Taubheitsgefühl, als ob Sie eine "dicke Socke" anhätten
- Brennende oder stechende Schmerzen, besonders in der Nacht
- Muskelschwäche, zum Beispiel beim Treppensteigen
- Überempfindlichkeit gegen Berührung, sogar durch Kleidung
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern tritt eine Neuropathie seltener auf. Auffällig sind oft Gleichgewichtsstörungen, häufiges Stolpern oder Schmerzen in den Beinen, die nicht verschwinden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen zeigt sich eine Neuropathie oft durch Taubheitsgefühle in den Füßen und eine Gangunsicherheit. Das Sturzrisiko ist erhöht – deshalb sind rutschfeste Schuhe und eine gute Beleuchtung wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist die häufigste Ursache einer Neuropathie. Zu hohe Blutzuckerwerte können die Nerven langfristig schädigen.
- Übermäßiger Alkoholkonsum über viele Jahre kann Nervenvergiftungen verursachen.
- Ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure schädigt die Nerven.
- Autoimmunerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom können Nervenentzündungen auslösen.
- Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenstörungen können ebenfalls eine Neuropathie begünstigen.
Risikofaktoren
- Nicht gut eingestellter Blutzucker bei Diabetes
- Langjähriger Alkoholmissbrauch
- Vitaminmangel durch einseitige Ernährung, zum Beispiel bei veganer Kost
- Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie
- Alter über 60 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich eine Lähmung, schwere Gefühlsstörungen oder eine Bewusstseinstrübung bemerken, rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Atmung oder Ihr Schlucken beeinträchtigt ist, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über mehr als zwei Wochen Kribbeln, Taubheitsgefühle oder brennende Schmerzen in den Händen oder Füßen bemerken, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
- Wenn Sie Diabetes haben und Ihre Füße schlechter fühlen, lassen Sie das in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis abklären.
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt führt zunächst ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Sie wird Sie körperlich untersuchen und einfache Nervenfunktionstests machen, zum Beispiel Reflexe prüfen und das Empfinden testen. Bei der Diagnose orientieren sich die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland an den medizinischen Leitlinien der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttests: Sie zeigen, ob ein Diabetes, ein Vitaminmangel oder ein anderes Problem vorliegt.
- Nervenleitgeschwindigkeitstest (NLG) und Elektromyographie (EMG): Sie messen, wie schnell und gut die Nerven Signale weiterleiten.
- Eine Nervenbiopsie: Dabei wird eine kleine Gewebeprobe eines Nervs entnommen. Sie ist nur in seltenen, unklaren Fällen nötig.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzarm. Beim EMG kann ein leichtes Kribbeln oder Muskelzucken auftreten. Die Ergebnisse kommen bei den meisten Tests sofort oder innerhalb weniger Tage. Nach allen Ergebnissen bespricht Ihre Ärztin die nächsten Schritte mit Ihnen – auch die Ernährung spielt dabei eine mögliche unterstützende Rolle.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Wenn ein Vitaminmangel oder ein ungesunder Lebensstil mit im Spiel ist, ist eine Ernährungsumstellung ein wichtiger Baustein. Bei anderen Ursachen stehen medikamentöse und physiotherapeutische Maßnahmen im Vordergrund. Ihr Ärzteteam erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan.
Selbsthilfe zu Hause
- Bevorzugen Sie abwechslungsreiche Mahlzeiten mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten.
- Achten Sie auf ausreichend Vitamin B12 – besonders wenn Sie sich vegetarisch ernähren. Lassen Sie Ihren Vitamin-B12-Spiegel regelmäßig ärztlich kontrollieren.
- Reduzieren Sie Alkohol. Bei einer alkoholbedingten Neuropathie ist der Verzicht ein zentraler Bestandteil der Behandlung.
- Bewegen Sie sich moderat, zum Beispiel 30 Minuten Spazierengehen pro Tag. Hören Sie auf Ihren Körper.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen je nach Ursache verschiedene Ansätze vorschlagen. Dazu gehören Medikamente gegen Nervenschmerzen, bestimmte Wirkstoffe, die die Nervenreparatur unterstützen, Injektionen oder Infusionen sowie physiotherapeutische Übungen. Auch eine Anpassung anderer Medikamente, die die Nerven beeinträchtigen können, ist möglich. Die genaue Therapie besprechen Sie mit Ihrem Ärzteteam – eine Eigenbehandlung ohne Rücksprache ist nicht empfehlenswert.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag geht es darum, Ihren Körper gut zu beobachten. Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf Hautveränderungen, Druckstellen oder Verletzungen – besonders bei Diabetes. Wählen Sie Schuhe, die nicht einengen. Meiden Sie extreme Temperaturen, wenn Sie Taubheitsgefühle haben, denn Sie könnten Verbrennungen nicht rechtzeitig spüren.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie regelmäßige Erholungszeiten, um Stress abzubauen. Stress kann Nervenschmerzen verstärken.
- Achten Sie auf genügend Schlaf, mindestens sieben Stunden pro Nacht.
- Nutzen Sie Gehhilfen oder Handläufe, wenn Ihr Gleichgewicht unsicher ist.
- Meiden Sie enge Kleidung und zu warme Bäder, wenn Sie brennende Schmerzen spüren.
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährung, die reich an B-Vitaminen, Antioxidantien und gesunden Fetten ist, unterstützt die Nervengesundheit. Gute Nährstoffquellen sind Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Fisch, Eier und Milchprodukte. Bei einem Mangel an Vitamin B12 kann Ihr Arzt eine Ergänzung empfehlen. Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren verbessert die Durchblutung und stärkt die Muskulatur, ohne die Gelenke zu belasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und Taubheitsgefühle können psychisch belasten. Es ist völlig verständlich, wenn Sie sich manchmal erschöpft oder niedergeschlagen fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – auch eine psychotherapeutische Begleitung kann Teil der Behandlung sein. Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen, holen Sie sofort Hilfe: Rufen Sie die 112 oder wenden Sie sich an eine psychiatrische Notaufnahme.
Vorbeugung
Eine Neuropathie ist nicht immer vermeidbar, besonders wenn sie durch Vererbung oder Autoimmunreaktionen entsteht. Trotzdem können Sie einiges tun: Halten Sie Ihren Blutzucker im Zielbereich, verzichten Sie auf übermäßigen Alkohol, ernähren Sie sich ausgewogen und bewegen Sie sich regelmäßig. So senken Sie zumindest das Risiko für häufige Ursachen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann eine Neuropathie fortschreiten und zu dauerhaften Nervenschäden führen.
- Taubheitsgefühle in den Füßen erhöhen das Risiko, Verletzungen oder Pilzinfektionen zu übersehen.
- Bei Diabetes können sich daraus Fußgeschwüre entwickeln, die schwer heilen.
Langzeitprognose
Eine Neuropathie zu haben bedeutet nicht, dass Sie hilflos sind. Mit einer frühzeitigen Diagnose, einer angepassten Behandlung und einem gesunden Lebensstil lässt sich der Verlauf oft bremsen. Viele Menschen erreichen eine deutliche Besserung der Schmerzen. Ihr Ärzteteam begleitet Sie auf diesem Weg – Schritt für Schritt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.