Pancreatic exocrine insufficiency
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) ist eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht genug Verdauungsenzyme produziert. Diese Enzyme sind nötig, um Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aus der Nahrung aufzuspalten. Fehlen sie, kann der Körper Nährstoffe nicht richtig aufnehmen.
Wichtige Fakten
- Die EPI kann durch Schäden an der Bauchspeicheldrüse entstehen, z. B. durch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
- Typische Anzeichen sind fettige, übelriechende Stühle und ungewollter Gewichtsverlust.
- Die Behandlung besteht in der Einnahme von Verdauungsenzymen zu den Mahlzeiten – ein Arzt oder eine Ärztin verschreibt diese.
Nein, die EPI ist eher selten. Sie tritt aber häufiger bei Menschen auf, die an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung oder an Mukoviszidose leiden.
Die EPI kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders betroffen sind Erwachsene mit chronischer Pankreatitis, Menschen, die an der Bauchspeicheldrüse operiert wurden, sowie Kinder und Erwachsene mit Mukoviszidose.
Symptome
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Anzeichen einer schweren Unterzuckerung (Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit) – nur bei gleichzeitiger Diabetes-Erkrankung
- ⚠Andauerndes Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten können
- ⚠Starke Dehydrierung (z. B. sehr wenig Urin, trockene Haut, Schwindel)
- ⚠Fieber über 38 °C mit Bauchschmerzen
Häufige Symptome
- Fettige, glänzende, übelriechende Stühle (manchmal auch hell oder grau)
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Blähungen und Völlegefühl nach dem Essen
- Bauchschmerzen oder -krämpfe
- Durchfall
Symptome bei Kindern
- Wachstumsverzögerung oder langsames Gedeihen
- Fettige Stühle (Windeln sind schwer zu reinigen)
- Aufgeblähter Bauch
- Mangelernährung trotz ausreichender Nahrungsaufnahme
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ungewollter Gewichtsverlust und Muskelschwund
- Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall
- Müdigkeit und Schwäche durch Nährstoffmangel
Ursachen
Hauptursachen
- Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis)
- Mukoviszidose (zystische Fibrose)
- Operation an der Bauchspeicheldrüse (Pankreasresektion)
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Verengung oder Verschluss des Bauchspeicheldrüsengangs
Risikofaktoren
- Alkoholmissbrauch (einer der Hauptrisikofaktoren für chronische Pankreatitis)
- Rauchen
- Wiederholte akute Bauchspeicheldrüsenentzündungen
- Familiäre Veranlagung (z. B. bei Mukoviszidose)
- Stoffwechselerkrankungen wie erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyzeridämie)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen
- Hohes Fieber und Schüttelfrost
- Sie können nichts essen oder trinken und erbrechen ständig
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie haben seit Wochen oder Monaten fettige Stühle und verlieren ohne Grund an Gewicht
- Sie fühlen sich ständig aufgebläht oder haben Durchfall
- Bei Kindern: Gedeihstörung oder auffällige Stühle
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Ärztin oder ein Arzt, meist in einer Magen-Darm-Praxis oder Klinik. Sie werden nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte gefragt und erhalten dann verschiedene Untersuchungen.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung: Messung des Elastase-1-Gehalts (ein Enzym, das bei EPI vermindert ist)
- Blutuntersuchung: Werte für Vitamine (A, D, E, K), Eiweiß und Blutfette
- Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT der Bauchspeicheldrüse
- Funktionstest (z. B. 13C-Atemtest zur Überprüfung der Fettverdauung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei. Für die Stuhlprobe bekommen Sie ein Becherchen. Die Blutentnahme dauert nur kurz. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und leitet die Behandlung ein.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die fehlenden Verdauungsenzyme zu ersetzen und die Ernährung anzupassen. Dadurch werden Nährstoffe besser aufgenommen und die Beschwerden lassen nach.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, statt große Portionen.
- Vermeiden Sie sehr fettreiche Speisen – aber ganz auf Fett zu verzichten ist nicht nötig, solange Sie Enzyme einnehmen.
- Kauen Sie gut und essen Sie langsam.
- Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
Medizinische Behandlungen
Die wichtigste Behandlung sind Enzympräparate (sogenannte Pankreasenzyme), die Sie zu jeder Hauptmahlzeit und zu fetthaltigen Zwischenmahlzeiten einnehmen. Die Dosierung wird von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin individuell angepasst. Zusätzlich können fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) in Tablettenform nötig sein – auch das entscheidet die ärztliche Fachperson. Bei gleichzeitigem Diabetes mellitus wird der Blutzucker sorgfältig kontrolliert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei EPI nur selten nötig, zum Beispiel wenn ein Tumor oder ein Verschluss des Bauchspeicheldrüsengangs die Ursache ist. In diesen Fällen wird die Grunderkrankung operiert, nicht die EPI selbst.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Enzymtherapie und einer angepassten Ernährung können die meisten Menschen mit EPI ein normales, aktives Leben führen. Achten Sie darauf, Ihre Enzyme immer bei sich zu haben, besonders wenn Sie auswärts essen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie die Enzyme genau nach Anweisung ein – meist zu Beginn oder während der Mahlzeit.
- Planen Sie Mahlzeiten voraus, besonders auf Reisen.
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum – das schützt die Bauchspeicheldrüse.
- Rauchstopp verbessert die Langzeitprognose.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, nährstoffreiche Kost ist wichtig. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Sie an eine Ernährungsberatung überweisen. Bewegung hilft, die Muskeln zu erhalten und das Wohlbefinden zu steigern – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über ein passendes Maß.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die ständigen Verdauungsprobleme und der Gewichtsverlust können belasten. Viele Menschen fühlen sich verunsichert oder traurig. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen oder psychosoziale Unterstützung zu suchen.
Vorbeugung
Eine EPI lässt sich nicht immer verhindern. Sie können aber das Risiko senken, indem Sie auf übermäßigen Alkohol verzichten, nicht rauchen und auf eine gesunde Ernährung achten. Bei bekannten Risikofaktoren (z. B. chronische Pankreatitis) sollten Sie regelmäßig Ihre Bauchspeicheldrüse kontrollieren lassen.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf EPI wird nicht empfohlen. Bei Menschen mit Mukoviszidose oder chronischer Pankreatitis wird jedoch regelmäßig nach Anzeichen einer EPI gesucht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mangelernährung und Gewichtsverlust bis hin zur Kachexie (Auszehrung)
- Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) – dies kann zu Nachtblindheit, brüchigen Knochen oder Blutungsneigung führen
- Verschlechterung der Grunderkrankung (z. B. stärkere Pankreatitis)
- Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (Osteoporose) durch Vitamin-D-Mangel
Langzeitprognose
Wird die EPI rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die meisten Menschen eine sehr gute Prognose. Die Enzymtherapie und die Ernährungsanpassung sind meist gut wirksam. Auch wenn die EPI nicht heilbar ist, können Sie mit der richtigen Behandlung ein weitgehend normales Leben führen. Bleibende Nährstoffmängel lassen sich vermeiden.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundesverband Pankreas e. V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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