Perforated eardrum
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Trommelfellriss (auch Perforation genannt) ist ein kleines Loch oder ein Riss in der dünnen Membran, die das Mittelohr vom äußeren Gehörgang trennt. Dieses Trommelfell schützt das Mittelohr und leitet Schallwellen weiter. Bei einem Riss kann das Hören vorübergehend beeinträchtigt sein und Bakterien können leichter ins Mittelohr gelangen.
Wichtige Fakten
- Heilt meist von selbst innerhalb weniger Wochen.
- Kann durch Infektionen, Druckveränderungen oder Verletzungen entstehen.
- Ein kleiner Riss verursacht oft nur leichte Beschwerden und heilt ohne Behandlung.
Ja, ein Trommelfellriss kommt relativ häufig vor, besonders bei Kindern mit Mittelohrentzündungen.
Jeder kann betroffen sein, aber besonders häufig tritt er bei Kindern und Menschen mit wiederkehrenden Mittelohrentzündungen auf.
Symptome
- Plötzlicher kompletter Hörverlust
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- Fieber über 39°C
- Schwere Schwindelanfälle mit Übelkeit oder Erbrechen
- Ausfluss von klarer Flüssigkeit (kann auf eine Verletzung der Hirnhäute hindeuten)
- ⚠Anhaltende Ohrenschmerzen
- ⚠Eitriger oder blutiger Ausfluss
- ⚠Verschlechterung des Hörvermögens
- ⚠Schwindel, der nicht weggeht
Häufige Symptome
- Plötzlicher Schmerz im Ohr (der meist nachlässt, wenn der Riss entsteht)
- Hörverlust oder gedämpftes Hören
- Ausfluss aus dem Ohr (klar, blutig oder eitrig)
- Ohrgeräusche (Tinnitus)
- Schwindelgefühl
Symptome bei Kindern
- Oft weniger deutliche Symptome; Kinder können weinerlich sein, sich am Ohr ziehen, Fieber haben oder schwerhörig wirken.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken häufig einen Hörverlust, aber Schmerzen können fehlen. Schwindel tritt häufiger auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Mittelohrentzündung (Ansammlung von Eiter, der das Trommelfell zum Reißen bringt)
- Druckveränderungen (z.B. beim Tauchen, Fliegen oder durch eine Ohrfeige)
- Fremdkörper oder Verletzungen (z.B. Wattestäbchen)
- Laute Explosionen oder Schalltrauma
Risikofaktoren
- Häufige Mittelohrentzündungen
- Tauchen oder Fliegen bei Erkältung
- Benutzung von scharfen Gegenständen im Ohr
- Männliches Geschlecht (etwas häufiger)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Hörverlust
- Bei starken Schmerzen
- Bei eitrigem oder blutigem Ausfluss
- Nach einer Verletzung oder einem Schlag aufs Ohr
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie vermuten, dass Ihr Trommelfell gerissen ist, auch wenn die Beschwerden mild sind
- Wenn das Hören nach 2–3 Wochen nicht besser wird
Diagnose
Der Arzt untersucht das Ohr mit einem beleuchteten Instrument (Otoskop) und sieht den Riss direkt.
Mögliche Untersuchungen
- Otoskopie (Betrachtung des Trommelfells)
- Hörtest (Audiometrie)
- Bei Bedarf: Tympanometrie (Misst die Bewegung des Trommelfells) oder ein CT, um das Mittelohr genauer zu beurteilen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Der Arzt erklärt Ihnen, was er sieht und bespricht die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe und Ursache des Risses ab. In vielen Fällen ist keine spezielle Behandlung nötig; der Riss heilt von selbst.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie das Ohr trocken – beim Duschen oder Baden einen wasserdichten Ohrstöpsel oder eine Duschhaube verwenden.
- Nichts ins Ohr stecken – keine Wattestäbchen oder Tropfen ohne ärztliche Anweisung.
- Bei Schmerzen: Wärme (z.B. warme Kompresse) kann helfen.
- Nicht schnäuzen, um Druckveränderungen zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei einer Infektion kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben (als Tablette oder Ohrentropfen). Bei Schmerzen können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. In einigen Fällen wird ein Pflaster (Papierpatch) auf das Trommelfell aufgebracht, um die Heilung zu fördern. Bei anhaltenden Rissen oder starkem Hörverlust kann eine Operation (Tympanoplastik) notwendig sein, um das Loch zu verschließen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Tympanoplastik) wird empfohlen, wenn der Riss nach mehreren Monaten nicht von allein heilt, große Löcher vorliegen oder eine Schwerhörigkeit bleibt.
Leben mit der Erkrankung
Während der Heilung sollten Sie laute Umgebungen meiden und Ihr Ohr vor Wasser schützen. Meist können Sie normalen Aktivitäten nachgehen, solange Sie die Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Tipps für den Alltag
- Ohr trocken halten
- Keine lauten Geräusche (z.B. Konzert, Baustelle) ohne Gehörschutz
- Bei Flugreisen: Druckausgleich durch Kaugummi oder Gähnen, aber bei Riss ist Vorsicht geboten – fragen Sie Ihren Arzt.
Ernährung und Bewegung
Keine besonderen Einschränkungen. Vermeiden Sie jedoch Aktivitäten, die den Druck im Ohr stark erhöhen (z.B. schweres Heben, Pressen).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Vorübergehende Hörminderung oder Ohrgeräusche können belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – meist bessert sich alles mit der Heilung. Bei anhaltenden Ohrgeräuschen gibt es Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht immer, aber das Risiko lässt sich senken: Mittelohrentzündungen rechtzeitig behandeln, keine Wattestäbchen oder spitzen Gegenstände ins Ohr einführen, bei Erkältungen nicht fliegen oder tauchen.
Impfungen
Die Pneumokokken-Impfung kann schwere Mittelohrentzündungen verhindern, die zu einem Trommelfellriss führen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die empfohlenen Impfungen.
Früherkennungsprogramme
Nein, es gibt kein allgemeines Screening. Bei Verdacht auf einen Hörsturz oder wiederholte Infektionen ist jedoch eine ärztliche Untersuchung ratsam.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Mittelohrentzündung (Dauerinfektion)
- Hörverlust (der bleibend sein kann)
- Cholesteatom (Hautwachstum im Mittelohr, das Knochen zerstört)
- Ausbreitung der Infektion auf das Innenohr oder sogar die Hirnhäute (selten)
Langzeitprognose
Die meisten Trommelfellrisse heilen innerhalb weniger Wochen von selbst, ohne Folgeschäden. Auch bei größeren Rissen ist die Aussicht auf vollständige Heilung durch eine Operation sehr gut. Regelmäßige Nachkontrollen beim HNO-Arzt stellen sicher, dass das Ohr sich gut erholt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.