Peyronie disease awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Peyronie-Krankheit (gesprochen: pey-ro-nee) ist eine gutartige Veränderung des Penis. Dabei bildet sich eine Art Gewebeplatte (ähnlich einer Narbe) unter der Haut des Penis. Diese Platte kann den Penis krümmen, besonders bei einer Erektion. Die Krankheit ist nicht ansteckend und kein Krebs.
Wichtige Fakten
- Die Krümmung tritt meist bei einer Erektion auf und kann schmerzhaft sein.
- Oft wird die Platte mit der Zeit weicher und die Krümmung kann sich von selbst etwas bessern.
- Die Krankheit betrifft etwa 1 von 100 Männern, viele wissen jedoch nichts davon.
Peyronie-Krankheit ist nicht sehr selten, aber viele Männer sprechen nicht darüber. Etwa 1–3 % der Männer haben sie. Sie ist bei Männern über 40 Jahren am häufigsten.
Die Krankheit tritt fast immer bei Männern auf, vor allem zwischen 40 und 60 Jahren. Sie kann aber auch jüngere oder ältere Männer betreffen.
Symptome
- ⚠Plötzlich auftretende, starke Schwellung oder Bluterguss am Penis nach einem Unfall oder Sturz.
- ⚠Unfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalt) – sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus.
Häufige Symptome
- Eine Krümmung des Penis bei Erektion (nach oben, unten oder zur Seite).
- Schmerzen bei Erektion, vor allem zu Beginn der Krankheit.
- Ertasten einer festen Platte oder eines Knotens unter der Haut des Penis.
- Verkürzung des Penis (nicht immer, aber möglich).
- Erektionsstörungen (schwieriger, eine Erektion zu bekommen oder zu halten).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome sind ähnlich, aber die Krümmung kann stärker sein.
- Die Heilung kann länger dauern, und Schmerzen sind oft weniger stark ausgeprägt.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Verletzung des Penis, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr oder Sport, die eine Blutung unter der Haut verursacht.
- Ein gestörter Heilungsprozess, bei dem sich überschüssiges Narbengewebe bildet.
Risikofaktoren
- Männer mit bestimmten Bindegewebserkrankungen (z. B. Morbus Dupuytren).
- Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck oder hohe Cholesterinwerte.
- Verletzungen des Penis in der Vorgeschichte.
- Bestimmte Medikamente (z. B. Betablocker) – aber das ist selten.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen oder eine Schwellung am Penis haben.
- Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine andauernde Krümmung oder Knoten am Penis bemerken.
- Wenn die Krümmung den Geschlechtsverkehr erschwert oder schmerzhaft macht.
- Wenn Sie sich Sorgen machen oder Fragen haben.
Diagnose
Der Arzt (meist ein Urologe) stellt die Diagnose durch ein Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Er tastet den Penis ab, um die Platte zu fühlen. Oft wird die Krümmung bei einer Erektion beurteilt – entweder anhand eines Fotos oder mit einem speziellen Test.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung und Abtasten des Penis.
- Messung der Krümmung (z. B. mit einem selbst gemachten Foto oder durch den Arzt).
- Ultraschall – um die Platte und den Blutfluss im Penis zu beurteilen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie nach Ihren Symptomen und möglichen Verletzungen fragen. Er wird die Untersuchung einfühlsam durchführen. In manchen Fällen ist eine Blutabnahme oder eine Röntgenuntersuchung nötig. Die Diagnose dauert meist nicht lange.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der Symptome und der Beeinträchtigung. Oft wird zuerst abgewartet, weil sich die Krankheit in den ersten 6–12 Monaten von selbst bessern kann. Falls nötig, stehen verschiedene Behandlungen zur Verfügung.
Selbsthilfe zu Hause
- In der frühen Phase: Eispackungen (in ein Tuch gewickelt) für 10–15 Minuten auf die Stelle legen – das kann Schwellung und Schmerzen lindern.
- Vermeiden Sie Aktivitäten, die den Penis weiter verletzen könnten.
- Sprechen Sie mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin über Ihre Ängste – das entlastet.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen bestimmte Medikamente anbieten, die in die Platte gespritzt werden (z. B. Kollagenase). Diese Behandlung hilft, die Platte aufzuweichen. Es gibt auch Tabletten, die aber weniger wirksam sind. Manchmal wird eine Stoßwellentherapie eingesetzt. Alle Behandlungen sollten mit einem Urologen besprochen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Krümmung sehr stark ist und den Geschlechtsverkehr unmöglich macht oder wenn die konservativen Behandlungen nicht helfen, kann eine Operation in Frage kommen. Dabei wird entweder die Platte entfernt oder die gesunde Seite verkürzt. Eine Operation wird erst nach mindestens 12 Monaten ohne Besserung empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Männer haben kaum Probleme im Alltag. Wenn die Krümmung mild ist, können Sie weiterhin ein normales Sexualleben führen. Suchen Sie bei Beschwerden ärztlichen Rat, um die beste Lösung für sich zu finden.
Tipps für den Alltag
- Hören Sie mit dem Rauchen auf – Rauchen verschlechtert die Durchblutung.
- Achten Sie auf einen gesunden Blutdruck und Blutzucker – das hilft dem Heilungsprozess.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber vermeiden Sie Sportarten, die den Penis verletzen könnten (z. B. Radfahren ohne Polster).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die allgemeine Gesundheit. Bewegung, wie Schwimmen oder Spazierengehen, ist gut, um Stress abzubauen und die Durchblutung zu fördern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Peyronie-Krankheit kann emotional belasten: Scham, Angst vor Ablehnung oder Unsicherheit sind normal. Auch die Paarbeziehung kann darunter leiden. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen – sei es durch Gespräche mit dem Partner, einem Arzt oder einem Psychotherapeuten.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Vorbeugung, aber Sie können das Risiko verringern: Vermeiden Sie Verletzungen des Penis durch vorsichtigen Geschlechtsverkehr und geeignete Stellungen. Behandeln Sie Diabetes und Bluthochdruck gut. Hören Sie mit dem Rauchen auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Krümmung kann sich verschlimmern und den Geschlechtsverkehr unmöglich machen.
- Der Penis kann sich weiter verkürzen.
- Es können dauerhafte Erektionsstörungen auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Die meisten Männer kommen gut mit der Erkrankung zurecht. Bei vielen bessert sich die Krümmung von allein oder wird durch Behandlung deutlich verbessert. Auch wenn eine vollständige Begradigung nicht immer möglich ist, kann die sexuelle Zufriedenheit meist wiederhergestellt werden. Es gibt wirksame Behandlungen und Unterstützung.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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