Postural tachycardia syndrome
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Posturale Tachykardie-Syndrom (POTS) ist eine Störung des Kreislaufs. Wenn Sie aufstehen, steigt Ihre Herzfrequenz stark an, während der Blutdruck meist stabil bleibt. Das führt zu Schwindel, Herzklopfen und Erschöpfung.
Wichtige Fakten
- POTS betrifft häufiger Frauen als Männer.
- Die Störung tritt oft nach einer Virusinfektion auf.
- POTS ist nicht lebensbedrohlich, kann aber den Alltag stark beeinträchtigen.
POTS ist nicht sehr selten, aber auch nicht häufig. Viele Fälle werden nicht erkannt.
Am häufigsten sind junge Frauen zwischen 15 und 50 Jahren betroffen, aber auch Männer und Kinder können POTS entwickeln.
Symptome
- Plötzliche Ohnmacht mit Verletzungsgefahr
- Brustschmerzen oder Atemnot
- Sehr schneller und unregelmäßiger Herzschlag
- ⚠Starker Schwindel, der nicht vergeht
- ⚠Wiederholte Ohnmachtsanfälle
- ⚠Verschlechterung der Symptome trotz Maßnahmen
Häufige Symptome
- Schwindel oder Benommenheit beim Aufstehen
- Herzrasen oder Herzklopfen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme (wie ‚Brain Fog‘)
- Übelkeit
- Zittern
- Kältegefühl in Händen und Füßen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern äußert sich POTS oft mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Ohnmachtsanfällen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen stehen Schwindel, Sturzgefahr und Blutdruckschwankungen im Vordergrund.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen (z. B. Virusinfektionen wie Pfeiffersches Drüsenfieber)
- Autoimmunerkrankungen (das körpereigene Immunsystem greift sich selbst an)
- Genetische Veranlagung (familiäre Häufung)
- Trauma oder Operationen
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Alter zwischen 15 und 50 Jahren
- Bindegewebserkrankungen (z. B. Ehlers-Danlos-Syndrom)
- Lange Bettruhe oder Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie häufig ohnmächtig werden
- Wenn Sie Brustschmerzen oder Atemnot haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Schwindel und Herzrasen Ihren Alltag beeinträchtigen
Diagnose
Die Diagnose wird meist durch eine spezielle Untersuchung gestellt: den Kipptischtest. Dabei werden Blutdruck und Herzfrequenz im Liegen und beim Aufrichten gemessen.
Mögliche Untersuchungen
- Kipptischtest (Steh- oder Kipptischuntersuchung)
- 24-Stunden-EKG (Aufzeichnung der Herzströme)
- Blutuntersuchungen
- Herzultraschall (Echokardiografie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird zunächst Ihre Krankengeschichte aufnehmen und andere Ursachen für die Symptome ausschließen.
Behandlung
Die Behandlung von POTS zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Sie besteht meist aus einer Kombination von Lebensstiländerungen und medikamentöser Unterstützung.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Wasser trinken (z. B. 2–3 Liter pro Tag)
- Salzreiche Ernährung (nach ärztlicher Absprache)
- Kompressionsstrümpfe tragen
- Langsames Aufstehen aus dem Liegen
- Viel liegen oder sitzen bei Bedarf
Medizinische Behandlungen
Ärzte können Medikamente verschreiben, die den Blutdruck stabilisieren, die Herzfrequenz senken oder den Flüssigkeitshaushalt verbessern. Die genauen Mittel werden individuell angepasst. Fragen Sie Ihren Arzt nach den für Sie passenden Optionen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei POTS in der Regel nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
POTS kann den Alltag stark beeinflussen. Mit den richtigen Strategien können die meisten Betroffenen aber Beruf, Familie und Freizeit meistern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung mit Ausdauertraining (z. B. Schwimmen, Radfahren)
- Ausreichend Schlaf und Ruhepausen
- Stressvermeidung und Entspannungstechniken
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit und Salz (nach Absprache) ist wichtig. Bewegung in waagerechter Position, wie Schwimmen, wird oft besser vertragen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die ständigen Symptome können belastend sein und zu Angst oder Depression führen. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Bei akuten Krisen wenden Sie sich an eine psychiatrische Notaufnahme oder rufen Sie die 112 an.
Vorbeugung
POTS lässt sich nicht immer verhindern. Bei manchen Menschen kann eine frühzeitige Behandlung von Infektionen oder Grunderkrankungen das Risiko senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige Ohnmachtsanfälle mit Verletzungsgefahr
- Einschränkung der Bewegungsfähigkeit (körperliche Dekonditionierung)
- Psychische Folgen wie Angst und Depression
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung bessern sich die Symptome bei den meisten Menschen. Viele können ein aktives Leben führen. POTS ist nicht lebensbedrohlich, aber eine sorgfältige Begleitung ist wichtig.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.