Pressure ulcers prevention awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Druckgeschwüre (auch Dekubitus genannt) sind Verletzungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch anhaltenden Druck auf eine Körperstelle entstehen. Sie treten besonders an Stellen auf, wo Knochen nahe an der Haut liegen, wie Fersen, Kreuzbein oder Hüften.
Wichtige Fakten
- Druckgeschwüre können innerhalb weniger Stunden entstehen, wenn man lange in derselben Position liegt oder sitzt.
- Regelmäßiges Umlagern und Hautpflege sind die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung.
- Unbehandelt können Druckgeschwüre zu schweren Infektionen führen.
Ja, Druckgeschwüre sind besonders in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen häufig. In Deutschland betrifft es etwa 5 bis 10 von 100 stationären Patienten.
Menschen, die bettlägerig sind, im Rollstuhl sitzen oder eingeschränkte Bewegungsfähigkeit haben, sind besonders gefährdet. Auch ältere Menschen mit dünner Haut oder chronischen Erkrankungen haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Wenn die Wunde plötzlich stark blutet
- Wenn sich eine Wunde mit schwarzem oder grünem Eiter füllt und Fieber hinzukommt
- ⚠Rötung, die sich nach Umlagern nicht zurückbildet
- ⚠Blasenbildung
- ⚠Schmerzen, die sich verschlimmern
- ⚠Anzeichen einer Infektion wie Schwellung, Wärme oder übelriechender Ausfluss
Häufige Symptome
- Rötung der Haut, die sich nicht wegdrücken lässt
- Blasenbildung
- Offene Wunde mit oder ohne Schorf
- Schmerzen oder Spannungsgefühl an der betroffenen Stelle
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Druckgeschwüre seltener auftreten, aber die Symptome sind ähnlich: Rötung, Blasen oder wunde Stellen, besonders an Ohren, Hinterkopf oder Schulterblättern.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist die Haut dünner, daher zeigen sich Druckgeschwüre oft schneller. Symptome können auch Schmerzen oder Juckreiz sein, und Wunden heilen langsamer.
Ursachen
Hauptursachen
- Dauerhafter Druck auf eine Körperstelle, der die Durchblutung unterbricht.
- Scherkräfte, wenn die Haut über eine Unterlage gezogen wird (z.B. im Bett hochrutschen).
- Feuchtigkeit durch Schweiß oder Inkontinenz, die die Haut aufweicht.
Risikofaktoren
- Bettlägerigkeit oder Rollstuhl
- Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
- Mangelernährung oder Dehydrierung
- Alter über 70 Jahre
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen
- Inkontinenz
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei einer Wunde, die sich nicht bessert oder größer wird.
- Bei Anzeichen einer Infektion: Rötung, Schwellung, Fieber, übelriechender Ausfluss.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei ersten Anzeichen wie anhaltender Rötung sollten Sie Ihren Hausarzt oder eine Pflegefachperson aufsuchen.
Diagnose
Ein Arzt oder eine Pflegefachperson untersucht die Haut sorgfältig und beurteilt die Schwere des Druckgeschwürs anhand einer internationalen Klassifikation (Stadieneinteilung).
Mögliche Untersuchungen
- Sichtprüfung und Abtasten der Haut
- Beurteilung des Druckschmerzes
- Bei Verdacht auf Infektion: Wundabstrich
- Bei tieferen Wunden: Bildgebung (Ultraschall oder MRT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird die Wunde reinigen, nach Größe und Tiefe vermessen und ein Behandlungskonzept erstellen. Möglicherweise wird ein Wundverband angelegt und Sie erhalten Anweisungen zur Entlastung.
Behandlung
Die Behandlung von Druckgeschwüren zielt darauf ab, den Druck zu entlasten, die Wunde zu reinigen und die Heilung zu fördern. Je früher behandelt wird, desto besser sind die Aussichten.
Selbsthilfe zu Hause
- Druck entlasten: regelmäßig umlagern, spezielle Matratzen oder Kissen verwenden
- Hautpflege: Reinigen und Eincremen, aber nicht massieren über geröteten Stellen
- Gesunde Ernährung: ausreichend Eiweiß, Vitamine und Flüssigkeit zu sich nehmen
- Inkontinenzmanagement: Haut trocken halten
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung umfasst das Reinigen der Wunde mit speziellen Lösungen, das Entfernen von abgestorbenem Gewebe (Debridement), das Auftragen von Wundauflagen, die die Heilung fördern, und gegebenenfalls die Gabe von Antibiotika bei Infektionen. In schweren Fällen kann eine operative Behandlung nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei tiefen Druckgeschwüren, die bis auf den Knochen reichen und nicht von selbst heilen, kann eine Operation erforderlich sein, um das abgestorbene Gewebe zu entfernen und die Wunde zu verschließen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie oder ein Angehöriger betroffen sind, ist eine tägliche Hautkontrolle wichtig. Achten Sie besonders auf Druckstellen. Planen Sie feste Zeiten zum Umlagern ein. Nutzen Sie Hilfsmittel wie weiche Kissen oder spezielle Auflagen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: So viel wie möglich bewegen, auch kleine Positionswechsel helfen.
- Hautpflege: Tägliche Inspektion und sanfte Reinigung.
- Ernährung: Eiweißreiche Kost fördert die Wundheilung. Trinken Sie ausreichend.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiß, Vitamin C und Zink unterstützt die Wundheilung. Bewegung – auch passive Bewegungen durch Pflegekräfte – verbessert die Durchblutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Druckgeschwüre können schmerzhaft sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Ängste vor Verschlimmerung oder Abhängigkeit von Pflege sind normal. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Pflegekraft darüber.
Vorbeugung
Ja, Druckgeschwüre sind in den meisten Fällen vermeidbar. Die wichtigsten Maßnahmen sind: regelmäßiges Umlagern (alle 2 Stunden), Druckentlastung durch spezielle Matratzen oder Kissen, gründliche Hautpflege und ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr.
Früherkennungsprogramme
Risikopatienten sollten regelmäßig von Pflegefachpersonen auf Druckgeschwüre untersucht werden. Standardisierte Risikoskalen wie die Braden-Skala helfen dabei, das Risiko einzuschätzen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Druckgeschwüre können sich verschlimmern, tiefere Gewebeschichten erreichen und zu Knocheninfektionen (Osteomyelitis) führen.
- Schwere Infektionen, die sich auf den ganzen Körper ausbreiten (Sepsis), sind eine lebensbedrohliche Komplikation.
Langzeitprognose
Die meisten Druckgeschwüre heilen gut, wenn sie früh erkannt und richtig behandelt werden. Mit konsequenter Vorbeugung und guter Pflege ist die Prognose in der Regel günstig. Auch bei fortgeschrittenen Fällen gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die eine Heilung oder deutliche Besserung ermöglichen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.