Prostata in der Schwangerschaft – gibt es das?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Prostata ist eine kleine Drüse, die nur Männer besitzen. Sie liegt unter der Blase und umschließt die Harnröhre. Eine Schwangerschaft findet ausschließlich im Körper der Frau statt. Eine Frau hat keine Prostata. Deshalb gibt es keine „Prostata in der Schwangerschaft“. Der Begriff entsteht vermutlich, wenn Beschwerden beim Wasserlassen in der Schwangerschaft fälschlich mit der Prostata in Verbindung gebracht werden. In der Schwangerschaft sind Harnwegsbeschwerden häufig – sie haben aber meist andere Ursachen, etwa Druck des Babys auf die Blase oder Harnwegsinfektionen.
Wichtige Fakten
- Die Prostata ist ein männliches Organ – Frauen haben keine Prostata.
- Schwangerschaft kann Druck auf die Blase ausüben, aber nicht auf eine Prostata.
- Vermehrter Harndrang in der Schwangerschaft ist normal – bei Brennen oder Schmerzen bitte ärztlich abklären lassen.
Nein, eine „Prostata in der Schwangerschaft“ gibt es nicht. Prostata-Erkrankungen betreffen Männer, vor allem ab 50 Jahren. Harnwegsbeschwerden treten dagegen bei etwa jeder zweiten Schwangeren auf – die Ursachen sind jedoch andere.
Die Vorstellung einer „Prostata in der Schwangerschaft“ betrifft niemanden. Prostata-Probleme können bei Männern auftreten, Beschwerden beim Wasserlassen in der Schwangerschaft betreffen Frauen.
Symptome
- Kompletter Harnverhalt (Sie können trotz Druck kein Wasser lassen) – sofort den Notruf 112 wählen.
- Starke Schmerzen in Flanke oder Bauch kombiniert mit Fieber und Schüttelfrost – das kann auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen.
- ⚠Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- ⚠Blut im Urin
- ⚠Trüber oder stark riechender Urin
- ⚠Bei Schwangerschaft: Wenn Sie Fieber oder Rücken-/Flankenschmerzen bemerken, suchen Sie noch am selben Tag ärztlichen Rat.
Häufige Symptome
- Vermehrter Harndrang, vor allem nachts
- Ein Gefühl, dass die Blase nicht ganz leer wird
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (Hinweis auf Harnwegsinfekt)
Ursachen
Hauptursachen
- Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen, Druck der Gebärmutter auf die Blase und eine erhöhte Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen.
- Prostata-Probleme des Mannes: gutartige Prostatavergrößerung, Prostataentzündung oder – selten – Prostatakrebs.
Risikofaktoren
- Schwangerschaft an sich
- Harnwegsinfektionen in der Vorgeschichte
- Alter (Prostata-Probleme ab etwa 50 Jahren)
- Hormonelle Veränderungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie schwanger sind und Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber oder Blut im Urin haben.
- Wenn ein Mann plötzlich keinen Urin mehr lassen kann (Harnverhalt) – das ist ein Notfall.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Harnwegsbeschwerden länger als zwei Tage anhalten
- Für Männer ab 50: regelmäßige Vorsorgeuntersuchung der Prostata
Diagnose
Die Abklärung richtet sich danach, ob Sie schwanger sind oder ob ein Mann Beschwerden hat. In beiden Fällen wird ein Gespräch über die Beschwerden geführt, dann eine körperliche Untersuchung und je nach Verdacht eine Urinuntersuchung oder eine Ultraschall-Untersuchung von Blase und Nieren. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte bei der Abklärung an den aktuellen medizinischen Leitlinien (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung (Test-Streifen oder Laboruntersuchung)
- Ultraschall der Blase und Nieren
- Bei Männern: Tastuntersuchung der Prostata (digital-rektale Untersuchung)
- Bei Männern: Bluttest zur Bestimmung des PSA-Werts (zur Prostata-Vorsorge)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Sie erhalten danach eine klare Einschätzung und – falls nötig – einen Behandlungsplan.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer Harnwegsinfektion in der Schwangerschaft werden Antibiotika eingesetzt, die in der Schwangerschaft sicher sind – diese werden nur von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben. Bei Prostata-Problemen kann abgewartet, medikamentös behandelt oder in bestimmten Fällen operiert werden. Die Entscheidung trifft das medizinische Team gemeinsam mit Ihnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser (etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag, sofern keine Herz- oder Nierenerkrankung vorliegt).
- Vermeiden Sie starken Kaffee oder säurehaltige Getränke, die die Blase reizen können.
- Entleeren Sie Ihre Blase regelmäßig und halten Sie den Urin nicht lange zurück.
- Nach dem Geschlechtsverkehr zur Toilette gehen kann helfen, Harnwegsinfekten vorzubeugen.
Medizinische Behandlungen
Medikamente dürfen niemals eigenmächtig eingenommen werden – besonders in der Schwangerschaft. Eine Ärztin oder ein Arzt wird Sie über die passende Behandlung informieren, zum Beispiel mit einem für die Schwangerschaft geeigneten Antibiotikum. Auch bei Prostata-Problemen entscheidet das medizinische Team, ob eine Überwachung, Medikamente oder ein Eingriff sinnvoll ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen nötig – etwa wenn ein Mann eine stark vergrößerte Prostata hat, die den Urinabfluss blockiert, oder wenn konservative Behandlungen nicht wirken. In der Schwangerschaft ist eine Operation für Blasen- oder Harnwegsbeschwerden praktisch nie erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie schwanger sind und Harnwegsbeschwerden haben, ist der wichtigste Schritt, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Wenn Sie männlich sind und Prostata-Probleme haben, reden Sie offen darüber – die meisten Behandlungen sind gut verträglich.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen und sanftes Training
- Blasenreizende Stoffe wie Koffein oder sehr scharfe Gerichte reduzieren
- Auf das Körpergefühl hören und rechtzeitig Pausen einplanen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Gesundheit von Blase und Nieren. Trinken Sie nicht zu viel auf einmal, sondern über den Tag verteilt. Bewegung ist erlaubt – besprechen Sie bei Unsicherheit mit Ihrer Hebamme oder Ärztin, welche Aktivität für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Körperliche Beschwerden in der Schwangerschaft können verunsichern. Dazu kommt der Gedanke an eine „Prostata“, die es bei Frauen nicht gibt – das kann Ängste auslösen. Es hilft, sich mit verlässlichen Informationen zu versorgen und Fragen offen zu stellen. Die meisten Beschwerden sind gut behandelbar.
Vorbeugung
Eine „Prostata in der Schwangerschaft“ muss nicht verhindert werden, weil es sie nicht gibt. Prostata-Erkrankungen lassen sich nicht immer verhindern, aber ein gesunder Lebensstil und Vorsorgeuntersuchungen können helfen. Harnwegsinfekten in der Schwangerschaft können Sie vorbeugen, indem Sie ausreichend trinken, auf Hygiene achten und den Urin nicht zu lange zurückhalten.
Impfungen
Ein aktueller Impfschutz ist sinnvoll, um Infektionen zu vermeiden – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch in der Schwangerschaft.
Früherkennungsprogramme
Schwangere erhalten im Rahmen der Vorsorge regelmäßig Urinuntersuchungen. Männern ab 50 Jahren wird eine Prostata-Vorsorge empfohlen – die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Untersuchung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Harnwegsinfektionen können sich in der Schwangerschaft zu einer Nierenbeckenentzündung entwickeln – das ist ernst und sollte zwingend behandelt werden.
- Unbehandelte Prostata-Probleme können zu Harnverhalt, Blasensteinen oder wiederkehrenden Harnwegsinfekten führen.
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Beschwerden lässt sich gut behandeln, insbesondere wenn sie frühzeitig abgeklärt werden. Sie müssen mit Ihren Sorgen nicht allein bleiben. Es gibt Unterstützung – von der Hebamme, der Ärztin, dem Arzt und spezialisierten Kliniken.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.