Prostatitis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Prostatitis ist eine Entzündung der Prostata, einer kleinen Drüse bei Männern unterhalb der Blase. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Die Entzündung kann plötzlich oder über einen längeren Zeitraum auftreten.
Wichtige Fakten
- Prostatitis betrifft Männer jeden Alters, am häufigsten zwischen 30 und 50 Jahren.
- Es gibt verschiedene Formen: akute (plötzlich) und chronische (langanhaltende) Prostatitis.
- Eine Prostatitis ist in der Regel gut behandelbar, besonders wenn sie früh erkannt wird.
Prostatitis ist eine häufige Erkrankung. Etwa jeder zehnte Mann erlebt im Laufe seines Lebens eine Prostatitis.
Prostatitis betrifft hauptsächlich Männer, besonders zwischen 30 und 50 Jahren. Sie kann aber auch jüngere und ältere Männer betreffen.
Symptome
- Komplette Unfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalt)
- Sehr hohes Fieber (über 39 °C) mit starkem Krankheitsgefühl
- Plötzliche starke Schmerzen im Unterbauch oder Rücken
- ⚠Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
- ⚠Starke Schmerzen beim Wasserlassen, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber, das länger als 2 Tage anhält
- ⚠Gefühl einer vollen Blase trotz Wasserlassens
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang, auch nachts
- Schmerzen im Unterbauch, im unteren Rücken oder im Bereich zwischen Hodensack und After (Damm)
- Schmerzen beim Samenerguss
- Fieber und Schüttelfrost (bei akuter Prostatitis)
Symptome bei Kindern
- Prostatitis bei Kindern ist sehr selten. Wenn sie auftritt, können Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber oder Bauchschmerzen vorkommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern können die Symptome denen einer gutartigen Prostatavergrößerung ähneln: Schwierigkeiten beim Wasserlassen, schwacher Harnstrahl oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterielle Infektion: Bakterien gelangen über die Harnröhre in die Prostata
- Entzündung ohne Bakterien: möglicherweise durch chronische Reizung oder Muskelverspannungen
- Verletzung oder Reizung der Prostata, z.B. durch Katheter oder Operationen
Risikofaktoren
- Harnwegsinfektionen
- Geschlechtskrankheiten (z.B. Chlamydien, Gonorrhö)
- Verwendung eines Blasenkatheters
- Unterleibsverletzungen
- Starke Unterkühlung des Beckenbereichs
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Fieber und Schmerzen im Unterbauch oder im Dammbereich haben
- Wenn Sie nicht oder kaum Wasser lassen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen haben
- Wenn Sie Veränderungen beim Wasserlassen bemerken, wie häufigen Harndrang oder schwachen Harnstrahl
Diagnose
Der Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen über Ihre Symptome und mögliche Risikofaktoren. Danach folgt eine körperliche Untersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung: auf Bakterien und Entzündungszeichen
- Bluttest: z.B. PSA-Wert und Entzündungsmarker
- Tastuntersuchung der Prostata über den After (digitale rektale Untersuchung)
- Abstrich aus der Harnröhre oder Prostatasekret (bei Verdacht auf Geschlechtskrankheiten)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft, aber die Tastuntersuchung kann kurzzeitig unangenehm sein. Der Arzt wird Ihnen alles genau erklären. Die Diagnose folgt den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Form der Prostatitis. Bei einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika eingesetzt. Bei chronischen nicht-bakteriellen Formen stehen andere Behandlungen wie Schmerzmittel oder Entspannungsübungen im Vordergrund.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Wasser trinken, um die Harnwege zu spülen
- Warme Sitzbäder (nicht zu heiß) zur Entspannung der Beckenmuskulatur
- Koffein, Alkohol und scharfes Essen vermeiden
- Auf regelmäßigen Stuhlgang achten, Verstopfung vermeiden
Medizinische Behandlungen
Ärzte verschreiben bei bakterieller Prostatitis Antibiotika (z.B. gegen Bakterien). Bei Schmerzen können entzündungshemmende Medikamente helfen. In chronischen Fällen werden manchmal auch Alpha-Blocker eingesetzt, um die Blasenentleerung zu erleichtern. Physiotherapie für den Beckenboden oder Entspannungstechniken können ebenfalls Teil der Behandlung sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, z.B. bei Abszessbildung oder wenn eine Verengung der Harnröhre vorliegt. Der Arzt wird dies im Einzelfall mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Männer kommen mit Prostatitis gut zurecht. Bei chronischen Beschwerden kann es sein, dass die Symptome in Schüben auftreten. Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt hilft, die Beschwerden zu lindern.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie langes Sitzen – stehen Sie häufiger auf und bewegen Sie sich.
- Stress reduzieren durch Entspannungsübungen oder Meditation
- Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, aber zu viel Wasser vor dem Schlafengehen vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann helfen. Verzichten Sie auf zu viel Koffein, Alkohol und stark gewürzte Speisen. Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen tut gut, vermeiden Sie aber intensives Radfahren, da der Sattel Druck auf die Prostata ausüben kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen oder Harnprobleme können belastend sein und zu Ängsten oder Niedergeschlagenheit führen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber. Bei starker seelischer Belastung ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen – z.B. bei einer psychologischen Beratungsstelle oder dem Hausarzt.
Vorbeugung
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie auf Safer Sex achten (Kondome), Unterkühlung vermeiden und bei Harnwegsinfekten frühzeitig einen Arzt aufsuchen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Prostatitis. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen können jedoch helfen, andere Prostataerkrankungen früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Übergang der Infektion in eine chronische Form, die schwerer zu behandeln ist
- Bildung eines Abszesses (Eiteransammlung) in der Prostata
- Verschleppung der Infektion in die Harnwege oder in den Blutkreislauf (Sepsis – lebensbedrohlich)
- Bei längerem Verlauf: Verengungen der Harnröhre oder Blasenentleerungsstörungen
Langzeitprognose
Die meisten Fälle von Prostatitis heilen gut aus, vor allem wenn sie früh erkannt und behandelt werden. Chronische Beschwerden lassen sich oft gut mit einer Kombination aus Medikamenten, Physiotherapie und Lebensstiländerungen lindern. Es gibt keinen Grund zur Sorge, dass Prostatitis zu Prostatakrebs führt – das ist belegt. Bleiben Sie zuversichtlich und arbeiten Sie mit Ihrem Arzt zusammen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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