Rickets awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Rachitis (Rickets) ist eine Knochenkrankheit, bei der die Knochen von Kindern weich und schwach werden. Der Hauptgrund dafür ist ein Mangel an Vitamin D, das der Körper braucht, um Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen. Ohne genug Vitamin D können die Knochen nicht richtig hart werden.
Wichtige Fakten
- Rachitis betrifft vor allem Kleinkinder, deren Knochen noch im Wachstum sind.
- Die Krankheit ist in Deutschland selten, kann aber vorkommen, wenn Kinder nicht genug Vitamin D bekommen.
- Mit einer frühzeitigen Behandlung heilt Rachitis meist vollständig aus.
Rachitis ist in Deutschland dank Vorsorgemaßnahmen wie Vitamin-D-Tropfen für Säuglinge selten geworden. Dennoch tritt sie bei manchen Risikogruppen auf, zum Beispiel bei Kindern mit dunkler Hautfarbe oder bei solchen, die nicht genug Sonne abbekommen.
Rachitis betrifft hauptsächlich Kinder unter drei Jahren, besonders solche, die ausschließlich gestillt werden und keine Vitamin-D-Tropfen erhalten, sowie Kinder mit dunkler Hautfarbe oder mit bestimmten Nierenerkrankungen.
Symptome
- Sehr starke Muskelkrämpfe (Tetanie), die durch niedrigen Kalziumspiegel ausgelöst werden können
- Krampfanfälle (Krämpfe am ganzen Körper)
- ⚠Starke Knochenschmerzen, die das Kind kaum noch laufen lassen
- ⚠Plötzliche Lähmungserscheinungen oder starke Schwäche in den Beinen
Häufige Symptome
- Schmerzen in den Knochen, besonders in den Beinen
- Verzögertes Wachstum oder Kleinwuchs
- Weiche Schädelknochen (bei Babys)
- X- oder O-Beine
Symptome bei Kindern
- Die gleichen Symptome wie allgemein: Knochenschmerzen, Beinverbiegungen, Wachstumsverzögerung.
- Zusätzlich können Kinder Schwierigkeiten beim Laufen haben oder einen breiten, watschelnden Gang.
- Auch Verformungen am Brustkorb (Rosenkranzartige Auftreibungen an den Rippen) sind möglich.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Rachitis tritt typischerweise nur bei Kindern auf. Bei Erwachsenen spricht man von Osteomalazie, die ähnliche Symptome wie Knochenschmerzen und Muskelschwäche verursacht.
Ursachen
Hauptursachen
- Vitamin-D-Mangel: Der Körper kann Kalzium nur mit ausreichend Vitamin D aufnehmen.
- Zu wenig Sonnenlicht: Die Haut braucht Sonnenlicht, um Vitamin D zu bilden.
- Mangelernährung: Eine Ernährung, die zu wenig Vitamin D oder Kalzium enthält.
Risikofaktoren
- Dunkle Haut (höherer Melaningehalt verringert die Vitamin-D-Bildung)
- Ausschließliches Stillen ohne Vitamin-D-Ergänzung
- Wenig Aufenthalt im Freien
- Bestimmte Medikamente (z. B. gegen Krampfanfälle) oder Nierenerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Kind plötzlich starke Knochenschmerzen hat oder sich kaum bewegen kann.
- Bei Muskelkrämpfen oder Krampfanfällen (dann sofort Notruf 112 wählen)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bei Ihrem Kind O-Beine, X-Beine oder andere Knochenverformungen bemerken.
- Wenn Ihr Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen sehr klein bleibt oder spät laufen lernt.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine Kombination aus körperlicher Untersuchung, Blutuntersuchung und Röntgenaufnahmen der Knochen.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Vitamin-D-Spiegel, Kalzium und Phosphat
- Röntgenbilder von Handgelenk, Knie oder Brustkorb, um Knochenveränderungen zu sehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und werden ambulant durchgeführt. Meist reichen eine Blutabnahme und ein kurzes Röntgen. Ihr Kind wird während der Röntgenaufnahme kurz ruhig gehalten.
Behandlung
Die Behandlung von Rachitis zielt darauf ab, den Vitamin-D- und Kalziumspiegel wieder zu normalisieren. In den meisten Fällen reicht dies aus, um die Knochen zu stärken und weitere Verformungen zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Tägliche Zeit im Freien verbringen, um die körpereigene Vitamin-D-Bildung anzuregen (Gesicht und Arme unbedeckt, aber Sonnenschutz nicht vergessen)
- Auf eine vitamin-D-reiche Ernährung achten: fettreicher Fisch (z. B. Lachs, Makrele), Eier, angereicherte Milchprodukte
- Kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Joghurt, Käse, grünes Blattgemüse
Medizinische Behandlungen
Der Arzt wird in der Regel Vitamin-D-Präparate verschreiben, die in Form von Tropfen oder Tabletten gegeben werden. Oft wird auch eine Kalziumergänzung empfohlen. Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad des Mangels und wird individuell angepasst. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte ist wichtig.
Wann kommt eine Operation infrage?
In sehr seltenen Fällen – wenn starke Knochenverformungen trotz Behandlung bestehen – kann ein chirurgischer Eingriff (z. B. Korrekturosteotomie) notwendig sein. Dies ist jedoch die absolute Ausnahme.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Ihr Kind an Rachitis erkrankt ist, stehen regelmäßige Arztbesuche und die tägliche Einnahme der verordneten Vitamin-D- und Kalziumpräparate im Vordergrund. Mit der richtigen Behandlung bessern sich die Symptome meist innerhalb weniger Wochen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, aber nicht übermäßige Sonnenbestrahlung (10–15 Minuten täglich, je nach Hauttyp)
- Bewegung und Spielen im Freien fördern die Knochengesundheit
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit genügend Vitamin D und Kalzium
Ernährung und Bewegung
Eine vollwertige Ernährung mit Milchprodukten, Fisch und Eiern deckt den Kalzium- und Vitamin-D-Bedarf. Sanfte Bewegung wie Krabbeln, Laufen oder Schwimmen stärkt die Knochen. Überanstrengung sollte vermieden werden, solange die Knochen noch weich sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Für Eltern kann die Diagnose belastend sein, vor allem wenn das Kind Schmerzen hat oder in der Entwicklung zurückliegt. Aber die Prognose ist sehr gut. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Kinderarzt über Ihre Sorgen zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, Rachitis lässt sich in den meisten Fällen verhindern. Säuglinge sollten ab der ersten Lebenswoche Vitamin-D-Tropfen erhalten – dies wird in den Vorsorgeuntersuchungen (U1–U9) empfohlen. Auch ausreichend Sonnenlicht und eine vitamin-D-reiche Ernährung helfen.
Früherkennungsprogramme
Im Rahmen der deutschen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder (U1 bis U9) wird der Vitamin-D-Status nicht routinemäßig gemessen, aber der Arzt fragt nach Risikofaktoren. Bei Verdacht kann ein Bluttest gemacht werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Knochenverformungen wie O-Beine, X-Beine oder ein Kielbrust
- Wachstumsstörungen und Kleinwuchs
- Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche
- Zahnschmelzdefekte und verzögerter Zahndurchbruch
Langzeitprognose
Die meisten Kinder mit Rachitis erholen sich vollständig, wenn die Behandlung früh beginnt. Die Knochen werden wieder fest, und Verformungen können sich mit dem Wachstum zurückbilden. Mit einer guten Versorgung und Nachsorge ist die Prognose ausgezeichnet.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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