Rosacea flushing
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Rosacea ist eine chronische Hauterkrankung, die vor allem das Gesicht betrifft. Sie verursacht Rötungen, sichtbare Blutgefäße und manchmal Knötchen. Das sogenannte Flushing ist ein plötzliches starkes Erröten, das wie eine Hitzewallung und ein Spannungsgefühl auf der Haut wirkt.
Wichtige Fakten
- Rosacea ist nicht ansteckend.
- Die Erkrankung verläuft schubweise – Phasen mit und ohne Beschwerden wechseln sich ab.
- Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.
Ja, Rosacea ist weit verbreitet. In Deutschland sind schätzungsweise 5 bis 10 % der Erwachsenen betroffen, besonders im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.
Betroffen sind häufiger Menschen mit heller Haut, blonden Haaren und blauen Augen. Frauen erkranken etwas öfter, Männer jedoch oft schwerer. Auch eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Auge
- Sehverschlechterung oder verschwommenes Sehen
- ⚠Geschwollene, gerötete Augenlider und Bindehautentzündung
- ⚠Starke Zunahme der Rötungen und Schwellungen im Gesicht innerhalb weniger Tage
Häufige Symptome
- Hitzewallungen und Rötungen im Gesicht, die anfallsartig auftreten
- Brennendes oder stechendes Gefühl auf der Haut
- Sichtbare, erweiterte Blutgefäße (Teleangiektasien)
- Rote Knötchen oder Pickel, die an Akne erinnern
Symptome bei Kindern
- Rosacea tritt bei Kindern selten auf. Falls doch, zeigen sich meist nur vorübergehende Wangenrötungen.
- Achtung: Bei Kindern muss ein Arzt andere Hauterkrankungen wie Ekzeme oder Allergien ausschließen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen können stärkere und länger anhaltende Rötungen haben.
- Die Haut wird dünner, sodass Blutgefäße deutlicher hervortreten.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt.
- Man vermutet eine Überempfindlichkeit der Blutgefäße im Gesicht auf bestimmte Reize.
- Auch eine verstärkte Ansiedlung der Hautmilbe Demodex folliculorum wird diskutiert.
Risikofaktoren
- Helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen
- Häufige Sonnenbrände in der Kindheit
- Familiäre Vorbelastung
- Bestimmte Auslöser: Sonne, Kälte, scharfe Speisen, Alkohol, heiße Getränke, Stress
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Augenbeschwerden wie Rötung, Schmerzen oder Sehproblemen innerhalb von 24 Stunden einen Augenarzt aufsuchen.
- Wenn die Haut sehr stark schmerzt oder plötzlich dicke Knötchen auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Rötungen länger als einige Wochen anhalten oder immer wiederkehren.
- Wenn Sie sich durch die Erscheinungen im Gesicht sehr belastet fühlen.
Diagnose
Ein Hautarzt erkennt Rosacea meist anhand der typischen Hautveränderungen. Er fragt nach Beschwerden, Auslösern und Vorerkrankungen.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine speziellen Tests nötig.
- Gelegentlich wird ein Hautabstrich gemacht, um andere Hautkrankheiten auszuschließen.
- Bei Augenbeteiligung erfolgt eine Untersuchung durch den Augenarzt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihr Gesicht genau betrachten und vielleicht mit einem speziellen Licht (Dermatoskop) die Blutgefäße beurteilen. Er wird Ihnen erklären, welche Auslöser Sie meiden sollten und welche Behandlungen infrage kommen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Schübe zu lindern und die Haut zu beruhigen. Die Therapie wird immer an den Einzelfall angepasst.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie bekannte Auslöser wie starke Sonne, scharfe Gewürze, Alkohol und extreme Temperaturen.
- Nutzen Sie eine milde, parfümfreie Gesichtsreinigung und Feuchtigkeitscreme.
- Tragen Sie täglich einen Lichtschutzfaktor mindestens 30 auf.
- Kühlen Sie die Haut bei akuten Rötungen mit einem feuchten, kühlen Tuch.
Medizinische Behandlungen
Ärzte verschreiben bei Augenbrauenbeteiligung antibiotische oder entzündungshemmende Cremes, Gele oder Tabletten. Bei stark erweiterten Blutgefäßen kann eine Laser- oder Lichtbehandlung helfen. Die Behandlungen werden von der Krankenkasse übernommen, wenn ein Arzt sie verordnet.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur sehr selten infrage, etwa wenn sich überschüssiges Bindegewebe an der Nase (Rhinophym) gebildet hat. Dies ist vor allem bei Männern möglich.
Leben mit der Erkrankung
Rosacea lässt sich gut in den Alltag einbinden, wenn Sie auf Ihre Haut achten. Notieren Sie, was bei Ihnen die Rötungen auslöst, und meiden Sie diese Reize.
Tipps für den Alltag
- Schützen Sie Ihr Gesicht ganzjährig mit Sonnencreme und einer Kopfbedeckung.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, aber meiden Sie heiße Getränke.
- Stress abbauen durch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Kost mit wenig scharfen Gewürzen ist sinnvoll. Moderate Bewegung an der frischen Luft tut gut – achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht überhitzen. Kühle Räume und lauwarme Duschen vermeiden zusätzliche Reizung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die sichtbaren Rötungen können zu Scham, Unsicherheit oder sozialem Rückzug führen. Es ist wichtig, sich ärztliche Hilfe zu holen und offen mit der Erkrankung umzugehen.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Aber Sie können das Risiko von Schüben verringern, indem Sie Ihre persönlichen Auslöser meiden und die Haut pflegen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Rosacea.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Hautveränderungen können dauerhaft werden, mit bleibenden Rötungen und Knötchen.
- An der Nase kann sich überschüssiges Bindegewebe bilden (Rhinophym).
- Eine Augenbeteiligung (Keratitis, Konjunktivitis) kann die Sehkraft gefährden.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einem angepassten Lebensstil lassen sich die Beschwerden meist gut kontrollieren. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber die Lebensqualität kann deutlich verbessert werden. Viele Menschen leben mit Rosacea, ohne dass sie im Alltag stark eingeschränkt sind.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.