Rotator cuff tendinopathy
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von Sehnen und Muskeln rund um das Schultergelenk. Bei einer Tendinopathie sind diese Sehnen gereizt, überlastet oder leicht geschädigt. Das führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Wichtige Fakten
- Die Beschwerden entstehen meist durch Überlastung oder altersbedingten Verschleiß.
- Eine frühzeitige Behandlung mit Physiotherapie und Schonung verbessert die Heilungschancen deutlich.
- In vielen Fällen heilt die Erkrankung ohne Operation aus.
Ja, die Rotatorenmanschetten-Tendinopathie ist eine häufige Ursache für Schulterschmerzen, besonders bei Menschen ab dem 40. Lebensjahr und bei Sportlern mit Überkopfbelastungen.
Sie tritt vor allem bei Menschen auf, die wiederholt Überkopfbewegungen ausführen, etwa bei Sportarten wie Tennis, Schwimmen oder Werfen, aber auch bei Berufen wie Malern oder Handwerkern. Auch ältere Menschen sind häufig betroffen, da die Sehnen mit der Zeit an Elastizität verlieren.
Symptome
- Plötzlicher, starker Schmerz nach einem Sturz oder Unfall, verbunden mit der Unfähigkeit, den Arm zu heben
- Komplette Bewegungslosigkeit der Schulter nach einem Trauma
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln im betroffenen Arm
- ⚠Schmerzen, die trotz Schonung und Hausmitteln nach einer Woche nicht besser werden
- ⚠Starke Bewegungseinschränkung ohne Verletzung
- ⚠Wenn der Schmerz nachts aufwacht und Sie nicht schlafen lässt
Häufige Symptome
- Schmerzen an der Außenseite oder Vorderseite der Schulter, besonders beim Heben des Arms
- Schwächegefühl im Arm
- Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Eingeschränkte Beweglichkeit, z. B. beim Anziehen oder Kämmen
Symptome bei Kindern
- Tritt bei Kindern eher selten auf; möglich bei intensivem Überkopf-Sport (z. B. Baseball, Schwimmen)
- Schmerzen, die beim Werfen oder Heben des Arms auftreten
- Schonhaltung oder Vermeiden von bestimmten Bewegungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufig eine schleichende Entwicklung der Schmerzen ohne klaren Auslöser
- Morgendliche Steifheit der Schulter
- Zunehmende Kraftminderung, die einfache Alltagstätigkeiten erschwert
Ursachen
Hauptursachen
- Wiederholte Überkopf-Bewegungen, z. B. beim Sport oder Beruf
- Altersbedingte Abnutzung der Sehnen (Verschleiß)
- Plötzliche Überlastung oder falsche Technik bei Bewegungen
- Fehlhaltungen, die die Schulter belasten
Risikofaktoren
- Alter über 40 Jahre
- Sportarten mit Überkopfbelastung (Tennis, Badminton, Schwimmen, Volleyball)
- Berufliche Tätigkeiten mit Heben oder Arbeiten über Kopf (Maler, Elektriker, Bauarbeiter)
- Schlechte Körperhaltung, z. B. runder Rücken und nach vorne fallende Schultern
- Vorherige Schulterverletzungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Sturz oder Unfall mit plötzlicher Bewegungseinschränkung
- Wenn Sie den Arm gar nicht mehr heben können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn leichte bis mäßige Schulterschmerzen länger als eine Woche anhalten
- Wenn Schmerzen bei Alltagsbewegungen (Anziehen, Haare kämmen) auftreten
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist durch eine ausführliche Befragung und körperliche Untersuchung. Dabei werden Beweglichkeit und Kraft der Schulter getestet.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung der Schulter, um die Sehnen darzustellen
- Magnetresonanztomographie (MRT) bei unklarem Befund oder Verdacht auf Riss
- Röntgenaufnahme, um andere Ursachen wie Arthrose auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei oder nur leicht unangenehm. Sie werden gebeten, bestimmte Bewegungen zu machen, während der Arzt die Schulter abtastet. Gegebenenfalls wird eine Ultraschallsonde auf die Haut aufgesetzt.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Sehnen zu entlasten, die Entzündung zu reduzieren und die Muskulatur rund um das Schultergelenk zu stärken. In den meisten Fällen ist keine Operation nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Die Schulter für ein bis zwei Tage schonen, aber nicht komplett ruhigstellen
- Kühlen der schmerzenden Stelle mit einem Kühlpack (maximal 15–20 Minuten, mehrmals täglich)
- Sanfte Dehnübungen, sobald die akuten Schmerzen nachlassen
- Vermeiden von Tätigkeiten, die den Schmerz auslösen (z. B. Überkopfarbeiten)
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung umfasst vor allem Physiotherapie mit gezielten Kräftigungs- und Dehnübungen. Bei Bedarf können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder lokale Injektionen verordnet werden, um die Entzündung zu lindern. Eine Operation wird nur empfohlen, wenn nach mehreren Monaten intensiver Physiotherapie keine Besserung eintritt oder ein Sehnenriss vorliegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt in Frage, wenn die konservative Behandlung nach sechs bis zwölf Monaten keine ausreichende Besserung gebracht hat oder wenn eine größere Sehnenverletzung (Riss) vorliegt, die die Funktion stark beeinträchtigt.
Leben mit der Erkrankung
Passen Sie Ihre Bewegungen an: Vermeiden Sie Überkopfarbeiten und heben Sie schwere Gegenstände mit dem nicht betroffenen Arm. Achten Sie auf eine aufrechte Haltung, um die Schulter zu entlasten.
Tipps für den Alltag
- Bauen Sie regelmäßige, schulterfreundliche Bewegung in den Alltag ein
- Stärken Sie die Rücken- und Schultermuskulatur durch gezielte Übungen (z. B. Rudern mit leichtem Widerstand)
- Vermeiden Sie langes Sitzen mit nach vorne fallenden Schultern
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln (wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde Fette) kann die Heilung unterstützen. Vermeiden Sie Übergewicht, da es die Gelenke zusätzlich belastet. Bewegung ist wichtig – aber ohne Überlastung: Schwimmen (besonders Rückenschwimmen) und Spaziergänge sind gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schulterschmerzen können belastend sein und zu Frustration oder Schlafproblemen führen. Es ist wichtig, sich diese Gefühle einzugestehen und bei Bedarf mit dem Arzt oder einer Psychotherapeutin zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, mit einem gezielten Kraft- und Aufwärmtraining können Sie das Risiko einer Tendinopathie senken. Achten Sie auf eine gute Technik bei sportlichen und beruflichen Bewegungen und machen Sie regelmäßig Pausen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkung
- Zunehmende Muskelschwäche
- Risiko eines Sehnenrisses, der dann operiert werden muss
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung – in erster Linie Physiotherapie – wird die große Mehrheit der Patienten wieder schmerzfrei und voll belastbar. Die Prognose ist gut, wenn Sie frühzeitig handeln und die Übungen konsequent durchführen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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