Seasonal allergic rhinitis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Saisonale allergische Rhinitis, auch Heuschnupfen genannt, ist eine allergische Reaktion der Nasenschleimhaut auf Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Die Pollen sind in der Luft und lösen bei manchen Menschen Niesen, laufende Nase und juckende Augen aus. Die Beschwerden treten meist in der Pollenflugzeit auf – je nach Pflanze im Frühling, Sommer oder Herbst.
Wichtige Fakten
- Saisonale allergische Rhinitis wird durch Pollen ausgelöst, die in der Luft schweben.
- Die Symptome ähneln einer Erkältung, dauern aber länger an und treten immer zur gleichen Jahreszeit auf.
- Eine Behandlung kann die Beschwerden lindern und mögliche Folgen wie Asthma vorbeugen.
- Betroffene können durch einfache Maßnahmen im Alltag den Pollenkontakt verringern.
Ja, saisonale allergische Rhinitis ist sehr häufig. In Deutschland leiden etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung an Heuschnupfen. Die Zahl der Betroffenen nimmt in den letzten Jahrzehnten zu.
Saisonale allergische Rhinitis kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig beginnt sie im Kindes- und Jugendalter. Auch Erwachsene können erstmalig erkranken. Menschen mit anderen Allergien oder Asthma haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche Atemnot oder pfeifende Atmung
- Engegefühl in der Brust
- Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall nach Pollenkontakt
- Starker Blutdruckabfall mit Schwindel oder Ohnmacht
- ⚠Verschlechterung der Atmung trotz Nasenspray oder Augentropfen
- ⚠Sehr starke Augenschmerzen oder Sehstörungen
- ⚠Symptome, die den Alltag stark beeinträchtigen und auf Selbsthilfe nicht ansprechen
Häufige Symptome
- Niesen, oft mehrmals hintereinander
- Laufende oder verstopfte Nase (Nasenausfluss)
- Juckreiz in der Nase, am Gaumen oder im Rachen
- Juckende, rote oder tränende Augen (allergische Bindehautentzündung)
- Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
Symptome bei Kindern
- Häufiges Reiben der Nase (‚allergischer Gruß‘ – Handbewegung nach oben an die Nase)
- Schnarchen oder Mundatmung durch verstopfte Nase
- Verminderte Leistungsfähigkeit in der Schule
- Reizbarkeit und Schlafstörungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkeres Gefühl der Nasenverstopfung
- Trockene Nasenschleimhaut durch gleichzeitige Medikamenteneinnahme
- Oft werden die Symptome fälschlich für eine Erkältung gehalten
- Begleitende Beschwerden wie Kopfschmerzen oder verminderter Geruchssinn
Ursachen
Hauptursachen
- Pollen von Bäumen (z. B. Birke, Erle, Hasel) im Frühling
- Pollen von Gräsern und Getreide im späten Frühling und Sommer
- Pollen von Kräutern (z. B. Beifuß, Ambrosie) im Spätsommer und Herbst
- Eine Überreaktion des Immunsystems auf diese an sich harmlosen Pollen
Risikofaktoren
- Familiäre Veranlagung – Allergien in der Familie erhöhen das Risiko
- Gleichzeitiges Vorliegen von Asthma oder anderen Allergien
- Hohe Pollenbelastung in der Umgebung (z. B. ländliche Gebiete)
- Frühe Kindheit mit vielen Infekten oder wenig Kontakt zu Pollen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Atemprobleme oder ein Engegefühl in der Brust auftreten
- Wenn die Symptome sehr stark sind und den Alltag stark einschränken
- Wenn Selbsthilfemaßnahmen wie Nasendusche oder Pollenschutz nicht helfen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei jährlich wiederkehrenden Symptomen, die länger als zwei Wochen anhalten
- Vor der nächsten Pollensaison, um eine Behandlung zu planen
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um eine Allergie oder eine Erkältung handelt
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von einem Hausarzt oder einem Allergologen (Facharzt für Allergien) gestellt. Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, dem zeitlichen Verlauf und möglichen Auslösern. Eine körperliche Untersuchung und spezielle Tests bestätigen die Allergie.
Mögliche Untersuchungen
- Hauttest (Prick-Test): Auf die Haut werden Pollenallergene aufgetragen und die Reaktion abgelesen.
- Bluttest: Bestimmung von allergenspezifischen Antikörpern (IgE) im Blut.
- Nasenendoskopie: Bei hartnäckigen Beschwerden kann die Nase von innen angesehen werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern etwa 30 bis 60 Minuten. Der Hauttest kann leichten Juckreiz verursachen. Sie erhalten ein Gespräch über die Ergebnisse und eine individuelle Behandlungsempfehlung. Bei einem positiven Test wird der Arzt mit Ihnen besprechen, wie Sie die Pollenbelastung reduzieren können und welche Medikamente (ohne Nennung von Marken) infrage kommen.
Behandlung
Die Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Kombination aus Vermeidungsstrategien, Selbsthilfe und ärztlich verordneten Therapien ist am wirksamsten. In manchen Fällen kommt eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) infrage, die die Allergie langfristig abschwächen kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie Fenster und Türen in der Pollensaison geschlossen, besonders morgens.
- Duschen und Haare waschen abends, um Pollen aus dem Bett fernzuhalten.
- Tragen Sie eine Sonnenbrille oder eine Pollenschutzbrille, um die Augen zu schützen.
- Lüften nur kurz und nach Regenfällen, wenn die Pollenbelastung geringer ist.
- Wechseln Sie Kleidung und waschen Sie Bettwäsche häufiger.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel Antihistaminika (Mittel, die die allergische Reaktion bremsen) als Tabletten oder Sprays, abschwellende Nasensprays (nur kurzzeitig anwendbar) und Kortisonsprays für die Nase. Auch Augentropfen gegen Juckreiz und Rötung können helfen. Welche Mittel für Sie geeignet sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Bei starken Beschwerden und nach ärztlicher Beratung kommt eine spezifische Immuntherapie in Betracht, bei der das Immunsystem langsam an die Pollen gewöhnt wird. Diese Behandlung dauert meist drei Jahre.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in sehr seltenen Fällen infrage, etwa wenn durch die Allergie Nasenpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen) entstanden sind oder die Nasenatmung dauerhaft stark behindert ist. Die Entscheidung sollte immer ein Facharzt treffen.
Leben mit der Erkrankung
Mit saisonaler allergischer Rhinitis zu leben bedeutet, den Alltag an den Pollenflug anzupassen. Planen Sie Aktivitäten im Freien nach dem Pollenflugkalender: Bei hoher Belastung besser drinnen bleiben. Nutzen Sie Apps oder Pollenflugvorhersagen, um Ihre Unternehmungen zu steuern. Halten Sie Ihre Medikamente bereit, wenn die Saison beginnt.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gute Luftqualität in Innenräumen, z. B. durch Luftreiniger mit Pollenfilter.
- Klimaanlagen im Auto reduzieren Pollen – aber die Umluftfunktion sollte nur kurz genutzt werden.
- Trocknen Sie Wäsche nicht im Freien, wenn die Pollen fliegen.
- Verwenden Sie Allergiker-freundliche Bettwäsche und waschen Sie sie regelmäßig bei mindestens 60 Grad.
- Nach einem Aufenthalt im Freien die Nase mit einer Salzlösung spülen (Nasendusche).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Immunsystem unterstützen, ersetzt aber keine Behandlung. Bewegung an der frischen Luft ist grundsätzlich gesund, aber wählen Sie dafür Zeiten mit niedriger Pollenbelastung – zum Beispiel nach Regenfällen oder am späten Abend. Bei sehr starken Allergien kann Sport in der Pollensaison lieber in geschlossenen Räumen stattfinden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Saisonale allergische Rhinitis kann belastend sein und zu Schlafmangel, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Das kann auf Dauer die Stimmung drücken. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht allein fühlen – sprechen Sie mit Freunden oder Familie darüber. Eine gute Behandlung hilft nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit wenden Sie sich an Ihren Hausarzt. In akuten Krisen können Sie die Telefonseelsorge unter der kostenfreien Nummer 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichen.
Vorbeugung
Eine vollständige Verhinderung der saisonalen allergischen Rhinitis ist nicht möglich. Aber Sie können die Wahrscheinlichkeit oder die Schwere der Beschwerden verringern, indem Sie den Kontakt mit Pollen so weit wie möglich vermeiden. Auch eine frühzeitige Behandlung der Allergie kann die Entwicklung von Asthma verhindern. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige Behandlung, die die Ursache der Allergie angeht und eine langanhaltende Wirkung haben kann.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) durch anhaltende Schwellung der Nasenschleimhaut
- Bildung von Nasenpolypen (gutartige Schleimhautwucherungen)
- Verschlechterung oder Neuauftreten von Asthma bronchiale (‚Etagenwechsel‘ der Allergie)
- Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit durch nächtliche Atemprobleme
- Verminderte Lebensqualität und Leistungsfähigkeit
Langzeitprognose
Die Prognose bei saisonaler allergischer Rhinitis ist insgesamt gut. Viele Menschen haben nur leichte Beschwerden und kommen gut mit den Symptomen zurecht. Bei mittelschweren bis schweren Verläufen können moderne Behandlungen die Symptome meist sehr gut kontrollieren. Eine spezifische Immuntherapie kann bei vielen Betroffenen die Allergie auf Dauer abschwächen oder sogar ganz verschwinden lassen. Bleiben Sie zuversichtlich – mit der richtigen Behandlung und etwas Anpassung im Alltag können Sie die meisten Aktivitäten genießen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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