Seborrhoeic dermatitis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Seborrhoische Dermatitis (auch seborrhoisches Ekzem genannt) ist eine häufige, nicht ansteckende Hauterkrankung. Sie äußert sich durch schuppige, gerötete Stellen auf fettiger Haut, vor allem auf der Kopfhaut, im Gesicht und am Oberkörper. Die Schuppen können gelblich oder weiß sein. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben, das heißt sie kommt und geht.
Wichtige Fakten
- Seborrhoische Dermatitis ist nicht ansteckend.
- Sie ist eine chronische (dauerhafte) Erkrankung, die in Schüben auftritt.
- Sie tritt oft auf fettiger Haut auf, besonders an Kopfhaut, Augenbrauen, Nasenfalten und Ohren.
- Bei Säuglingen wird sie oft als Milchschorf oder Kopfgneis bezeichnet.
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber ein Hefepilz (Malassezia) spielt eine Rolle.
Ja, seborrhoische Dermatitis ist sehr häufig. Etwa 3–5 % der Bevölkerung sind betroffen. Bei Säuglingen tritt sie noch häufiger auf.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig tritt sie bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten auf, bei Erwachsenen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr und bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (z. B. bei HIV oder nach Organtransplantationen). Auch Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
- Plötzliche, starke Verschlechterung mit Fieber, Verwirrtheit oder schwerer Ausdehnung (Hinweis auf eine seltene Komplikation wie eine generalisierte Ekzemeffloreszenz – sofort 112 rufen).
- Anzeichen einer bakteriellen Hautinfektion wie Eiterbläschen, starke Rötung, Schwellung oder Fieber (112 rufen).
- ⚠Wenn die Hautveränderung sehr schmerzhaft wird oder sich ausbreitet.
- ⚠Wenn Sie starke Schmerzen oder Fieber entwickeln.
- ⚠Wenn Sie glauben, dass eine allergische Reaktion vorliegt (z. B. auf eine Behandlung).
- ⚠Wenn Sie unsicher sind und die Erkrankung sich verschlechtert.
Häufige Symptome
- Fettige, gelblich-weiße Schuppen auf roter Haut (besonders auf der Kopfhaut)
- Rötliche Flecken und Schuppen an Augenbrauen, Nasenfalten, Ohren, Brust und Rücken
- Juckreiz (der manchmal mild, manchmal stark sein kann)
- Schuppenablösung, die wie feine oder grobe Schuppenkleckse aussieht
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen zeigt sich die seborrhoische Dermatitis oft als dicker, gelblicher Schorf auf der Kopfhaut (Kopfgneis).
- Es können auch gelbliche Schuppen im Gesicht, an den Ohren und in den Hautfalten auftreten.
- Juckreiz ist meist nicht vorhanden oder nur gering.
- Die Hautveränderungen heilen meist von selbst innerhalb der ersten 12 Monate.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen kann die Erkrankung stärker ausgeprägt sein.
- Sie tritt häufiger bei Menschen mit Parkinson-Krankheit oder anderen neurologischen Erkrankungen auf.
- Die Schuppenbildung kann hartnäckiger sein und mehr jucken.
- Sie kann auch an Stellen auftreten, die nicht typisch sind, z. B. an den Beinen.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine übermäßige Vermehrung eines Hefepilzes der Gattung Malassezia auf der Haut gilt als wichtiger Auslöser.
- Eine gestörte Talgbildung (zu viel oder zu wenig Talg) spielt eine Rolle.
- Eine übermäßige Reaktion des Immunsystems auf den Pilz kann die Entzündung verstärken.
Risikofaktoren
- Hormonelle Veränderungen (z. B. in der Pubertät oder Schwangerschaft)
- Stress und Müdigkeit
- Kaltes, trockenes Wetter
- Fettige Haut (Seborrhö)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV, Krebsbehandlungen oder Organtransplantationen)
- Erkrankungen wie Parkinson, Morbus Crohn oder Schuppenflechte
- Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Hautveränderung sehr schmerzhaft ist oder sich mit Fieber verbindet.
- Wenn Sie plötzlich starke Schwellungen oder eine Ausbreitung über große Körperflächen bemerken.
- Wenn Sie eine Sekundärinfektion vermuten (Eiter, Krusten, Fieber).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schuppen und Rötungen Sie stören oder der Juckreiz belastend ist.
- Wenn Hausmittel (z. B. sanftes Schuppenlösen bei Babys, milde Shampoos bei Erwachsenen) nicht helfen.
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um seborrhoische Dermatitis oder eine andere Hauterkrankung handelt (z. B. Schuppenflechte oder Neurodermitis).
- Wenn die Beschwerden immer wieder auftreten.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt oder die Ärztin betrachtet die betroffenen Hautstellen und befragt Sie zu Ihren Beschwerden. Typisch ist das Auftreten an fettigen Körperstellen mit gelblichen Schuppen. Meist ist die Erkrankung an der typischen Optik zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- In den meisten Fällen sind keine Tests nötig.
- Bei Unsicherheit kann eine Hautabschabung (Hautgeschabsel) unter dem Mikroskop untersucht werden, um Pilze nachzuweisen.
- Selten wird eine Hautbiopsie (Entnahme einer kleinen Hautprobe) gemacht, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird die betroffenen Stellen genau ansehen und Fragen zu Ihrer Krankengeschichte stellen, z. B. zu Hautproblemen in der Familie, zu Vorerkrankungen und zu Medikamenten. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Bei Bedarf wird ein Behandlungsschema besprochen.
Behandlung
Die Behandlung der seborrhoischen Dermatitis zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und das Hautbild zu verbessern. Sie erfolgt meist mit Pflegeprodukten und medikamentösen Cremes oder Shampoos, die ohne Rezept oder auf Rezept erhältlich sind. Welche Behandlung am besten ist, hängt vom Ort, der Schwere und den Begleitumständen ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Sanftes Waschen der betroffenen Stellen mit milden, pH-neutralen Reinigungsprodukten.
- Bei Kopfbeteiligung: regelmäßiges Waschen mit einem sanften Shampoo; bei Bedarf auch häufiger (mehrmals pro Woche).
- Kein kräftiges Kratzen oder Schaben der Schuppen – das kann die Haut reizen.
- Trockene, schuppige Stellen mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme (ohne Duftstoffe) pflegen.
- Bei Babys: den Kopfschorf vorsichtig mit Babyöl einweichen und dann sanft mit einem weichen Kamm lösen.
- Vermeiden Sie fettige Hautpflegeprodukte, die die Poren verstopfen könnten.
- Reduzieren Sie Stress, da er Schübe auslösen kann.
Medizinische Behandlungen
Ärztliche Behandlungen können antimykotisch wirkende (pilzhemmende) Cremes oder Shampoos enthalten. Auch entzündungshemmende Cremes (wie Kortisonpräparate in leichter Dosierung) können für kurze Zeit eingesetzt werden. Es gibt auch Cremes, die den Talg reduzieren oder das Abschuppen fördern. Ihr Arzt wird das passende Mittel für Sie auswählen. Bei schweren Fällen können auch systemische Medikamente (Tabletten) zum Einsatz kommen. Lindern Sie bei Babys mit einem sanften Öl. Wichtig: Verwenden Sie keine verschreibungspflichtigen Mittel ohne ärztlichen Rat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei seborrhoischer Dermatitis nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Seborrhoische Dermatitis ist eine chronische Erkrankung, die in Schüben verläuft. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität meist nicht schwerwiegend, kann aber durch Juckreiz und sichtbare Schuppen belastend sein. Mit der richtigen Pflege und Behandlung lassen sich die Symptome meist gut kontrollieren.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, schonende Hautpflege anpassen an die Bedürfnisse der Haut.
- Stress vermeiden oder bewältigen (z. B. durch Entspannungsübungen, Sport).
- Auf ausreichend Schlaf achten.
- Kaltes, trockenes Wetter meiden oder die Haut entsprechend schützen (z. B. mit einem Schal).
- Alkoholkonsum einschränken, da er Schübe fördern kann.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist nicht nachgewiesen hilfreich. Allerdings kann eine gesunde Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Fisch und Leinsamen) und wenig Zucker die Haut unterstützen. Bewegung und Sport sind generell förderlich, aber Schwitzen sollte nicht als Auslöser übermäßigen Juckreiz führen; nach dem Sport die Haut reinigen und eincremen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die sichtbaren Hautveränderungen können zu Schamgefühl oder geringer Selbstachtung führen. Juckreiz kann den Schlaf stören. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass die Erkrankung häufig vorkommt und nicht ansteckend ist. Bei starkem Leidensdruck kann ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder einer Selbsthilfegruppe helfen.
Vorbeugung
Die seborrhoische Dermatitis lässt sich nicht vollständig verhindern, da die Veranlagung dazu angeboren ist. Aber Sie können Schübe vermeiden oder mildern, indem Sie Ihre Haut gut pflegen, Stress reduzieren, auf alkoholische Getränke verzichten und bei trockener Luft die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen. Wenn Sie wissen, dass Sie zu Schüben neigen, können Sie frühzeitig mit pflegenden Maßnahmen beginnen.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen seborrhoische Dermatitis.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Screening (keine Vorsorgeuntersuchung) für seborrhoische Dermatitis. Wenn Sie Symptome bemerken, suchen Sie Ihren Hausarzt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Juckreiz und Kratzen können zu Hautverletzungen und bakteriellen Infektionen (Sekundärinfektionen) führen.
- In seltenen, schweren Fällen kann sich die entzündete Haut stark ausbreiten (sogenannte generalisierte seborrhoische Dermatitis).
- Bei Säuglingen kann ein starker Befall zu Unruhe und Schlafstörungen führen.
- Mögliche kosmetische Beeinträchtigung und psychische Belastung.
Langzeitprognose
Die seborrhoische Dermatitis ist eine gut behandelbare Erkrankung. Bei den meisten Menschen lassen sich die Symptome mit einfachen Maßnahmen gut kontrollieren. Säuglinge wachsen meist aus der Erkrankung heraus. Bei Erwachsenen kann sie chronisch verlaufen, aber mit der richtigen Pflege sind die Schübe meist mild und selten. Ohne Behandlung ist der Verlauf nicht gefährlich, aber die Symptome können anhalten. Mit ärztlicher Begleitung und Eigenpflege ist die Prognose sehr gut.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.