Subarachnoid haemorrhage awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Subarachnoidalblutung ist eine lebensbedrohliche Blutung im Raum zwischen dem Gehirn und den dünnen Gewebeschichten, die es umgeben – der sogenannten Spinnwebenhaut (Subarachnoidalraum). Dies führt zu einem plötzlichen Druckanstieg im Schädel und kann das Gehirn schädigen.
Wichtige Fakten
- Das häufigste Symptom ist ein plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz – wie ein ‚Vernichtungskopfschmerz‘ oder ‚Donnerschlagkopfschmerz‘.
- Eine Subarachnoidalblutung ist ein medizinischer Notfall – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Eine schnelle Behandlung im Krankenhaus kann Leben retten und schwere Folgen verhindern.
Nein, eine Subarachnoidalblutung ist selten. Sie macht nur etwa 1 von 20 Schlaganfällen aus.
Sie tritt häufiger bei Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren auf, kann aber in jedem Alter vorkommen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Auch Menschen mit bestimmten Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzlicher, extrem starker Kopfschmerz – besonders wenn er innerhalb von Sekunden bis Minuten seinen Höhepunkt erreicht
- Kopfschmerz gepaart mit Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen
- Kopfschmerz mit Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerz mit Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen
- ⚠Neu auftretende, starke Kopfschmerzen, die anders sind als alle bisherigen Kopfschmerzen
- ⚠Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung
Häufige Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz – oft als ‚der schlimmste Kopfschmerz meines Lebens‘ beschrieben
- Nackensteifigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
- Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Kinder zeigen ähnliche Symptome, aber manchmal weniger spezifisch: Reizbarkeit, starkes Weinen, Erbrechen oder Klagen über Kopfschmerzen
- Ein plötzlicher Bewusstseinsverlust oder Krampfanfall kann das erste Anzeichen sein
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben möglicherweise weniger Kopfschmerzen, dafür häufiger Verwirrtheit oder eine plötzliche Verschlechterung des allgemeinen Zustands
- Auch Gleichgewichtsstörungen oder Stürze können vorkommen
Ursachen
Hauptursachen
- Platzen eines Aneurysmas – einer Ausbuchtung in einer Hirnarterie, die meist angeboren ist
- Verletzung des Kopfes (Trauma)
- Blutgerinnungsstörungen oder Einnahme von Blutverdünnern
- Kokainkonsum
Risikofaktoren
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Rauchen
- Starker Alkoholkonsum
- Familiäre Belastung (nahe Verwandte mit Aneurysmen oder Subarachnoidalblutung)
- Bestimmte Bindegewebserkrankungen wie das Ehlers-Danlos-Syndrom oder polyzystische Nierenerkrankung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem plötzlichen, stärksten Kopfschmerz – rufen Sie sofort den Notruf 112
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn bei Ihnen Risikofaktoren vorliegen (z. B. familiäre Vorbelastung, Bluthochdruck), besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel in der Notaufnahme eines Krankenhauses gestellt. Der Arzt erhebt die Krankengeschichte, führt eine körperliche Untersuchung durch und ordnet bildgebende Verfahren an.
Mögliche Untersuchungen
- Computertomographie (CT) des Kopfes – kann die Blutung meist sofort sichtbar machen
- Liquorpunktion (Lumbalpunktion) – wenn das CT unauffällig ist, wird durch eine Punktion im unteren Rücken etwas Nervenwasser (Liquor) entnommen und auf Blutspuren untersucht
- Magnetresonanztomographie (MRT) oder Angiographie – zur genaueren Darstellung der Blutgefäße und zum Auffinden eines Aneurysmas
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Sie mit Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung in die Notaufnahme kommen, wird sofort ein CT durchgeführt. Bei Bestätigung der Blutung werden Sie auf eine Überwachungsstation (Intensivstation) verlegt. Der Arzt wird mit Ihnen und Ihren Angehörigen über die weiteren Schritte sprechen. Eine Lumbalpunktion kann unangenehm sein, ist aber sehr wichtig für die Diagnose.
Behandlung
Die Behandlung einer Subarachnoidalblutung erfolgt immer im Krankenhaus, oft auf der Intensivstation. Ziel ist es, die Blutung zu stoppen, den Hirndruck zu senken und Komplikationen wie erneute Blutungen oder Gefäßverkrampfungen (Vasospasmen) zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung keine Selbstbehandlung – rufen Sie sofort den Notruf 112
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst Maßnahmen zur Blutdrucksenkung, zur Vorbeugung von Gefäßkrämpfen (Kalziumantagonisten werden hier häufig eingesetzt, aber wir nennen keine Markennamen) sowie Schmerzmittel und Medikamente gegen Übelkeit. In einigen Fällen werden Mittel zur Verhinderung von Krampfanfällen gegeben. Die genaue Medikation wird vom behandelnden Arzt individuell festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Blutung durch ein Aneurysma verursacht wurde, ist oft ein Eingriff nötig, um das Aneurysma zu verschließen und eine erneute Blutung zu verhindern. Dies kann entweder durch eine neurochirurgische Operation (Clipping) oder durch einen Eingriff über die Blutgefäße (endovaskuläres Coiling) erfolgen. Welche Methode gewählt wird, hängt von Größe, Lage und Form des Aneurysmas ab.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Subarachnoidalblutung ist eine längere Erholungszeit nötig. Viele Betroffene leiden noch Monate unter Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen. Ein schrittweiser Wiedereinstieg in den Alltag – unterstützt durch Physio- und Ergotherapie – ist wichtig.
Tipps für den Alltag
- Bluthochdruck gut einstellen – regelmäßige Kontrollen und ggf. Medikamente nach ärztlicher Verordnung
- Nicht rauchen und Alkohol reduzieren
- Schwere körperliche Belastung oder Pressen (z. B. beim Heben) vermeiden – Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was für Sie sicher ist
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Neurologen wahrnehmen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und viel Gemüse hilft, den Blutdruck zu senken. Nach der Akutphase ist leichte Bewegung wie Spazierengehen oder sanftes Yoga förderlich. Besprechen Sie jede neue Sportart mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Subarachnoidalblutung kann psychisch sehr belastend sein. Angst vor einer erneuten Blutung, Depressionen oder Stimmungsschwankungen sind nicht selten. Suchen Sie sich professionelle Hilfe – ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder Psychiater kann sehr unterstützend wirken.
Vorbeugung
Nicht immer, aber das Risiko lässt sich senken. Behandeln Sie Bluthochdruck, vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum. Bei familiärer Vorbelastung kann eine Vorsorgeuntersuchung (zum Beispiel eine Magnetresonanz-Angiographie) sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Neurologen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Subarachnoidalblutungen.
Früherkennungsprogramme
Ein generelles Screening wird nicht empfohlen. Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. Menschen mit zwei oder mehr nahen Verwandten, die ein Aneurysma hatten) kann eine Bildgebung der Hirngefäße erwogen werden. Die Entscheidung trifft der Arzt gemeinsam mit dem Patienten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erneute Blutung (Rezidiv) – besonders gefährlich in den ersten Tagen
- Gefäßverkrampfungen (Vasospasmen) – können zu Schlaganfällen führen
- Hirndruckanstieg mit dauerhaften Hirnschäden
- Wasserkopf (Hydrozephalus) durch gestörten Abfluss des Nervenwassers
- Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma und Tod
Langzeitprognose
Die Prognose hängt stark davon ab, wie schnell die Behandlung beginnt und wie schwer die Blutung ist. Mit rascher, moderner medizinischer Versorgung überleben heute etwa 60 – 70 % der Betroffenen. Viele haben bleibende Einschränkungen, aber mit guter Rehabilitation und Unterstützung ist eine deutliche Besserung möglich. Jeder Fall ist anders – Ihr Behandlungsteam wird Sie individuell beraten.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.