Sehnen-Schub: Schmerzen an Sehnen verstehen und lindern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einem Sehnen-Schub schmerzt eine Sehne plötzlich stärker. Eine Sehne ist das feste Bindegewebe, das einen Muskel an einem Knochen befestigt. Meist ist eine Überlastung die Ursache. Der Schub kann an verschiedenen Stellen auftreten, zum Beispiel an der Achillessehne (Ferse) oder an der Kniescheibensehne.
Wichtige Fakten
- Sehnen-Schübe kommen häufig vor und sind gut behandelbar.
- Eine Mischung aus Ruhe und gezielter Bewegung hilft am besten.
- Wenn die Schmerzen länger als zwei Wochen bleiben, sollte eine Arztpraxis die Ursache klären.
Ja. Fast jeder Mensch hat im Laufe des Lebens einmal Beschwerden an einer Sehne. Besonders oft betroffen sind Menschen, die viel laufen, springen oder mit den Armen arbeiten.
Sehnen-Schübe können in jedem Alter auftreten. Häufig sind sie bei aktiven Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren. Ältere Menschen haben wegen der natürlichen Abnutzung ebenfalls ein höheres Risiko.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn nach einem Unfall oder plötzlich ein starkes Knall-Geräusch zu hören war und Sie das betroffene Bein oder den Arm nicht mehr belasten können.
- Sehr starke Schmerzen mit sichtbarer Verformung eines Gelenks – das kann auf einen Knochenbruch oder einen Sehnenriss hinweisen.
- Starke Rötung, Schwellung, Fieber und Schüttelfrost – das können Zeichen einer schweren Infektion sein.
- ⚠Schwellung an der Sehne mit rötlicher, heißer Haut
- ⚠Schmerzen, die auch im Ruhezustand nicht aufhören
- ⚠Schmerzen nach einem Sturz oder einer anderen Verletzung
- ⚠Sie wachen nachts wegen der Schmerzen auf
Häufige Symptome
- Schmerzen bei Bewegungen, die die Sehne beanspruchen
- Druckschmerz entlang der Sehne
- Morgendliche Steifigkeit
- Leichte Schwellung oder ein Gefühl von Wärme an der betroffenen Stelle
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern und Jugendlichen kommen echte Sehnen-Schübe eher selten vor. Schmerzen in den Muskeln und Knochen während des Wachstums sind häufiger. Wenn ein Kind nach dem Sport mehr als einen Tag lang Schmerzen hat, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter verlieren Sehnen an Elastizität. Alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen oder das Heben einer Einkaufstasche können daher plötzlich Schmerzen auslösen. Wichtig ist, die Ursache ärztlich abklären zu lassen, denn auch Gelenkverschleiß kann ähnliche Beschwerden machen.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch sich wiederholende Bewegungen
- Zu schnelles Steigern von Training – zum Beispiel plötzlich viel mehr Kilometer joggen
- Monotone Tätigkeiten im Beruf mit derselben Bewegung
- Zunehmender Verschleiß der Sehnen durch das Alter
Risikofaktoren
- Sportarten mit Laufen, Springen oder Wurf-Bewegungen
- Arbeit, die einseitige Bewegungen erfordert
- Starkes Übergewicht und Rauchen
- Grunderkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Rheuma
- Bestimmte Medikamente – Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann beurteilen, ob das auf Ihren Fall zutrifft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie spüren plötzlich ein Knallen in der Sehne und können danach nur noch wenig Kraft aufbauen.
- Das Gelenk ist stark geschwollen, heiß oder gerötet.
- Sie können nach einem Sturz den Fuß oder das Bein nicht belasten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Die Schmerzen dauern länger als zwei Wochen an.
- Die Beschwerden hindern Sie an der Arbeit oder an Alltagsbewegungen.
- Die Morgensteifigkeit hält eine halbe Stunde oder länger an.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt führt zuerst ein Gespräch mit Ihnen. Danach tastet sie oder er die Sehne ab und prüft, bei welchen Bewegungen der Schmerz auftritt. Meist reicht das zusammen mit Ihrer Beschreibung aus, um eine Einschätzung zu geben.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall: Damit lässt sich die Sehne in Bewegung ansehen. Man erkennt Flüssigkeit, Risse oder Verdickungen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Sie kommt vor allem bei unklaren Fällen oder Verdacht auf tiefe Risse zum Einsatz.
- In seltenen Fällen eine Blutuntersuchung, um entzündliche Erkrankungen auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzarm. Sie müssen den jeweiligen Körperteil freimachen. Danach erklärt Ihnen die Ärztin oder der Arzt, was Sie selbst tun können und welche Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Im Zentrum steht ein ausgewogenes Programm aus Entlastung, Bewegung und Kräftigung. Es folgt in der Regel den medizinischen Leitlinien (zum Beispiel der AWMF). Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig. Ihr Behandlungsteam erstellt einen Plan für Sie.
Selbsthilfe zu Hause
- Die schmerzende Stelle für einige Tage weniger belasten – ganz ruhigstellen schadet aber eher.
- Mehrmals täglich für 10 bis 15 Minuten mit einem feuchten Tuch und einem Kühl-Pack kühlen – das Kühl-Pack nie direkt auf die Haut legen.
- Das Bein oder den Arm öfter hochlagern, damit Schwellungen zurückgehen.
- Sanfte Bewegungsübungen machen, die keine starken Schmerzen auslösen.
- Bei anhaltenden Schmerzen die tägliche Belastung verteilen, zum Beispiel kurze Pausen einlegen.
Medizinische Behandlungen
Die wichtigste ärztliche Behandlung ist eine angeleitete Physiotherapie. Sie kräftigt die Muskeln rund um die Sehne und baut die Belastbarkeit Schritt für Schritt wieder auf. Je nach Situation können außerdem Verfahren wie Stoßwellentherapie oder örtliche Behandlungen eingesetzt werden. Welche Maßnahme passt, klären Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur infrage, wenn zum Beispiel ein Sehnenriss vorliegt oder alle konservativen Behandlungen über viele Monate nicht geholfen haben. Ihr medizinisches Team bespricht den Nutzen und die Risiken eines Eingriffs offen mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Bereits am nächsten Tag können Sie im Alltag wieder kleine Schritte unternehmen. Hören Sie auf Ihren Körper: Leichte Anspannung ist okay, stechender Schmerz ist ein Stopp-Signal. Planen Sie Ruhepausen ein und sagen Sie notfalls Termine ab.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich gleichmäßig statt ruckartig.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf – er unterstützt die Erholung der Sehnen.
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel durch Spaziergänge oder bewusste Pausen.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Trinken Sie ausreichend Wasser. Für die Sehnengesundheit ist vor allem regelmäßiges Krafttraining der umliegenden Muskulatur wichtig – am Anfang unter Anleitung, zum Beispiel in der Physiotherapie.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können die Stimmung belasten. Es ist normal, sich dabei manchmal hilflos zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle darüber zu sprechen, wenn die seelische Belastung zunimmt.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken. Steigern Sie das Training langsam, wärmen Sie sich auf und legen Sie ausreichende Pausen ein. Wer viel sitzt, sollte die Muskeln durch regelmäßige Bewegung kräftigen. Zusätzlich können eine gute Körperhaltung und passendes Schuhwerk helfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit
- Erhöhtes Risiko, dass die Sehne teilweise oder vollständig reißt
- Veränderung des Gangbildes oder einseitige Belastung, die andere Gelenke angreift
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld haben Sie gute Aussichten, wieder beschwerdefrei zu werden. Manche Sehnen brauchen Wochen oder Monate, bis sie sich erholen. Bleiben Sie aktiv und tauschen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Behandlungsteam aus.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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